Wind ist rot, Biomasse ist schwarz – GroKo in Energie

Vor mehr als 30 Jahren wurde das Thema erneuerbare Energie im deutschen Sprachraum aktuell. Wie fast alles im Staate Österreich wurde auch dieses Thema nach dem altbewährtem Proporz-Schema aufgeteilt. Warum das schlecht ist.

Wer von Österreich ein wenig mehr als nur das Wiener Schnitzel kennt, wird früher oder später auf eine Eigenart gestoßen sein, die manchmal ein wenig verwunderlich scheint. Das ganze Land, und zwar bis in die hinterletzte Ecke, ist in einem kollegialen System aufgeteilt. Das trifft nicht nur die Politik und die Verwaltung sondern zieht sich bis ins Innerste der Privatwirtschaft.

Offiziell hat dieses System zu politischer und wirtschaftlicher Stabilität beigetragen, was man in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wirklich kritisieren konnte.

Meins und deins ...

Meins und deins …

In der Privatwirtschaft allerdings produziert es manchmal schon sehr merkwürdige Konsequenzen. Seit jeher sind die Bürgerlichen auch das Auffangbecken der Bauern. Es ist daher auch sehr wenig verwunderlich dass sich die Bürgerliche Partei sehr früh auf die Unterstützung von Biomasse-Betrieben spezialisiert hatte, als es um erneuerbare Technologien ging. Bauern sind nun einmal die grössten Biomasse Produzenten des Landes.

Bei den Sozialdemokraten war das nicht so einfach, da ihnen kein Teil der erneuerbaren Energie – als Erbpacht sozusagen – anheim fiel. Sie mussten sich im Spektrum dessen was es gab umsehen und entschieden sich auf Windenergie zu setzen.

Fairerweise muss man auch zugeben, dass nicht alle Windräder rot und alle Biomasse Betriebe schwarz sind. Aber alles in allem unterstützt die Sozialdemokratie doch eher die windigen Projekte während die Bürgerlichen lieber auf die Frucht der Erde setzen.

Nun kämpft Wind (so wie alle Erneuerbaren) mit massiven Problemen. Nur großzügige Stützungen und Subventionen aller Art vermögen es den Energieunternehmen die teuren Windräder überhaupt erst schmackhaft zu machen. Eines der absolut grössten Probleme ist dabei, dass der Wind eben bläst wann er will und er sich auch nicht speichern lässt. Das geht nur indirekt über sehr teure Konversions-Mechanismen die aber auch nur in extrem limitierter Form zur Verfügung stehen.

Richtig deutlich sieht man das Problem in Deutschland wo ein extrem großer Windpark im Norden Stromüberschüsse produziert wenn sie keiner braucht und die Netzte in den Süden sehr teuer aufgerüstet werden müssen um die Vorhalte-Leistung überhaupt erst erbringen zu können. Windige Geschäfte haben eben ihren Preis und wenn der Konsument blecht gibt es ja ohnehin kein Problem. Bei Biomasse ist das anders.

Auch Biomasse braucht massiv Subventionen um überhaupt lebensfähig zu sein aber anders als beim Wind ist Licht am Ende des Tunnels auszumachen. Zum einen ist aus Biomasse gewonnene Energie (ob BioDiesel oder BioGas) sehr gut speicherbar und zum anderen geschieht gerade auf dem BioGas Sektor gerade sehr viel was hoffen lässt dass die marginalen Kosten einer Anlage soweit gesenkt werden können das eines Tages Biomasse auch ohne Unterstützung des Staates lebensfähig sein könnte.

Spanien, die Niederlande und auch die USA gehen bei der Produktion von Biomasse völlig neue Wege die endlich die leidige Tank oder Teller Diskussion beenden sollte und Kosten massiv drücken wird. Diese Debatte wird ohnehin sehr populistisch und ohne sich auf Fakten zu beziehen von den verschiedenen Umweltorganisationen geführt. Fermentierer-Technologie und das Zusammenleben der Bakterienstämme im Fermentierer wird auch immer besser verstanden was sich auf die Ausbeute auswirkt.

Außerdem wird bei der Aufbereitung des Roh-Biogases ein völlig neuer Weg eingeschlagen was auch hier den Ertrag massiv steigern und die Kosten senken wird. Es ist noch schwer das alles in Zahlen zu fassen aber ich rechne drastischen Kostensenkungen relativ zum MWh an gewonnenem Biogas. Beim Wind kämpft man immer noch mit fundamentalen technischen Problemen und ein massiver technologischer Entwicklungsschub ist da auch nicht zu erwarten. Momentane Wind-Technologie ist nahezu ausgereizt.

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Der Gewinner ist …

Das heißt das rein entwicklungs-technisch Biomasse die besseren Potentiale bietet. Zurück zum Thema – im Wind steckt also nicht mehr viel Entwicklungspotential außer eben dass man noch mehr Windräder baut und damit noch mehr Strom zu Zeiten produziert in denen ihn keiner braucht. Außerdem ist Windstrom eben schon Strom und eignet sich nicht sehr gut als Treibstoff außer bei Kleinfahrzeugen. Wo bleiben da die Schwerfahrzeuge? Und vor allem auch kann so Windstrom nur sehr schwer am Treibstoff Markt mit seinen hohen Margen mitnaschen was sich nicht gerade günstig aufs Geschäftsmodell auswirkt.

Schauen wir uns Biomasse an (und ich verheimliche nicht dass ich mit einem Auge auf die Biomethan Produktion schiele). Genauso wie Wind ist Biomethan momentan noch ein Subventionen-Fresser. Allerdings kann man verflüssigtes Biogas sehr gut als Treibstoff im Schwerverkehr einsetzten was teuren Diesel verdrängt und Österreich von Ölimporten unabhängiger macht.

Das geht mit Wind eben nicht. Vor allem aber steht damit den Biogas Produzenten ein sehr attraktiver Markt als Alternative zur Stromproduktion zur Verfügung was sich positiv auf die Margenlandschaft und auch auf die österreichische Umwelt auswirken wird. Logischerweise sollte man jetzt Biomasse unterstützen und Wind zurückschrauben.

Das geschieht aber leider nicht weil den windigen Sozialdemokraten der Biomasse den Erfolg einfach nicht gönnen können. Hier steht statt denn Wohl der Menschen oder der Lebensfähigkeit österreichischer Betriebe ausschließlich Parteikalkül im Vordergrund. Die für Österreich sinnvollere Lösung wird hier aus rein egoistischen Gründen verhindert weil man jemandem anderen einfach den Erfolg nicht gönnen will.

Die Verlierer sind wieder einmal die Bürger die sich den teuren und unsinnigen Windstrom leisten müssen, ob sie es wollen oder nicht. Damit dann die roten Windräder entgegen aller Vernunft auch zum Erfolg hochstilisiert werden können – ob es stimmt oder nicht spielt da keine Rolle.

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