Wer zahlt’s – wir sind jetzt schon zu teuer

Wenn ich mir die Debatten über den Standort Österreich (oder Europa) anhöre, kommt immer wieder derselbe Spruch. Wir brauchen mehr erneuerbare Energie, wir brauchen mehr Windräder und Solar und sonst noch was. Und wenn man Energie ordentlich besteuert, werden es sich die Leute schon überlegen noch weiter so viel zu konsumieren.

Jetzt einmal ehrlich – wem kommt das noch wahnsinnig vor? Die meisten tun so, als ob Energie-Armut noch nicht in den Wortschatz Einzug gehalten hätte oder sie denken wir können uns des Problems durch Beihilfen entledigen, die vorher dem Bürger ohnehin mit einem mehr an Steuern aus der Tasche gezogen werden müssen.

Energie-Armut heißt nicht, dass ich statt eines SUV’s nun eher mit einem Smart fahren müsste, sondern hier geht’s darum, dass sich etliche Familien – die Geld verdienen und einem geregeltem Leben nachgehen – trotzdem nicht mehr genug Geld haben um die Heiz-Rechnung zu zahlen. Oder sich beim Kochen auf Dinge beschränken müssen die nicht zuviel Strom oder Gas verbrauchen weil sie sich das schlicht nicht mehr leisten können.

Um eines gleich vorweg klar-zustellen – es wird immer Arme in jeder Bevölkerung geben. Egal was die Energie oder was sonst noch jemals kosten kann. Aber von denen rede ich hier nicht. Ich spreche von normalen Familien wo beide Elternteile arbeiten und trotzdem nicht mehr durchkommen.

Da geht sie hin die Kohle ...

Da geht sie hin die Kohle …

Es geht aber noch weiter. Die Jobs sind hier schlecht weil der Standort so schlecht ist. Die Industrie wandert immer mehr nach Nordamerika ab, weil sie dort niedrige Energiepreise und immerhin noch bessere Arbeitsbedingungen vorfinden als hier. Und damit gehen nicht nur Jobs sondern auch Kaufkraft flöten, weil jene die gut verdienen entweder gleich in die USA mitgehen oder sie verlieren ihre Jobs und damit ihr gutes Einkommen das sie bis dato in die Wirtschaft pumpen konnten.

Diese Gutverdiener allerdings unterstützen noch ein eigenes Universum an weniger gut bezahlten Jobs, denn wer etwas verdient, leistet sich mehr. Wenn Geld kein Problem ist, geht man öfter ins Theater oder gut Essen, fährt dabei eher mit dem Taxi und schneidet sich die Haare nicht selber. Und so geht der Kreislauf ewig weiter.

Die Industrie ist mobil und geht einfach und jene die nicht leicht gehen können, finden sich entweder mit weniger ab oder gehen in Konkurs. Aber was macht der Einzelne?

Man kann natürlich sagen, dass gerade jene die sich die Heiz-Rechnung nicht leisten können, diese ja leicht senken können indem sie ihre Fenster sanieren. Die Fenster ziehen und auch sonst geht sehr viel verloren. Nun, im Prinzip stimmt das schon.

Nur kostet das eben Geld das sie nicht haben und auch wenn die Verbesserungen gefördert sind können sie sich meistens noch nicht einmal den Selbstkostenanteil leisten also ist Essig mit Sanieren. Und gleichzeitig bleibt die Heiz-Rechnung hoch. Sanieren muss man sich eben leisten können.

Als ich ein Kind war hatte mein Vater immer einen Tausender in der Tasche. Er sagte, dass man nicht wissen könne wann man wo auf ein günstiges Angebot trifft und er deshalb vorbereitet sein müsse. Der Tausender war dafür da. Mein Vater war sein Leben lang Unternehmer und deshalb trainiert im Umgang mit Geld. Die meisten Leute können sich den virtuellen Tausender in der Tasche nicht leisten, weil sie einfach keinen Tausender einfach so zur Seite legen können.

Harhar, ein paar Windräder müsst ihr noch aufstellen ...

Harhar, ein paar Windräder müsst ihr noch aufstellen …

Der Umwelt-Mafia ist das vollkommen egal. Machen wir die Energie teurer und der Mensch wird sich schon bewusster damit verhalten wie mit allem das seltener ist – das ist ihre Mantra. Da es sich dabei meistens um Leute handelt die selbst sehr gut verdienen, können sie die Dynamik der weniger Betuchten nicht vorstellen.

Und die Politik macht lustig mit. Ich bin schon dabei – wir müssen etwas für unsere Umwelt tun und deswegen gebe ich nicht wenig meines eigenen Geldes aus, um für ein Ende des Feinstaubs zu werben. Der bringt uns immerhin um. Aber meine Lösung (LNG als Treibstoff) kostet sogar noch weniger als Diesel. Und dahin muss die Reise am Ende auch gehen.

Solange wir mit dummen Förderungen extrem teure Technologien künstlich am Leben erhalten, erweisen wir der Bevölkerung einen Bärendienst auf vielen Ebenen. Abgesehen davon, dass die hässlichen Windräder keine Umwelt retten können und werden, lassen sie die Ärmsten noch weiter absacken. Also, der Nutzen für die Umwelt ist kaum messbar, dafür der  Schaden in der Allgemein-Wirtschaft kolossal.

Am Ende zahlt‘s der Konsument – der hat‘s ja und wenn er es nicht mehr hat, dann schütteln wir ihn noch ein bisschen und es wird schon was rausfallen. Hauptsache die Umwelt-Mafia lebt gut und darf auch noch denken, dass sie der Menschheit einen Dienst erweist.

Die Energiepreise bei uns müssen runter – und zwar massiv, sonst wird es noch verheerende Folgen haben. Und wenn die Politiker das nicht begreifen, müssen wir ihnen zeigen, dass wir nicht daran denken uns geschlagen zu geben. Wir wollen die niederen Ölpreise auch an der Pumpe und auf der Heizrechnung spüren.

Das Leben muss man sich in Österreich wieder leisten können, sonst wird’s echt finster hier.

2 Comments on "Wer zahlt’s – wir sind jetzt schon zu teuer"

  1. Werner Hillebrand | October 1, 2015 at 1:20 pm | Reply

    Hallo Herr Huber,
    ich stimme den Aussagen vieler Ihrer Artikel zu, kann aber nicht ganz nachvollziehen warum Sie die erneuerbare Energie Wind abwerten und einen in der Natur endlichen Rostoff als die Lösung dagegenstellen. Der Preis für LNG wird zwangsläufig steigen, wenn die Nachfrage höher wird.
    Warum also nicht beides Nutzen? Es gibt hierzu ein interesantes Projekt eines Automobilhersteller (warum sind da die Energieerzeuger nicht drauf gekommen?) bei der aus Klimaschädlichem C02, Wasser und überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien (Strom/Wind) das von Ihnen favorisierte LNG gewonnen wird.

    http://www.etogas.com/power-to-gas/erneuerbares-gas/

    http://www.audi.de/de/brand/de/vorsprung_durch_technik/content/2013/08/energiewende-im-tank.html

    Grüße
    Werner Hillebrand

    • Hallo Herr Hillebrand,

      Sie werden lachen aber ich bin ein sehr großer Fan von Syngas. Da wird noch viel passieren müssen bis das alles profitabel wird aber ich bin überzeugt dass dies der richtige Weg ist. Mit Syngas wird Wind und auch Sonne sehr interessant. Ich arbeite dazu an einem Konzept um zu optimieren.

      Danke für den sehr wertvollen Beitrag.

      Lieber Gruß RH

Leave a comment

Your email address will not be published.


*


Translate »
Skip to toolbar