Warum Projekte wie Desertec Luftschlösser bleiben

Vor einigen Wochen stand es groß in der Zeitung, aber kaum einen hat es interessiert. Ich denke sogar, dass die meisten noch nicht einmal wussten was Desertec eigentlich war – so sehr hatte man sich in der Bevölkerung offenbar dafür interessiert.

Aber Desertec war schon eine Leiche lange bevor es offiziell seinen letzten Rülpser gemacht hatte. Projekte wie dieses werden nicht gemacht, um ein Problem das der Markt hat zu lösen, sondern um einigen wenigen auf Zeit ein schönes Leben zu ermöglichen.

Aber schauen wir uns Desertec erst einmal an.

Die Idee war simpel. Man wollte die verstärkte Sonneneinstrahlung in Nordafrika sowie die gigantischen leeren Flächen in der Sahara nutzen, um gewaltige Mengen an Solarstrom zu erzeugen und diesen dann per Unterwasserkabel nach Europa transportieren das diesen Strom dringend brauchte.

Sehr vieles an diesem Projekt war von Anfang an eine Fehlleistung.

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Auf Sand gebaut …

Zuerst einmal konnte noch niemand schlüssig erklären wie denn die gewaltigen Strommengen zwischengespeichert werden sollten. Das ist immerhin Solarstrom und den gibt’s nur, wenn die Sonne scheint. Ergo gibt es in der Nacht, wenn die Menschen zuhause vorm Fernseher sitzen, keinen Strom aus Desertec.

Woher soll dieser Spitzenstrom aber kommen wenn Desertec Pause macht und bis die Sonne wieder aufgeht? Und da es sich bei Desertec um gewaltige Mengen handeln sollte, musste es auch eine ähnlich gewaltige Speicherlösung geben.

Die Deutschen stehen schon mit den relativ großen Mengen an Windstrom aus der Nordsee vor einem nahezu unlösbaren Problem das ihre Netze fast schon kollabieren ließ und auch sie selbst wirtschaftlich schwer traf. Stellen wir uns das mit noch größeren Mengen aus Nordafrika und noch weiteren Strecken vor.

Es müssten für Zig Milliarden neue Netze nach Europa gebaut werden die den gewaltigen Ansturm an Sonnenstrom bewältigen könnten. Außerdem ist Solarstrom auch heute noch nur mit ordentlichen Subventionen lebensfähig, trotz des Preissturzes in der Branche.

Desweiteren hatten die Planer vergessen, dass wenn einmal alles da steht es trotzdem nicht eitel Wonne ist. Solaranlagen brauchen ständige Pflege und vor allem verschmutzen die Spiegel recht schnell am Wüstensand. Das muss regelmäßig runter, weil sonst die Leistung rapide schrumpft. Also gibt’s ordentlich Betriebskosten.

Was aber auch nicht beachtet wurde ist, dass die meisten Länder Nordafrikas nicht zu den politisch stabilsten gehören. Eher das Gegenteil ist der Fall und selbst solche, die Jahrzehntelang stabil waren, müssen jederzeit mit einem Umsturz rechnen wie man an Tunesien und Libyen gesehen hat.

Wollen wir uns wirklich noch einmal von solchen Ländern abhängig machen? Und außerdem sind große Teile der Sahara Binnenländer bei denen das Territorium anderer Staaten zum Stromtransport durchquert werden muss. Sowas wird in der Regel nicht billig.

Im Prinzip versucht man ja nur die bei uns etablierte Subventionswirtschaft in die Nordsahara zu transportieren und vergisst dabei komplett, dass die Zukunft der Energie dezentrale Lösungen sind. Dabei muss der Strom nahe am Verbraucher generiert werden und nicht irgendwo Tausende Kilometer entfernt.

Auch eine Droge ...

Auch eine Droge …

Daüberhinaus macht man sich mit solcher Riesen-Infrastruktur nur anfällig für Terroristen und andere die uns Böses wollen. Stellen wir uns vor ein Diktator etabliert sich dort wo wir unsere Spiegel stehen haben. Wir sehen jetzt schon was passiert wenn Putin am Gashahn dreht.

Wollen wir jemanden der dann den Stromschalter umlegt? Gas kann man zur Not speichern – das Problem trifft uns also nicht direkt und unmittelbar. Bei Strom ist der Ofen in Wien aus sobald uns ein übelgelaunter Kalaschnikovw Schwinger am Schalter zupft.

An Projekten wie Desertec verdienen einige die diese Luftblase aufstellen eine Zeitlang recht gut und ich denke, dass dies ihre Veranlassung ist das auch zu tun. Ich glaube noch nicht einmal, dass diese Leute selber ans Projekt glauben – aber sie glauben an die tollen Jobs und das Managerleben das ihnen diese Jobs bescheren.

Aber wir sollten uns davon nicht beeindrucken lassen. Es gibt bessere Alternativen als Sonnenstrom aus der Sahara die fast genauso sauber, aber wesentlich billiger und sicherer sind.

2 Comments on "Warum Projekte wie Desertec Luftschlösser bleiben"

  1. Hallo, sie müssen da schon konkret werden, um daraus lernen zu können. Wer hat die berechtigten Hinderungsgründe übersehen. Solange sie das nicht glasklar darlegen, bleibt das Ergebnis: Wieder Nichts gelernt !

    • Ich zeige nur Probleme auf – die Schuldigen auszuforschen ist die Aufgabe des Staatsanwalts. Der muss auch feststellen ob überhaupt etwas Strafbares geschehen ist. Aber zum täuschen gehören immer zwei. Meiner Meinung nach ist hier nichts übersehen worden sondern bewusst ein Projekt aufgezogen worden bei dem von vorherein klar war dass es nicht funktionieren wird.

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