Feinstaub

Joggen Sie ruhig neben der Autobahn – Alpenluft ist fast genauso gefährlich.

Joggen Sie ruhig neben der Autobahn – Alpenluft ist fast genauso gefährlich.

Jogger kennen das Problem. Sobald man beim Joggen neben eine etwas stärker befahrene Straße kommt, beschleicht einen ein mulmiges Gefühl. All diese Abgase können doch nicht gut für uns sein. Wir sollten wohl doch eher einen Wald oder zumindest einen Park suchen und dort unsere Runden drehen.

Wirklich?

So seltsam sich das anhört – es macht sehr wenig Unterschied, ob Sie neben einer stark befahrenen Autobahn oder auf der Laufmaschine im Fitnesscenter Ihre Kilometer herunterspulen. Es ist auch fast egal, ob Sie sich in ein Alpental dazu verabschieden.

Zumindest von einem gesundheitlichen Standpunkt ist das so. Warum?

Warum fürchten wir uns eigentlich (zu Recht) vor der Autobahn – oder jeder Straße? Ja, genau. Die Abgase der Autos sind bestimmt nicht gut für uns.

Das stimmt. Aber warum es in einem Alpental ohne viele Straßen nicht zwangsläufig besser ist erklärt sich selbst, wenn man sich einmal anschaut was man so alles einatmet. Nehmen wir den Abgasstrahl eines Dieselfahrzeuges als Beispiel.

Der überwiegende Teil der ausgestoßenen Abgase sind reiner Stickstoff – 72% um genau zu sein. Dann kommen noch weniger als 20% CO2 und etwa 8% Wasserdampf. Habt Ihr mitgezählt? 72 plus 20 plus 8 – das macht 100%, aber weil es ja sowohl beim CO2 als auch beim Wasserdampf jeweils ein bisschen weniger ist, bleiben es 99,913 Prozent. Der verbleibende Rest sind 0,087 Prozent und das sind hauptsächlich Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Partikel (bei uns auch gern Feinstaub genannt). Dabei nehmen wiederum Stickoxide und Kohlenmonoxid mit 0,086 Prozent den Löwenanteil ein und alles andere – inklusive allen Feinstaubes – sind nur 0,001 Prozent.

Zum Vergleich. Eine Flasche Römerquelle Wasser enthält in der Regel 1,5  Liter. Etwas mehr als ein Liter davon wäre Stickstoff und etwas mehr als ein 1/4 Liter wäre CO2. Etwa ein Fingerhut voll wären Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Feinstaub. Der Feinstaub allein ist dann nicht mehr als das Volumen einer Micro-SIM Karte. Vergessen wir nicht: eine Micro-SIM Karte in einer 1,5 Liter Flasche.

Nicht wirklich viel, oder? Vor allem wenn man es mit dem Inhalt einer 0,33 Liter Cola Flasche vergleicht, dass das CO2 symbolisiert.

Dieser Hauch von Feinstaub hat es allerdings in sich. Anders als beim CO2 ist Feinstaub hochgiftig. Wie schädlich er ist, hängt aber von zwei Faktoren ab.

Meinen Staub seht ihr nicht ...
Meinen Staub seht ihr nicht …

Als erstes die Zusammensetzung. Je nachdem wo der Feinstaub herkommt besteht er entweder aus völlig natürlichen Dingen, wie bei Sporen von Pilzen oder Pollen von Gräsern und Blumen. Es können aber auch hochgiftige Substanzen wie sie bei der Verbrennung von langkettigen Kohlenwasserstoffen wie zum Beispiel Diesel entstehen. Dazu gehören Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Schwefelsäure und andere unverbrannte Kohlenwasserstoffe.

Noch wichtiger ist allerdings die Partikelgröße. Je kleiner der Partikel, desto tiefer kann er in den Organismus vordringen. Die meisten Feinstaubpartikel dringen nicht weiter als in die Bronchien vor, wo sie von den Schleimhäuten eingefangen und dann abgehustet werden.

Offiziell wird Feinstaub bis zu minimalen Partikelgrößen von einem Mikrometer gemessen und auch von so manchen Regelungen erfasst. Zur Verdeutlichung, ein Mikrometer ist die Größe einer Bakterie. Eine Krebszelle ist 10 Mal größer – menschliche Zellen und Pollen oder Sporen sind etwa hundert Mal größer. Ein Mikrometer ist ein tausendstel Millimeter. Staubpartikel dieser Größenordnung kann man mit dem freien Auge noch als ganz feine Schmutzschicht erkennen.

Unter einem Mikrometer spricht man von Nano-Feinstaub. 1000 Nanometer sind ein Mikrometer und daher sind 1.000 000 Nanometer ein Millimeter. Nano-Feinstaub wird aber nicht mehr von den Messungen oder von den Regelungen erfasst. Zur Verdeutlichung. 1oo Nanometer ist der durchschnittliche Durchmesser eines Grippevirus, komplexe Proteine sind etwa 10 Nanometer und normale Moleküle wie Glukose (Zucker) sind einen Nanometer groß.

Partikel von 1000 Nanometer Größe dringen bis in die Lungenbläschen vor. Bei etwa 100 Nanometer Größe durchdringen sie die feinen Membranen der Lungenbläschen, gelangen so in den Blutkreislauf und somit in den ganzen Körper. Wenn sie also 10 Nanometer bzw. noch kleiner sind, können sie auch Zellmembranen durchdringen und so bis in den Zellkern vordringen, wo sie im schlimmsten Fall auch die DNA verändern.

Das bedeutet, dass sich das Erbgut verändert und dies gibt man sogar an seine Kinder weiter. Im schlimmsten Fall löst er Krebs aus. Er löst aber dazwischen noch eine ganze Reihe anderer Krankheiten wie Asthma, Herzbeschwerden oder auch Demenz aus.

Kurz gesagt: Feinstaub macht uns sehr krank und dumm und daran ist hauptsächlich der ultra-feine Staub Schuld. Der aber entsteht in erster Linie bei Verbrennungsprozessen bei hohen Temperaturen. Das ist vor allem in Fahrzeugmotoren der Fall und speziell beim Dieselmotor.

Jetzt sagen sie sicher – dazu haben wir ja Partikel-filter in allen Dieselfahrzeugen. Die aber filtern fast ausschließlich den eher unschädlichen Teil des Feinstaubs, nämlich den Mikrofeinstaub, aus den Abgasen. Die berühmten EURO Klassen erfassen nur Partikel mit  1000 Nanometer Durchmesser und mehr. Genau dort, wo es anfängt überhaupt erst spannend zu werden, hören wir also auf zu filtern und auch zu messen. Wir messen vor allen Dingen die groben Körner. Die schaden uns aber nicht sehr. Wirklich krank macht uns der Nano-Feinstaub den wir nicht messen, nicht regulieren und auch nicht filtern.

Das heißt, aber auch dass die Feinstaub Regeln, denen sich die Transportwirtschaft unterwerfen muss (und die Grenzwerte sind mit EURO 6 ja wirklich streng, wenn man sich den verhältnismäßig groben Staub anschaut) fast vollkommen unwirksam sind um unsere Gesundheit zu schützen. Die Transportwirtschaft muss Unsummen bezahlen um den Standards zu entsprechen und dann haben wir noch nicht einmal etwas davon. Wir haben vielleicht keine schwarzen Fassaden mehr und weil wir den Dreck nicht mehr sehen tangiert er uns auch nicht mehr so. Was ich nicht sehe – gibt es nicht.

aber er wirkt immer ...
aber er wirkt immer …

Wenn Sie aber mit einer Krebsdiagnose konfrontiert werden oder wenn Ihnen ihr Arzt eröffnet, dass ihr Herz in einem sehr schlechten Zustand ist, dann kommt das möglicherweise von schlechten Lebensgewohnheiten. Es ist aber auch nicht unwahrscheinlich, dass es zumindest zu einem gewichtigen Anteil das Resultat dieses ultra-feinen Staubs ist. Aber da ja Feinstaub auch direkt Demenz fördert (er macht uns richtig schön blöd) brauchen wir uns darum vielleicht gar nicht mehr lange Gedanken machen, weil wenn das Hirn nicht mehr richtig funktioniert, dann gibt’s auch keine belastenden Gedanken an Feinstaub mehr. Geschnallt?

Warum aber soll das in einem Alpental nicht besser sein als direkt neben der Südosttangente mit Zieharmonikaeffekt? Einfach. Feinstaub ist bei sehr kleiner Partikelgröße (und davon reden wir ja) nicht mehr wirklich mit Staub wie wir ihn kennen zu vergleichen sondern eher mit einem Aerosol. Normaler Staub steigt auf und setzt sich wieder ab nach einer Weile. Das bedeutet, dass je weiter man von der Quelle weg ist desto weniger davon man abkriegt. Macht Sinn.

Aerosole aber sind Bestandteile der Luft und werden extrem weit getragen. Die Schwerkraft hat nicht den unvermeidlichen Einfluss auf sie wie auf Staub der ja ein Festbestandteil ist. Aerosole sind Gasen ähnlicher und bleiben daher in der Atemluft solange sie nicht von etwas gebunden werden wie zum Beispiel der Wand eines Lungenbläschens.

Damit sind Aerosole wahre Langstreckenflieger. Sie glauben, dass sie ein Stau in Nigeria nicht tangiert? Überlegen Sie einmal. Die produzieren auch ultrafeinen Staub und damit Aerosole, die locker bis zu uns und sonstwohin reisen können. Damit wird Feinstaub so wie CO2 zu einem globalen Problem. Zum Unterschied von CO2 ist Feinstaub allerdings hochgiftig wie wir gesehen haben.

Damit haben sie das Zeug egal wo auf der Welt in fast uniform gleichen Konzentrationen – auch wenn Sie direkt zum Südpol reisen würden. Und kein Pollenfilter entfernt das Zeug aus ihrer Büro- oder Fahrzeugluft, weil die wirklich schädlichen Dinge ja auch viel zu klein sind, als dass herkömmliche Filter sie herausbekommen würden. Das müssten schon sehr teure Spezialfilter sein, aber die kosten wirklich sehr viel Geld. Und die Tür sollten Sie dann auch nicht mehr aufmachen und vor allem die Räume luftdicht abdichten. Etwa so wie einen Atomschutzbunker.

Das wirklich Schlimme ist ja auch, dass dieser Schaden nicht mehr sehr leicht zu reparieren ist. Jeder wird verstehen, dass genetische Schäden so bleiben wie sie sind. Wenn eine Ihrer geschädigten Ei- oder Samenzellen zum Einsatz kommt, dann breitet sich der Schaden auf den gesamten neuen Organismus aus. Das heißt, dass ihr Neugeborenes mit einem Gendefekt zur Welt kommt. Wenn man sich den unglaublichen Anstieg der Dieselfahrzeug-Nutzung einmal vorstellt, dann versteht man auch besser warum in den letzten Jahren so viel mehr Krebsdiagnosen bei jungen Menschen, Asthma-fälle, alle Arten von Gendefekten, Autismus, und einem bunten Sammelsurium anderer großteils unheilbarer Krankheiten zu verzeichnen waren.

Sie sehen, wir können ultra-feinen Staub nicht vermeiden wenn wir ihn einmal produzieren. Der meiste ultra-feine Staub wird allerdings – wie wir schon gesehen haben – bei der sehr heißen Verbrennung in Dieselmotoren erzeugt. Auch wenn der Verkehr nur etwa ein Viertel des gesamten Feinstaubes erzeugt, so sind Diesel-betriebene Schwerfahrzeuge für den großen Löwenanteil der Ultrafeinstaub Emissionen verantwortlich.

Was wäre also das Gegengift – und zwar das einzige Wirksame? Diesen ultra-feinen Staub gar nicht erst entstehen zu lassen. Und das geht nur beim Einsatz von Antriebstechnologien die diesen Stoff erst gar nicht erzeugen. Bei den Verbrennungsmotoren ist das verlässlich nur bei Gasmotoren der Fall. Diese Fahrzeuge erzeugen nahezu keinen Feinstaub (das Motoröl erzeugt noch mikroskopisch kleine Mengen) und auch keine ultra-feinen Partikel. Wo kein Feinstaub ist gibt es auch nichts zu filtern und auch nichts zu messen. Und da nur beim Einsatz von LNG auch Reichweite und schnelle Betankung gewährleistet werden kann, haben wir hier die Silberkugel mit der wir dem Monster Feinstaub endgültig das Licht ausblasen können.

Was für ein Glück, dass LNG als Treibstoff noch alle anderen Abgase entweder auslöscht oder sehr stark absenkt – inklusive CO2, aber das ist eine andere Geschichte.

Mit Feinstaub werden wir die Auswirkungen des Klimawandels nicht zu spüren bekommen, weil wir es nicht überleben werden.

Kumulativer Schaden, weil was drin ist bleibt ja auch drinnen.

Der große EURO 6 Betrug

Der große EURO 6 Betrug

Jetzt ist es soweit. Seit dem 1. September dieses Jahres müssen alle neuen Dieselfahrzeuge die in der Europäischen Union verkauft werden den EURO 6 Standard einhalten. EURO 6 ist bei weitem die strengste Begrenzung schädlicher Substanzen die beim Auspuff eines Fahrzeuges herauskommen dürfen in der EU und er stellt auch einen neuen Weltstandard dar.

Niemals vorher waren Fahrzeuge so sauber und haben die menschliche Gesundheit derart wenig in Mitleidenschaft gezogen. Wir sollten feiern aber halt – warum will einfach keine Feierlaune aufkommen?

Weil wie so oft die Worte und der Geist der neuen Regeln nicht gerade übereinstimmen.

EURO 6 hat die Grenzwerte für Stickoxide (NOx) noch einmal stark abgesenkt und für einige Fahrzeugtypen auch jene für Feinstaubemissionen (PM). Dieselmotoren erzeugen aber von Natur aus sehr viel von eben diesen Substanzen. EURO 6 will uns also einen Dieselmotor verkaufen der sich nicht wie ein Diesel verhalten soll.

Das ist in etwa wie wenn man einen Hund möchte der nicht bellt, nicht mit dem Schwanz wedelt und auch nicht hechelt. Ganz genau. Sowas ist nicht wirklich möglich und wenn man nichts von all dem möchte, dann sollte man sich eher nach einem anderen Tier umsehen.

Ja, ich bin ein Tiger Baby ...
Ja, ich bin ein Tiger Baby …

Bis jetzt haben sich die Motorenbauer darauf verlassen, dass die Emissionsgrenzen nur unter sehr genau geregelten Laborbedingungen kontrolliert werden. Sie nahmen an, dass es reicht den EURO 6 Dieselmotor auf diese künstlichen Parameter einzustellen um von den EU Behörden durch-gewunken zu werden.

EURO 6 war aber weder verhandelt noch geschrieben worden damit die Regeln in einem Labor hingebogen werden. Diese Regeln sollen das Leben der Menschen besser machen. Wenn Motoren diese Grenzwerte nicht im normalen Tagesbetrieb einhalten müssen, dann sind sie auch nichts wert.

Deswegen werden in der EU ab 1. September 2017 sogenannte „rolling tests“ unter Realbedingungen durchgeführt bei denen festgestellt werden soll, ob die Grenzwerte auch wirklich halten. Und ab da wird es spannend.

Motorenbauer auf der ganzen Welt sind sich nämlich über eines im Klaren. Man kann den Dieselmotor in Wahrheit gar nicht sauber machen. Zumindest nicht ohne ihn dabei unwirtschaftlich zu machen. Es wurde schon soviel Technologie in den Dieselmotor gesteckt, dass die komplette Filteranlage vor dem Auspuff schon am Rande des Funktionskollapses steht.

Auch die Untersysteme sind heute an einem Punkt angelangt an dem einfach keine Verbesserungen mehr drin sind, zumindest nicht ohne ein Haufen schlimme Nebenwirkungen zu erzeugen. Egal welchen Parameter man verändert, am anderen Ende werden etliche andere Messwerte laut aufschreien. Die Katze beißt sich sozusagen bei jeder Veränderung in den Schwanz.

Aber immer noch glauben Motorenbauer, dass sie nur ein wenig weiter an den Parametern drehen müssen, damit sie im Teststand wieder einmal durch die Schlingen schlüpfen können. Schon bevor die „rolling tests“ beschlossen wurden war klar, dass der Dieselmotor EURO 7 (was auch immer da drin sein mag) nicht überleben wird.

Heute schon durchgeführte Tests unter Realbelastung zeigen deutlich, dass zwar die NOx Belastungen von EURO 5 und EURO 6 gesunken sind, aber im Durchschnitt immer noch um das etwa 5- fache über den erlaubten Grenzwerten liegen. Da wir uns aber schon jetzt in technologischen Grenzbereichen bewegen, gibt es ernsthafte Zweifel, ob die Grenzwerte überhaupt mit heutiger Technik erreicht werden können. Wenn die Hersteller auch weitere 50% Reduktion schaffen, so reicht das immer noch nicht. Aber gibt es bei einer Maschine in der über 100 Jahre Optimierung steckt überhaupt noch etwas zum optimieren?

Irgendwann müssen selbst die härtesten Dieselfans erkennen, dass wir in einer Sackgasse stecken.

Aber es wird noch schlimmer. Damit Feinstaubgrenzwerte eingehalten werden können, haben die EURO 6 Motorenbauer Druck und Temperatur im Motor ständig erhöht. Eine heißere Verbrennung unter höherem Druck produziert mehr von den wirklich kleinen Partikeln und viel weniger von den Größeren. Mit kleineren Partikeln meine ich alles was unter 2500 Nanometern Durchmesser ist.

Das ist die Untergrenze für Feinstaub und unter dieser Grenze wird nicht mehr sehr viel gemessen und auch noch viel weniger kontrolliert. So mancher Experte meint, dass aufgrund zu grober heutiger Messmethoden alles unter 500 Nanometern schwierig festzustellen ist und unter 60 Nanometern eine echte Herausforderung wird.

Aber es sind genau diese ultrakleinen Partikel die am gefährlichsten sind. Man kann durchaus sagen, dass moderne Umweltgesetze Motorenbauer dazu brachte vom gefährlichen Mikrostaub auf den extrem gefährlichen Ultrastaub umzuschalten.Ich habe schon über die Gefahren bei Ultrastaub geschrieben.

Jeder einzelne Partikel des Nanostaubs ist nicht nur viel gefährlicher als ein einzelner Partikel des Mikrostaubs. Es sind auch sehr viel mehr davon da womit sich das Problem potenziert. Wenn man größere Partikel in kleinere zertrümmert (nichts anderes geschieht im EURO 6 Dieselmotor) gibt es einfach mehr davon.

Warum macht man so etwas Wahnsinniges? Einfach – der sehr feine Staub kann nicht ordentlich gemessen werden und deswegen erscheint es so, als ob weniger Feinstaub da wäre. Außerdem werden die sehr kleinen Partikel nicht mehr nach Anzahl sondern nach Gesamtmasse des Staubes gemessen, was die Motorenbauer so leichter unter der Höchstgrenze durchschlüpfen lässt. Wir vergleichen außerdem Äpfel mit Orangen, weil der feinere Staub ja ungleich gefährlicher ist. EURO 6 macht hier keinen Unterschied.

Nicht genug damit, lesen Sie von meinem Freund Henrik Domanovszky:

So gehts das mit dem Feinstaub ihr Umweltschützer ...
So geht das mit dem Feinstaub ihr Umweltschützer …
Rudolf, wie du weißt, gefährlicher 2,5 Mikrometer Feinstaub ist nur eines von vielen Problemen. Die sehr komplizierte 
und teure Diesel Technologie braucht immer mehr Treibstoff um zu funktionieren und stößt damit mehr CO2, Ammoniak und 
der Anteil der sehr gefährlichen N2O im NOx wird immer höher. Das ist eine schlechte Nachricht für die Erderwärmung da es mit einem Faktor 300 zu den Treibhausgasen zählt. Fahrzeughalter werden allerdings die sehr stark ansteigenden 
Wartungskosten Sorgen machen. Wir sollten schnellstens auf LNG/LCNG/CNG umsteigen!

Die Formel für Motorenbauer ist also, „Hack es in Stücke“. Alles wird dadurch sehr viel schädlicher, aber ist auch sehr schwierig zu messen. Es ist eine sehr perfide Methode unter EURO 6 zu schlüpfen und wird uns am Ende umbringen, aber die Motorenbauer sind an dem Zustand nicht die wahren Schuldigen.

Sie versuchen sich nur aus der Todesumarmung der Umweltschützer zu befreien und geben dem Markt was er will. Eine Ausrede die Politikern erlaubt so zu tun als, ob sie wirklich etwas tun würden um uns vor tödlichen Abgasen zu schützen, der Logistikindustrie erlaubt ohne Unterbrechung weiter zu machen und die Bevölkerung die Todeswolken sanft vergessen lässt.

Wir dürfen uns noch selbst beruhigen und weitermachen wie immer. So muss es zumindest den meisten von uns vorkommen da ich niemanden kenne der die Zeit vor Verbrennungsmotoren noch gesehen hat. Mein Vater hat dieses Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert und auch er kannte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren als Kind. Das ist eine alte Geschichte.

Der Dieselmotor hatte seine Zeit gehabt und wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass wir uns in Zukunft auf andere, saubere Technologien stützen müssen. Es ist das 21. Jahrhundert und wir sollten diese Maschinen des 19. Jahrhunderts hinter uns lassen. Es ist Zeit für LNG vor den Vorhang zu kommen da es nahezu alle oben genannten Probleme aus der Welt schafft.

Und wir können LNG jetzt umsetzen ohne extra dafür zahlen zu müssen. Wie ernst ist uns EURO 6 wirklich?

Wir sind alle Idioten – und ich kanns beweisen

Wir sind alle Idioten – und ich kanns beweisen

Ja, der Titel tut weh, aber um nichts in der Welt möchte ich ihn auch nur ein bisschen abschwächen.

Gleich vorab. Ich möchte mich mit diesem Artikel nicht beliebt machen. Viele Leser werden angepisst sein wenn sie nur den Titel sehen. Aber wie ich schon sagte, ich bin nicht hier um dein zerbrechliches Ego zu umschmeicheln.

Vor einigen Wochen hatte ich eine Diskussion zum Thema Hypo Alpe Adria und ich war gerade dabei über all jene herzuziehen, die wie wir alle meinten, für dieses Fiasko verantwortlich waren. War ganz leicht beliebt zu sein weil wir alle angepisst waren und uns dabei gefallen haben über die Regierung zu schimpfen.

Die Harmonie war getrübt ...
Die Harmonie war getrübt …

Dann schmiss ich eine Granate in die Menge. Ich sagte dass die wahren Schuldigen wir selbst sind weil wir diese Dilettanten nicht nur gewählt hatten sondern weil wir uns diesen Mist auch noch weiter gefallen lassen. Ich trieb es noch ein wenig weiter und sagte dass dies ohnehin nur die übliche Schimpftirade sein würde und dann geht jeder wieder seinem Leben nach. Wir fressen Scheiße und das scheint uns zu gefallen weil wir nicht wirklich etwas dagegen unternehmen. Wir schimpfen und dann kehren wir nur wieder in die Herde zurück und grasen vor uns hin.

Darauf fragte mich jemand ob ich dachte dass sie alle Idioten wären. Ich sagte dass ich dieses Missverständnis lieber gleich aufklären möchte. Ich denke nicht das wir alle Idioten sind, ich weiß es ganz genau.

Wie sonst können wir den Mist den wir seitens der Politik jeden Tag bekommen zwar kritisieren aber dann murren und wieder wie ein Schaf in die Reihe treten? Wie können wir zu Fettes und zu Süßes Zeug in uns reinstopfen und uns dann wundern dass wir an Arterienverkalkung leiden und sterben? Wie können wir die Verbrennungsrückstände von Tabak in unsere Lungen aufsaugen (und das voller Absicht und angeblich mit Genuss) und uns dann wundern wenn wir Krebs bekommen?

Und ja, wie können wir die stärksten Gifte die wir kennen in die Gegend blasen nur damit wir nicht über intelligentere Lösungen nachdenken müssen wie wir uns fortbewegen.

Mann, langsam komme ich mir vor wie eine Schallplatte mit einem Sprung. Die Älteren unter uns wissen sicher noch was eine Schallplatte ist und was passiert wenn sie einen Sprung bekommt.

Diesel ist Scheiße und diese Scheiße füllen wir in fahrende Müllverbrennungsanlagen die wir Fahrzeuge nennen damit wir die hochgiftigen Rückstände dieser Verbrennung besser über Stadt und Land verteilen können damit jeder sehr gründlich vergiftet werden kann. Und wir versuchen uns zu beruhigen indem wir Emmissionsrichtlinen erlassen die vollkommen wirkungslos sind.

Dieses Zeug kann nicht gefiltert werden. Manchmal muss man das Übel mit der Wurzel ausreißen und die Wurzel ist die Verbrennung selbst.

Ich werde hier nicht mehr erklären was Feinstaub und vor allem Nanofeinstaub in unseren Körpern anrichtet und was er aus unseren Kindern macht. Lies meine Artikel in diesem Blog dazu.

Wenn es nur die Verschwörung einiger böser, machtbesessender Verbrecher wäre die diese Welt im Griff haben – aber das ist es nicht. Wir selbst sind es, unsere eigene Faulheit. Unsere eigene Feigheit – unser mangelndes Rückgrat macht uns fett, krank und bringt uns um. Wir können dieser Scheiße nicht entkommen – niemand kann. Auch der böse, machtbesessene Widerling nicht weil Nanofeinstaub keine Grenzen kennt und jeden Filter durchdringt.

Glaub nicht dass es dir besser geht weil du einen Luftfilter im Auto oder zuhause hast. Du bist auch ein Idiot weil wir keine Filter haben die uns wirkungsvoll schützen. Und überhaupt – wollen wir wie Astronauten auf unserem Planeten leben weil die Aussenwelt zu giftig geworden ist? Statt Mondbasen bauen wir dann Erdbasen. Schon den Film „Kampf um die Erde“ mit John Travolta gesehen? Wollen wir in solchen Glashäusern leben?

Unsere Lust am schimpfen ohne jemals etwas tun zu wollen hat uns die Hypo und viel anderes beschert das andere uns eingebrockt haben und wir nun auslöffeln dürfen. Oder waren es wirklich die anderen die uns das eingebrockt haben? Waren es nicht vielmehr wir? Seit vielen Jahren wissen wir schon was passiert – komm schon, du wusstest es auch. Nur weil du dich blind und taub gestellt hast heißt das nicht dass du es nicht gewusst hast.

Nicht hinschauen dann geht's schon weg ...
Nicht hinschauen dann geht’s schon weg …

Aber du hast gehofft du müsstest nichts machen und dass das Problem irgendwie von ganz von selbst verschwinden würde. Hat es aber nicht. Wie kann es auch? Wenn du nicht ganz genau siehst wie sich ein Problem auflösen soll, dann wahrscheinlich weil es sich einfach nicht auflösen will.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Bei Diesel und Feinstaub ist es ja genauso. Irgendwie wussten wir immer schon dass uns dieser Mist umbringen wird aber irgendwie dachten wir dass sich schon alles irgendwie auflösen würde. Wir beruhigen uns indem wir so tun als ob wir das Problem managen könnten. Dabei ist es ja nicht so dass wir keine Lösung hätten. Und diese Lösung kostet uns auch nicht die letzten hart verdienten Kröten sondern sie löst das Problem und macht Transport sogar noch billiger. Diese Lösung heißt CNG für PKW’s und LNG für den Schwer-Verkehr.

Und ganz nebenbei kommen wir so auf den Goldenen Pfad von wahren Null Emissionen. Wir können die schlimmste Scheiße sofort beenden und uns dann Schritt für Schritt in eine noch sauberere und leistbare Zukunft bewegen.

Aber wollen wir das wirklich? Wahrscheinlich nicht – weil wir alle Idioten sind. Oder waren wir nur Idioten und entscheiden uns jetzt – es endlich zu beenden? So wie jemand mit Übergewicht, der eines Tages die Entscheidung trifft nun endlich nicht mehr jede Scheiße in sich reinzustopfen damit die Hose wieder passt. Oder so wie ein schwerer Raucher entscheidet endlich die Glimmstängel zur Seite zu legen damit die Stiegen wieder ohne zuviel Gekeuche funktionieren?

Wir haben es in der Hand denn wir können selbst entscheiden ob wir weiter Idioten sein wollen oder ob wir sagen – ES REICHT. Es geht auch anders.

Freiwillig werden Politiker nicht das tun wofür sie bezahlt werden. Dafür machen es ihnen wir Idioten viel zu einfach. Einfach nur vor jeder Wahl lieb schauen und auf verständnisvoll tun hat ja bis dato offensichtlich auch gereicht. In Wahrheit kümmern sie unsere Anliegen einen ganzen Scheiß und dass ganze Jahr über zeigen sie uns das auch sehr eindrucksvoll indem sie uns ganz frech anlügen und wir lassen uns den Mist gefallen.

Hört endlich auf euch selbst anzulügen. Energie und Mobilität müssen nicht teuer sein und schon gar nicht müssen sie uns umbringen. Wird Zeit dass wir den Idioten in uns überwinden und die Entscheider zwingen, etwas zu tun. Es liegt rein nur an uns.

Bis in die Zellkerne – wie uns Dieselabgase zu Mutanten machen

Bis in die Zellkerne – wie uns Dieselabgase zu Mutanten machen

Wir alle denken, dass Umweltschutz nichts ist was uns direkt betrifft. Was schert es mich schon, wenn einige Eisbären am Nordpol mehr schwimmen müssen oder der Regenwald stirbt wo doch die Schweinshaxe so gut schmeckt. Die gute Laune muss ich leider trüben. Weil Umweltschutz immer mehr zum Selbstschutz wird.

Mit der Einführung moderner Direkteinspritzer und sogenannter sauberer Dieselmotoren werden wir von einer gewaltigen Flut an ultrakleinen Partikeln überschwemmt, die uns bis in die Zellkerne verändert. Und das meine ich genauso wie ich es hier sage.

Sowohl der Benzinmotor, aber noch viel mehr der Dieselmotor sind Produzenten von Feinstaub. Bis hier nichts Neues. Auch die Unterschiede zwischen dem gröberen Feinstaub (über 2,5 Mikrometer) und der wesentlich feineren Sorte (unter 2,5 Mikrometer und bis zu 0,001 Mikrometer) habe ich auch schon bis zum Erbrechen rezitiert.

Ultrafeinstaub macht das ...
Ultrafeinstaub macht das …

Die modernen, sogenannten sauberen Motoren fahren allerdings alle mit sehr viel höherer Betriebstemperatur und produzieren somit auch mehr kleinere  und weniger größere Partikel. Das ist gut für die Fahrzeugbauer, weil die kleinen Partikel weitaus weniger ins Gewicht fallen bei der Abgasmessung. Das ist ein Paradox, weil gerade diese Partikel die schädlichsten sind. Verfolgen wir doch so ein ultrakleines Partikel in den Körper.

Nennen wir es „Spooky“. Spooky ist ein wirklich kleiner Geselle. Er ist nur 5 Nanometer groß. Die Relationen werden bei der Reise etwas verständlicher.

Spooky wurde in einer heißen Umgebung unter sehr viel Druck im Inneren eines Dieselmotors geboren. Gleich nach der Geburt musste er durch einen Hindernislauf an Geräten. Im Katalysator hat er sich etwas Palladium einverleibt und im Partikelfilter noch ein wenig Dioxin. Bei der Geburt war Spooky gerade einmal einen Nanometer groß.

Als er den Auspuff verließ, kühlte Spooky sehr stark ab und konnte sich so gleich mit mehreren Artgenossen zu einem größeren Spooky zusammenschliessen. Jetzt, seine vollen 5 Nanometer erreicht, war er neugierig die Welt zu erkunden. Spooky  ist sehr leicht und somit hat die Gravitation auch nicht sehr viel Wirkung auf ihn. Die Luft ist sowas wie Wasser für ihn und er steigt weit hinauf. Die Winde nehmen Spooky auf eine mehrere Hundert Kilometer lange Reise in ein entferntes Alpental mit. Dort, auf einer entlegenen Alm trifft Spooky Josef, einen Senner der gerade beim Heu mähen ist.

Als Josef gerade mit dem Traktor fährt wird Spooky durch seine Atmung angesaugt, zusammen mit etlichen Milliarden anderer Partikel so wie er.

Vorbei ging es an den Bronchien wo sich die großen Brüder verabschiedeten, weil sie in den Schleimhäuten hängen blieben. Bis ins Lungenbläschen verabschiedeten sich noch einige seiner Partikelkollegen, aber die meisten – vor allem die Feinstpartikel –  kamen mit ins Lungenbläschen. Dort flog Spooky geradewegs in die Membran. Da er so klein ist passte er wunderbar durch einen der Kanäle wo Sauerstoff und CO2 ausgetauscht werden. So ging es direkt ins Blut. Ein Lungenbläschen ist verglichen mit Spooky schon eine beachtliche Angelegenheit. Seines war 100 Mikrometer im Durchmesser. Das war 20.000 Mal größer als er selbst. Das ist in etwa so, als ob ein ausgewachsener Durchschnittsmann in einer Blase – der Größe von etwa mehr als Wien- herumfliegen würde.

Im Blut war es gemütlich. Spooky reiste auf einem roten Blutkörperchen mit. Viele der anderen Partikel sind bei einem Makrophagen (weiße Fresszelle) hängengeblieben und haben bei dem eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Später werden etliche solcher Fresszellen im ganzen Körper für latente Entzündungen sorgen und Herzbeschwerden bis hin zum Herzinfarkt und andere Infekte auslösen.

Spookys rotes Blutkörperchen war 8 Mikrometer groß. Das ist immer noch 1600 mal größer als Spooky selbst. Das ist so als ob einem Mann beim Schwimmen ein Berg von der Größe der Zugspitze begegnet. Der Makrophage der Spooky bei der Lunge begegnete war doppelt so groß. Schon ein wenig schaurig. Aber auch das rote Blutkörperchen war von Spookys Geschwister besetzt und hatte Mühe seinen Job, Sauerstoff in die Organe zu bringen, ordentlich zu erledigen.

Mann sind die klein ...
Mann sind die klein …

Aufgrund seiner Kleinheit schlüpft Spooky mühelos durch die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn schützt. Am Gehirn angekommen dringt Spooky in ein Neuron (eine Gehirnzelle) ein. Auch das war nicht sonderlich schwer, da die Kanäle die Stoffe in die Zelle und aus der Zelle herauslassen, bis zu 40 Nanometer groß sind. Das ist für Spooky in etwa wie wenn ein Mann durch das Riesentor des Stephansdoms spaziert. Nicht gerade beengend.

In der Zelle ist mächtig Platz. Spooky ist auch nicht allein. Etliche tausend seiner Artgenossen haben es in die Zelle geschafft und reisen weiter. Er kommt an einer Mitochondrie vorbei (ein Zellkraftwerk) die etwa 200 Mal größer war als er. Immer noch so groß wie das Empire State Building verglichen mit einem Menschen. Etliche von Spookys Geschwistern haben es sich im Mitochondrium gemütlich gemacht. Dort liegt freie DNA die Spookys Geschwister nun verändern, womit das Mitochondrium statt ATP (Adenosintriphosphat oder der Stoff der uns am Leben hält) andere Gifte erzeugen. Das Mitochondrium ist somit von einer Quelle der Energie und Kraft zu einer Giftschleuder geworden.

Spooky schwimmt weiter und begegnet noch etlichen anderen Organellen denen es nicht viel besser ergeht wie unserem armen Mitochondrium. Am Zellkern angekommen schlüpft Spooky durch einen der Isotopenkanäle, der immerhin noch 10 Nanometer oder doppelt so groß wie er selbst ist. Nur noch die kleinsten Geschwister – so wie Spooky selbst – sind jetzt noch da, aber da es ja so unglaublich viele waren ist keine Zeit sich einsam zu fühlen. Die DNA lag vor Spooky und weil es so klein ist, kann es auch ein paar Basenpaare herausschießen und so eine Mutation hervorrufen. Spooky hat Krebs ausgelöst und seinem Träger schwere Zeiten beschert.

Unsere Geschichte zeigt sehr deutlich, dass ultrakleine Partikel aus Dieselmotoren im Körper keine Schranken finden. Der Körper kann sich seiner auch nicht entledigen. Erst das Skalpell des Chirurgen wird Spooky zusammen mit dem Tumor entfernen. Diese Geschichte findet jeden Tag viele Milliarden Male statt. Das Resultat sind mindestens 8000 Tote jedes Jahr in Österreich allein. Das ist mehr als alle Verkehrstoten zusammen.

Aber es muss nicht so sein. Schaffen wir den Dieselmotor ab und verhindern so, dass uns noch viele weitere Spookys durchdringen. Du selbst trägst schon Milliarden über Milliarden von Spookys in Dir spazieren und Du gibst sie an Deine Kinder weiter. Eines Tages wird Spooky auch Dich umbringen.

Für unsere Kinder – und auch für uns selbst

Für unsere Kinder – und auch für uns selbst

Seit fast 2 Jahren sind wir unterwegs, um das Leben in Österreich etwas erträglicher zu gestalten und es ist Zeit eine harte Position einzunehmen.

Feinstaub ist für alle Menschen hochgiftig, aber das Bewusstsein dafür scheint in der Bevölkerung noch nicht wirklich zu existieren. Man nimmt es als etwas wahr, das maximal ein wenig stört. Nicht aber als etwas, das einen schwer krank macht.

Wenn man hört, dass Feinstaub Lungenkrebs verursacht, dann klingt das zwar schockierend, solange man davon allerdings nicht selbst betroffen ist, verdrängt man das recht schnell wieder. Von all den anderen Leiden hört man, aber nichts in unseren Massenmedien.

Nano-Feinstaub in action ...
Nanofeinstaub in Aktion …

Nehmen wir den Herzinfarkt. Er ist der größte Killer der Welt – an keinem anderen Leiden sterben mehr Menschen. Herzinfarkt wird als Resultat ungesunder Lebensweise dargestellt und diese Darstellung ist nicht vollkommen falsch. Nur vergisst man dazu zu sagen, dass Feinstaub das Herzinfarktrisiko raketenartig in die Höhe schießen lässt. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass vor allem Ballungsräume mit hohen Feinstaubwerten eine deutlich kränkere und schneller sterbende Bevölkerung aufweisen. Der Zusammenhang liegt auf der Hand.

Aber zusätzlich gibt es auch an feinstaubstarken Tagen besonders viele Tote. Warum ist das so?

Nanofeinstaub (die neuen sogenannten supersauberen Dieselmotoren produzieren mehr davon als jeder Motor zuvor) dringt direkt durch die Lungenbläschen in den Blutstrom ein. Dort bindet er das Blutplasma (die Flüssigkeit in der die Blutkörperchen schwimmen) und verdickt so das Blut. Dabei bilden sich Thromben (Klumpen im Blut) die dann Gefäße verstopfen. Wenn das Herz oder die Lunge oder auch das Gehirn betroffen sind, wird es lebensgefährlich. Studien haben gezeigt, dass es weniger als zwei Stunden nach Einatmen gebraucht hat um die Thromben zu bilden.

Und Sie können sich auch in Innenräumen davor nicht schützen. Ultrafeinstaub ist unter 70 Nanometer Partikelgröße ein Aerosol und somit Bestandteil der Luft. Diese Partikel sind auch nur sehr schwer zu filtern. Messungen haben ergeben, dass die Feinstaubkonzentration in Ballungsräumen innen genauso hoch wie außen ist. Sie können die Fenster also ruhig auch neben einer stark befahrenen Straße aufmachen. Das Einzige, was Sie vielleicht ein wenig dämpfen, ist der Lärm.

Diese ultrakleinen Nanopartikel reisen auch sehr weit. Da sie ein Gas und nicht mehr ein traditioneller Feststoff sind, sinken sie auch kaum mehr ab. Damit verteilen sie sich rund um den Globus.

Bleiben wir bei uns.

Besonders gefährdet sind vor allem Kinder und Jugendliche. Ihre Körper sind in der Wachstumsphase richtige Staubsauger für diese Partikel die sie dann in ihrem Gewebe einlagern. Sobald die Nanopartikel einmal in Zellen gespeichert sind, sind sie nur sehr schwer wieder loszuwerden. Das geht nur über eine Ausleitung, was sehr mühsam und alles andere als angenehm ist.

Wir erleben eine noch nie dagewesene Welle tiefgreifender Entwicklungsstörungen bei Kindern wie Autismus, ADHS oder Lerndefizite in einem Ausmaß wie es sie noch nie gegeben hat. Dr. Kanner, der Arzt der den Autismus die moderne Definition gegeben hat, meinte noch in seinem ganzen Leben nicht mehr als 30 Autisten getroffen zu haben. Das war in den dreißiger Jahren.

Autismus-Ärzte und Therapeuten machen diese Zahl heute fast im Monat. Sicher wird heute überdiagnostiziert. Aber um über 10.000%?

Wir haben auch einen astronomischen Anstieg an allen Arten der Persönlichkeitsstörung. Forscher haben den Zusammenhang zwischen Geistesstörungen und Krankheiten bis hin zur Demenz in meterdicken Studien klar erwiesen. Bei Versuchen der Universität Freiburg wurden die Nanopartikel 2 Stunden nach Einatmen an den Neuronen festgestellt wie sie Synapsen auflösen. Nanopartikel machen also definitiv dumm, und das nicht im übertragenen Sinne des Wortes.

Die WHO ging 2012 soweit die Abgase aus der Dieselverbrennung auf die selbe Stufe mit Asbest, Arsen und Senfgas zu stellen. Jeder Atemzug kostet Sie Hirn und Leben – Atmen ist lebensgefährlich geworden. Und statt mit den neuen Emissionsrichtlinien Licht am Ende des Tunnels zu sehen, wird es offenbar immer schlimmer.

Klein und tödlich ...
Klein und tödlich …

Bei Feinstaub gibt es keine Toleranzgrenzen. Egal welche Menge, Feinstaub wird unseren Organismus schädigen. Das ist nicht wie bei CO2, das normaler Bestandteil der Atmosphäre ist. CO2 schädigt den Menschen nicht direkt. Er atmet es ein und aus, ohne Probleme. Und Pflanzen bauen es aus der Atmosphäre wieder ab. Und doch haben wir so viel Angst davor.

Feinstaub ist sehr viel schlimmer. Es gibt keine natürlichen Nanopartikel, also konnte der Körper nie lernen damit umzugehen. Und er ist in jeder Konzentration giftig und wird auch nicht abgebaut. Wir müssen ihn vermeiden.

Zuerst brauchen die Kinder, die Alten und die Kranken Schutz. Daher unsere Vorschläge und da ich aus Wien komme, mache ich daraus gleich Forderungen an die Wiener Politik.

  • Keine Dieselfahrzeuge vor Schulen, Kindergärten, Kindertagesheimen, Spielplätzen und Krankenhäusern im Umkreis von 100 m ab Außengrenze des jeweiligen Etablissements oder Orts.
  • Die Stadt Wien etabliert eine Karte mit all diesen Einrichtungen und den entsprechenden Exklusionszonen und stellt diese online.
  • Errichtung von Warnschildern ab wo man mit Dieselfahrzeugen nicht mehr fahren darf;
  • das gilt für alle Dieselfahrzeuge, auch EURO 6, weil jene die größten Nanopartikel-Schleudern sind.
  • Verpflichtung zum schrittweisen Ausstieg aus Diesel im öffentlichen Verkehr mit einem klaren Stufenplan und einem verpflichtenden Zeitpunkt ab wann der Vollausstieg erreicht sein muss.
  • Neue Messvorrichtungen für speziell Nanofeinstaub an zumindest 20 neuralgischen Punkten in Wien mit sofortiger Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer eigens einzurichtenden Website.
  • Warnsystem bei Überschreiten der Grenzwerte mit Nachrichtensendungen zu denen sich alle Sender verpflichten müssen (Gesetzesänderung dahingehend).
  • Mindestmessgröße für Nanopartikel soll 0,001 Mikrometer sein.
  • Neu zu etablierende Grenzwerte für Nanofeinstaub (das gilt für Fahrzeuge außerhalb der Schutzzonen in denen Dieselfahrzeuge noch fahren dürfen, Dieselfahrzeuge können niemals Nanofeinstaubfrei betrieben werden – das Ziel muss daher der vollständige Ausstieg aus Diesel sein, aber uns ist klar, dass dies nur schrittweise möglich sein wird).
  • Plakette für alle Gas- und Elektrofahrzeuge die keinen Feinstaub produzieren (alle anderen dürfen nicht in die Schutzzonen).
  • Strafkataloge für alle Fahrzeuge die in die Zonen einfahren mit Fahrzeugstilllegungen und Geldstrafen (bei LKWs ist elektronische Überwachung durch GPS zu überlegen).
  • Partikelsteuer von 60 Cent pro Liter Diesel und 40 Cent pro Liter Benzin beim Treibstoffverbrauch zusätzlich zu dem was heute kassiert wird. Verpflichtung, dass feinstaubarme Treibstoffe keine solche Steuer zahlen müssen.
  • Zweckbindung der Partikelsteuer für die Umsetzung der oben genannten Maßnahmen sowie fürs Gesundheitsbudget.

Starker Tobak? Sicherlich – aber es ist auch unser Leben das davon abhängt. Und vergessen wir nicht – mit Erdgas oder noch besser Biogas haben wir eine Alternative die – schon jetzt billiger als Diesel – funktioniert.

Die Wirtschaft bräuchte sich also nur umzustellen. Auf lange Sicht spart das Geld und rettet ihr Konsumenten, denn Wahnsinnige und Tote sind keine guten Klienten. Und Wähler auch nicht.

Fahrverbote wegen Feinstaub – was ist das eigentlich?

Fahrverbote wegen Feinstaub – was ist das eigentlich?
Ab in die Lungen, ins Blut, ins Hirn ...
Ab in die Lungen, ins Blut, ins Hirn …

In der französischen Hauptstadt sowie in mehreren anderen französischen Städten wurden Fahrverbote verhängt. Abwechselnd dürfen Fahrzeuge mit geraden und ungeraden Nummern in der Stadt selbst und in den umliegenden Gemeinden nicht fahren. Lokales französisches Fernsehen zeigt pausenlos Bilder des Eiffelturms der nur noch durch einen milchig gelben Schleier zu sehen ist und die Umweltorganisationen freuen sich. Kraftfahrervereinigungen protestieren lautstark, aber das will niemand mehr hören.

http://derstandard.at/1392688376299/Fahrverbote-in-Paris-wegen-Feinstaub-Belastung

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/fahrverbote-in-paris-hauptstadt-reagiert-auf-feinstaubbelastung-a-958912.html

Nur Elektrofahrzeuge, Gasfahrzeuge (ja auch LNG) und Hybridfahrzeuge dürfen immer fahren. Vor allem die Elektro- und die Gasfahrzeuge erzeugen ja bekannterweise keinen Feinstaub und der ist auch der Grund für diese Fahrverbote.

Nach all den Umweltzonen in Deutschland und etlichen anderen ähnlichen Maßnahmen in Norwegen ist das nun der nächste Schlag der Bürger gegen die immer schlimmere Belastung durch diese hochgiftige Substanz. Und es wird bei Gott nicht die Letzte sein. In Norwegen wird schon seit einiger Zeit mit lokalen Fahrverboten für Dieselfahrzeuge experimentiert und auch die deutschen Umweltzonen machen deutschen Frächtern das Leben immer schwerer.

Aber warum gerade Fahrverbote? Wir alle kennen die Statistiken über die Feinstaubproduktion. Verkehr scheint nicht gerade als der größte Gesamtverursacher auf. Das stimmt, aber die Verbrennung von Diesel und Benzin produziert mit Abstand die gefährlichsten aller Partikel.

Warum ist das so?

Die meisten kennen den Ausdruck Feinstaub. Die meisten wissen auch, dass dieser nicht sehr gut für uns ist. Weniger bekannt ist, dass Feinstaub sich in mehrere verschiedene Gattungen unterteilt, von denen einige fast schon harmlos und andere zu den stärksten Giften zählen die der Mensch kennt. Während man Pollen ganz beruhigt einatmen kann (außer man ist Allergiker), genügen schon wenige Mikrogramm gewisser Substanzen um einen groß gewachsenen Mann auf der Stelle zu töten.

Oberflächlich kann man groben Feinstaub von ultra-feinem Feinstaub unterscheiden. Allgemein wird gesagt, dass Partikel von 10 Mikrometern (ein Mikrometer ist ein tausendstel Millimeter) oder größer zum Feinstaub, während jene unter 2,5 Mikrometern zum Ultra-Feinstaub gehören. Die Unterscheidung ist wichtig, weil unter 2,5 Mikrometern die Partikelgröße für die Abgasmessungen nicht mehr relevant ist.

Paradoxerweise wird die Situation mit der Einführung neuer und sauberer Dieselmotoren noch einmal schlimmer, weil sich die offiziellen Messungen um den ultra-feinen Staub gar nicht kümmern. Der meiste und gefährlichste Feinstaub entsteht im 10 – 100 Nanometer-bereich und da sind wir sehr weit unter dem Partikel-Grenzwert von 2500 Nanometern oder 2,5 Mikrometern. Die gängigen Messgeräte können die feineren Partikel noch nicht einmal messen, weil diese nur die Rauchtrübung der Luft erfassen und ultra-feine Partikel Aerosole sind die die Luft nicht trüben.

Diese ultra-kleinen Partikel sind allerdings extrem gefährlich, einerseits weil sie alle Verteidigungssysteme des Körpers einfach umgehen und so schnell und mühelos alle Zellen unseres Körpers erreichen, und andererseits auch weil sie neben Krebs noch eine ganze Anzahl anderer schwerer Krankheiten wie Asthma, Gehirnschlag, Herzinfarkt oder Alzheimer auslösen verschlimmern oder gar auslösen. Wie genau das geht wird in Folgeartikeln näher beschrieben.

Diesel, go to hell ...
Diesel, go to hell …

Jetzt könnte man sehr schnell sagen, dass es zu Benzin und Diesel keine Alternative gibt – zumindest keine leistbare. Wir alle wissen, dass das nicht stimmt. CNG (also Methangas unter Druck) ist eine, bei kleineren Fahrzeugen und Lieferwagen, sehr ausgereifte und etablierte Lösung. Für alles was ein wenig größer ist (Lkws, Busse oder schweres Gerät) gibt es LNG (also super-kaltes und deswegen flüssiges Methangas ohne Druck).

Wie ich schon unzählige Male geschrieben hatte – die Tage des Dieselmotors sind gezählt. Und auch jene des Benziners. Wir eröffnen eine neue Ära des Transports auf jeder Ebene und LNG wird einer der Superstars sein. Vor allem weil es so sauber verbrennt und weil es auch so sicher und technisch ausgereift ist. Vergessen wir nicht, dass mancherorts bereits seit Jahrzehnten mit LNG gefahren wird.

Und damit gehören sowohl die Feinstaub Thematik und die Schwefeloxide (erinnert sich noch wer an den sauren Regen?) endgültig der Vergangenheit an und mit ein wenig Arbeit an Biogas- sowie Stickoxid-Eliminierung kriegen wir das CNG/LNG Vehikel auch noch Emissions-frei. Ja, Sie lesen richtig. Ein Fahrzeug das sich tankt und fährt wie alles was Sie bis dato kannten wird auf einmal Emissions-frei.

Sie fragen sicher – aber das kommt doch alles zu einem Preis. Wahrscheinlich sind die Fahrzeuge so teuer, dass sie keiner zahlen kann. Nicht mehr. Die extrem komplexe Filtertechnik (die nebenbei gar nicht funktioniert, aber dazu mehr in einem anderen Artikel) hat beim Diesel eben auch ihren Preis und die Gas-Vehikel sind nur deswegen teurer weil sie in extrem kleinen Serien gebaut werden.

Mit größeren Serien geht auch der Preis runter. Langsam schließt sich die Schere und nicht mehr lang, dann ist der Gaswagen auch in der Anschaffung ein billigeres Fahrzeug. In der Haltung ist er es heute schon.

Desweiteren ist der Treibstoff deutlich billiger. Hoch-reines LNG in Österreich verflüssigt, muss nicht mehr kosten als Diesel und langfristig wird es wohl billiger. Wie es in den USA heute schon der Fall ist.

Und vergesst nicht – mit einem Gasfahrzeug seht Ihr das nächste Fahrverbot ganz locker. Vielleicht genießt Ihr es gar, weil dann nicht mehr so viele Autos unterwegs sind und Ihr weniger Staus habt und auch das hat seinen Preis, aber das ist eine andere Story.

Ist Dieselverschmutzung eine Menschenrechtsverletzung?

Ist Dieselverschmutzung eine Menschenrechtsverletzung?

Am 3. September 1953 trat die Europäische Menschenrechtskonvention (MRK) in ihrer Grundfassung in Kraft. Obwohl es lange dauerte bis aus einem eher theoretischen Schriftstück ein integraler Bestandteil der nationalen Rechtsordnungen wurde, so sind heute die meisten Bürger Europas in der Lage die MRK vor nationalen Gerichten zu nutzen, um ihre Anliegen und Rechte durchzusetzen oder sich vor Missbrauch zu schützen.

Artikel 2 der MRK schützt das Leben der Menschen an sich. Das regelt die Gewaltrechte des Staates und von Privatpersonen gegenüber allen Menschen in den Vertragsstaaten. Auch wenn die ursprüngliche Fassung von Artikel 2 noch die selektive Anwendung der Todesstrafe vorsieht, so wurde auch diese Möglichkeit mit dem 6. und dem 13. Zusatzprotokollen abgeschafft.

Zurück zur – für normale Menschen – verständlichen Fassung. Der Staat darf Dich nicht töten und muss Dich auch davor schützen von anderen getötet zu werden. Heute wird das als eine sehr starke Schutzpflicht des Staates gegenüber dem Einzelnen interpretiert und gelebt.

Was hat das alles mit LNG zu tun? Mehr als man auf den ersten Blick wahr haben möchte.

Wollen wir das?
Wollen wir das?

Alle europäischen Volkswirtschaften verlassen sich auf Diesel als grundlegenden Treibstoff, um alles in Bewegung zu halten. Einst als Retter der Umwelt und unserer Gesundheit gepriesen hat Diesel sein grünes Image inzwischen eingebüßt und nicht nur das. Es hat sich deutlich ins Negative verkehrt weil man heute weiß, dass Dieselabgase zum giftigsten gehören was man in die Luft blasen kann. Nicht umsonst hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2012 Dieselabgase als genauso giftig und krebserregend wie Arsen, Senfgas oder Asbest eingestuft.

Nun wird gerne entgegnet, dass genau deswegen die verschiedenen Luftreinhaltegesetze eingeführt wurden, welche Fahrzeughalter dazu verpflichten diese extrem giftigen Abgase zu filtern, damit nicht mehr ganz so viel von diesen Giften in die Umwelt gelangt.

Alles wird aber eben nicht gefiltert – ich denke weil das gar nicht wirklich geht. Das liegt bei gewissen Dingen wie Feinstaub in der Natur der Dinge.

Feinstaub ist eine der giftigsten Substanzen die wir unserem Körper antun können und es ist auch genau dieser Feinstaub der die extrem giftigen Bestandteile der Abgase bildet, welche die Weltgesundheitsorganisation 2012 als extrem krebserregend und giftig eingestuft hat.

Ganz besonders giftig ist dabei der Ultrafeinstaub – das sind Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern. Das ist in etwa so groß wie eine durchschnittliche Bakterie. Die meisten Partikel sind zwischen 0,01 und 0,1 Mikrometer groß und diese sind auch bei weitem die gefährlichsten. Wie Feinstaub genau wirkt erkläre ich in einem anderen Artikel ausfühlicher. Hier sei nur erwähnt, dass ultrafeiner Staub absolut tödlich ist. Er dringt in alle Zellen unseres Körpers ein, weil er so klein ist, er bindet sich an alles im Körper und ist schwer wieder loszuwerden, und er ist beladen mit Chemikalien die auch unser Erbgut verändern.

Dieser ultrafeine Staub wird nicht gefiltert und gelangt auch mit den besten Filtern nahezu ungehindert ins Freie und somit in unsere Lungen, ins Blut, ins Gehirn und alle anderen Organe. Paradoxerweise produzieren die neuesten, sogenannten sauberen Dieselmotoren am allermeisten von den allerschädlichsten Teilchen, was mit der Betriebsart zusammenhängt. Aber auch dazu mehr in einem anderen Artikel.

In Indien ging 2004 der Supreme Court soweit festzustellen, dass diese Verschmutzung ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Leben ist und hat die indische Regierung damit beauftragt schrittweise aus der Verwendung von Diesel auszusteigen. Das hat aber die letzten Jahre zu einem wahren Gasboom in diesem Land geführt. Hier noch einmal die wichtigste Passage aus der Entscheidung der indischen Höchstrichter:

It was because of the Supreme Court that the right to life and liberty, a fundamental right under Article 21, came to include the right to a healthy environment. As a result, an individual can approach it directly when the public interest is at stake due to environmental harm.

Auch in Kalifornien und in Hongkong haben Gerichte festgestellt, dass die Belastung durch Dieselabgase den Menschen nicht zuzumuten ist, und dass solche Verschmutzung ein eklatanter Verstoß gegen das Recht auf Leben ist. Wie sieht es also hier bei uns in Europa aus?

Nichts dergleichen bis jetzt. Wir haben in der MRK zwar eine der klarsten gesetzlichen Regelungen die alle europäischen Staaten in denen die MRK wirksam ist dazu verpflichtet ihre Bewohner vor körperlichen Schaden zu schützen. Spätestens ab 2012 (Erklärung der WHO) hätte sich etwas tun müssen.

Im Fall L.C.B. gegen das Vereinigte Königreich stellte der Europäische Gerichtshof der Menscherechte (EGMR) fest, dass der Staat verpflichtet ist vermeidbare Lebensgefährdungen zu verhindern und er ist auch verpflichtet sowohl vorsätzliche als auch fahrlässige Tötung durch Rechtsvorschriften zu verbieten, durch seine Behörden Verstöße gegen diese Normen zu verhüten, zu unterbinden und zu bestrafen.

Wieviele müssen noch sterben?
Wieviele müssen noch sterben?

Mit den geltenden Luftreinhaltenormen werden Dieselabgase allerdings nur reguliert – es geht darum was und wieviel davon in die Umwelt geblasen werden darf. Bei CO2 z.B. ist das meiner Meinung nach OK, weil es ja auch nicht das Überleben an sich direkt bedroht. CO2 ist kein Menschengift, sondern nur ein Treibhausgas welches sich in der Atmosphäre auch noch recyclen lässt.

Bei Dieselfeinstaub – der uns selbst in kleinsten Mengen umbringt – muss man die Verschmutzung gänzlich verhindern. Dieses Gift ist selbst in kleinen Mengen tödlich, wovon die etwa 8000 Toten durch Dieselabgase in Österreich (das ist mehr als durch Unfälle) eindrucksvoll bezeugen können.

Einige Länder in Europa nehmen bereits konkrete Schritte. Die Niederlande beispielsweise führt LNG als Treibstoff ein das bekanntlich feinstaubfrei verbrennt. In Norwegen wird es aufgrund der immer öfteren Dieselsperren und Emissionszonen immer schwerer Diesel zu benutzen.

Im Fall Öneryildiz gegen die Türkei befand der EGMR das Recht auf Schutz vor einer Gefahr, die der Staat kennen konnte, als verletzt weil beispielsweise die Behörden von der Gefährlichkeit einer Mülldeponie wussten. Seit 2012 muss klar sein, dass der Staat von der Gefährlichkeit von Dieselabgasen wissen muss. Unwissenheit schützt, aber auch hier nicht prinzipiell vor Strafe. Der Staat muss wissen wozu er sich verpflichtet hat.

Die MRK verpflichtet den Staat geeignete Maßnahmen zu treffen, um uns vor einer tödlichen Gefahr zu schützen. Nur die Menge an Gift zu verringern kann nicht ausreichend sein. Die Gefahr muss gebannt werden. Und die Ausrede, dass es keine Alternative gibt zieht nicht. LNG kann jederzeit einspringen und alles tun was Diesel heute tut. Mit dem Unterschied, dass es sauber und sogar billiger ist. Und das schützt noch ein anderes Menschenrecht – nämlich das Recht auf ein menschenwürdiges Leben nach Art 8 MRK.

Filtern funktioniert nicht – Feinstaub bringt dich um

Filtern funktioniert nicht – Feinstaub bringt dich um
Jeder der hier ich zum ersten Mal ist kennt die Story. Diesel ist Müll der in einer fahrenden Müllverbrennungsanlage (den Dieselmotor) verbrannt wird, wobei Unmengen hochtoxischer Abfälle anfallen, die dann durch den Auspuff ins Freie entsorgt werden. Weiter geht‘s durch die Luft in unsere Lungen und einiges davon (mit Abstand die giftigsten Bestandteile der Abgase) findet sich am Ende in unserem Blut, unseren Muskeln, unseren Knochen, unseren Organen und auch im Gehirn, wo es sich ansammelt und uns langsam umbringt.

Die kleinsten Partikel dringen bis direkt in die Zellkerne vor und schmuggeln sich dort in unsere DNA (Erbgut) was soviel heißt, dass uns Dieselabgase langsam zu Mutanten machen. Die genaue Story von der Reise eines Dieselpartikels gibt es in einem anderen Artikel.

Dieselverbrennung erzeugt nun einmal Unmengen dieser Gifte. Um die immer strenger werdenden Emissionsgesetze wie zum Beispiel die EURO6 Norm einhalten zu können, werden Dieselmotoren zu wahren Technik- Monstern. In erster Linie kümmern wir uns nur einen sehr kleinen Anteil dessen was den Motor als Abgas verlässt.

Deine täglich Dosis kriegst du heute ...
Deine täglich Dosis kriegst du heute …

Der überwiegende Teil der ausgestoßenen Abgase sind reiner Stickstoff – 72% um genau zu sein. Dann kommen noch weniger als 20% CO2 und etwa 8% Wasserdampf. Habt Ihr mitgezählt? 72 plus 20 plus 8 – das macht 100%, aber weil es ja sowohl beim CO2 als auch beim Wasserdampf jeweils ein bisschen weniger ist, bleiben es 99,913 Prozent. Der verbleibende Rest sind 0,087 Prozent und das sind hauptsächlich Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Partikel (bei uns auch gern Feinstaub genannt). Dabei nehmen wiederum Stickoxide und Kohlenmonoxid mit 0,086 Prozent den Löwenanteil ein und alles andere – inklusive allen Feinstaubes – sind nur 0,001 Prozent.

Zum Vergleich. Eine Flasche Römerquelle Wasser enthält in der Regel 1,5 Liter. Etwas mehr als ein Liter davon wäre Stickstoff und etwas mehr als ein 1/4 Liter wäre CO2. Etwa ein Fingerhut voll wären Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Feinstaub. Der Feinstaub allein ist dann nicht mehr als das Volumen einer Micro-SIM Karte. Vergessen wir nicht: eine Micro-SIM Karte in einer 1,5 Liter Flasche.

Nicht wirklich viel, oder? Vor allem wenn man es mit dem Inhalt einer 0,33 Liter Cola Flasche vergleicht, dass das CO2 symbolisiert.

Dieser Hauch von Feinstaub hat es allerdings in sich. Anders als beim CO2 ist Feinstaub hochgiftig. Und auch Feinstaub als solches ist keine homogene Substanz. Grob gesagt kann man zwischen normalen Feinstaub und dem ultrafeinen Staub unterscheiden. Die derzeitigen Emissionsregeln messen nur die Gesamtmasse des Feinstaubes ohne sich jedoch um die Partikelgröße zu kümmern.

Warum ist das wichtig? Nun, generell kann man sagen, dass je kleiner ein Partikel ist, desto tiefer der in unseren Körper eindringt. PM10 (Partikel mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 10 Mikrometern oder einem Hundertstel Millimeter) bleibt in den Bronchien hängen und reizt die Schleimhäute. PM2,5 (ihr wisst schon – halt mit 2,5 Mikrometern) geht bis in die Alveolen (Lungenbläschen) und alles was darunter ist geht ins Blut. Unter PM0,1 (jetzt habt ihr die Übung sicher schon geschnallt) überwinden die Teilchen die Blut-Hirn-Schranke und besiedeln direkt das Gehirn. Unter PM0,01 geht‘s ab ins Innere der Zelle und weiter in den Zellkern.

Potenter Stoff. Wenn es nur so wäre, dass jedes Teilchen seinen Teil der Toxizität mitträgt. Es ist vielmehr so, dass je kleiner das Partikel, desto giftiger ist es. Die pure Masse der Teilchen ist also relativ unwichtig. Es geht vielmehr darum wie der gemessene Feinstaub zusammengesetzt ist. Je mehr feiner Stoff drin ist, desto giftiger wird es. Zum Vergleich – ein Gramm PM 0,01 ist etwa eine Milliarde Mal so giftig wie ein Gramm PM10 und dabei berücksichtige ich die chemische Last noch gar nicht.

Die allermeisten heute eingesetzten Partikelfilter in Dieselfahrzeugen sind allerdings Wandstromfilter, was soviel heißt, dass der Abgasstrom an einer Wand mit einem Katalysten vorbeigeführt wird und die Partikel an den Wänden kleben bleiben. Da allerdings die neuen Dieselmotoren unter sehr hohem Druck stehen und auch sehr heiß sind, damit die Aggregate funktionieren, ist der Strom zu stark um vor allem die kleinen Partikel zu halten.

Automobilhersteller geben teilweise freimütig zu, dass die heutigen Partikelfilter die gültigen Umweltnormen nicht ehrlich erfüllen können, da sie vor allem bei den kleinsten Teilchen wirkungslos sind. Die sind aber die giftigsten.

Und ihr dachtet CO2 wäre gefährlich ...
Und ihr dachtet CO2 wäre gefährlich …

Das heißt der Partikelfilter hält die groben, aber eher weniger schädlichen Partikel zurück und lässt vor allem die sehr kleinen Partikel ungehindert durchsausen. Die Messungen über die Effizienz dieser Filter sind auch vollkommen unwirksam, weil fast überall heute die Rauchtrübemessung zum Einsatz kommt. Das bedeutet, dass eine Sonde die Trübung der Luft durch den Rauch misst und damit feststellt, ob zuviel Feinstaub in den Abgasen ist oder nicht. Die kleinsten Teilchen rufen allerdings keine Lufttrübung hervor, sondern sind Aerosole die für die Abgassonde unsichtbar sind.

Sobald man die heutigen EURO6 Dieselmotoren mit wirksamen Messmethoden unter die Lupe nimmt besteht nicht ein einziger den Test mehr. Auch wenn sie frisch aus dem Werk kommen. Die Technologie ist einfach an einem Ende angekommen.

Zudem beißt sich die Katze schon mehrfach in den Schwanz. Beim Partikelfilter gibt es üblicherweise einen Regenerationsmechanismus, bei dem der angesammelte Russ verbrannt wird, um sich in CO2 zu verwandeln. Je besser der Partikelfilter also funktioniert desto mehr CO2 produziert das Fahrzeug – unglaublich, oder? Aber es kommt noch schlimmer. Bei Messungen von verschiedenen Fahrzeugen wurden in den Abgasen das Supergift Dioxin (wer erinnert sich nicht an Seveso und an Bophal) und Schwermetalle wie Rhodium, Palladium und Platin festgestellt. Die Metalle werden als Katalysten in den Katalysatoren gebraucht und Dioxin entsteht beim Abbrennen des Rußes, weil dieser voller anderer Chemikalien und aromatischer Stoffe ist. Ganz besonders Biodiesel verursacht sehr viel Dioxin.

EURO6 ist also bis dato die größte Umweltlüge seit der Einführung des Dieselmotors. Die ganze komplexe, teuere und wartunsanfällige Filtertechnik funktioniert noch nicht einmal. Wir kriegen sogar noch mehr von dem Dreck ab als vorher, weil der Motor heißer und mit höherem Druck arbeitet. Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer sagte 2013, dass die Ära des Diesel vorbei ist. Das stimmt, weil die Filterei einfach keinen Sinn mehr macht.

Wir müssen aufhören diesen Dreck überhaupt erst entstehen zu lassen und mit LNG (CNG) haben wir eine perfekte, hochsaubere Alternative die ganz ohne Filtertechnik auskommt.

Der Dieselmotor – eine fahrende Müllverbrennungsanlage

Der Dieselmotor – eine fahrende Müllverbrennungsanlage

Der Dieselmotor ist das Rückgrat unserer Transportwirtschaft. Diesel ist ein verlässlicher Treibstoff, den man sehr einfach in einen Tank füllen kann, wo er geduldig wartet bis man ihn braucht. Er funktioniert sozusagen immer und ist sehr energetisch, was soviel heißt wie – du brauchst nicht viel davon um weit zu kommen. Zumindest scheint es so. In der Realität ist das nicht immer ganz einfach wie Lastwagenfahrer oft zu berichten wissen.

Diesel ist Abfall. Es ist ein sehr schmutziger Treibstoff der eine ganze Reihe schädlicher Abgase produziert. Sie schaden alle unserer Gesundheit.

Der Geruch von Diesel ...
Der Geruch von Diesel …

Für alle Neulinge im Ölgeschäft – hier ein kleiner Abriss was in einer Raffinerie passiert.

Im Grunde wird Rohöl in einem großen Kessel gekocht. Die verschiedenen Bestandteile des Öls verdampfen. Was im Kessel zurückbleibt nennt man dann Residual Oil. Davon gibt es verschiedenste Grade, die vor allem nach ihrer Viskosität und ihrem Schwefelgehalt unterschieden werden.

Die Dämpfe steigen in einen Kondensator-Turm auf. Ganz oben kondensieren die sehr leichten und reinen Öle wie Nafta und Leichtbenzin. Diese Produkte werden Leichtdestillate genannt. Das sind die besten und reinsten Treibstoffe die bei Zimmertemperatur flüssig sind. Sie verdampfen bei ein wenig mehr als 100 Grad Celsius. Man nennt sie auch oft den „Sweet cut“.

Ethan, Propan und Butan (die Flüssiggase) entweichen durch einen Abzug in der Decke. Das sind bei für uns angenehmen Verhältnissen (Zimmertemperatur und atmosphärischer Druck) Gase, die sich aber unter wenig Druck oder ein wenig Kälte, leicht verflüssigen lassen.

Unter den Leichtdestillaten und über dem was im Kessel zurückbleibt sind die sogenannten Mitteldestillate. Das leichtere davon – Kerosin – kommt in veränderter Form (Jp54 oder Jet Fuel) in der Luftfahrt zum Einsatz. Kerosin ist eine ölige Flüssigkeit und bleibt auch flüssig bis etwa 200 Grad Celsius.

Unter Kerosin kommt als letztes Produkt der Destillate Diesel, der bis etwa 300 Grad Celsius flüssig bleibt. Hier handelt es sich um ein schweres Öl, das sich nicht von selbst entzündet, wenn es einer Flamme ausgesetzt ist. Man muss es mit viel Technologie in die Brennkammer eines Motors einsprayen, damit man für sehr kurze Zeit eine nebelige Luft-Diesel Mischung erhält, die sich unter Druck entzündet. Es ist das schwerste Destillat und wurde ursprünglich nur als Heizöl oder als Ofenöl eingesetzt. Der Dieselmotor war ein technologisches Meisterwerk, aber er kam uns sehr teuer zu stehen.

Hier ein wenig Wikipedia: „aus Erdöl hergestellter Diesel besteht aus etwa 75% gesättigten Kohlenwasserstoffen (in erster Linie Paraffine einschließlich n, iso und Cycloparaffine), und 25% aromatische Kohlenwasserstoffe (einschließlich Naphthalene und Alkylbenzene). Die durchschnittliche chemische Formel für normalen Diesel ist C12H23 wobei der Bogen von C10H20 bis C15H28 reicht.“

In menschlicher Sprache ist Diesel ein wilder Cocktail von etlichen, eher sehr langen Kohlenwasserstoffketten, was dann auch einen sehr hohen Kohlenstoffanteil ergibt. Das ist schlecht, weil dabei auch mehr CO und CO2 pro Kilometer bei der Verbrennung anfällt. Diesel ist die Substanz im Turm die gerade noch verdampft, aber ganz unten sofort wieder kondensiert – weil er eben so schwer ist.

Kann man schwere Maschinen und Fahrzeuge nur mit Dieselmotoren betreiben? Natürlich nicht. Vor Jahrzehnten wurden auch Lastwagen mit Benzin betankt. Der Dieselmotor war immer schon eher ein Technologie- Abenteuer, also scheute man sich lange Zeit davor.

Warum hat sich Diesel dann so durchgesetzt? Zum einen gibt es davon so viel mehr als vom Benzin. Je schwerer das Öl wird, und je länger die Kohlenwasserstoffketten werden, desto mehr ist anteilig davon in einem Fass Rohöl enthalten. Abhängig davon, woher es kommt und welche Sorte Rohöl man hat, bekommt man am Ende mehr oder weniger leichte Produkte. Wie dem auch sei ist der größte Teil des Öls immer noch Schweröl und der größte Teil der Destillate ist immer noch Diesel.

Aber Diesel ist auch sehr energiereicher Treibstoff und eignet sich daher sehr gut für Langstreckentransport oder schwere Maschinen. Diesel erzeugt großartiges Drehmoment, was diese Motoren wirklich stark macht. Sie haben nur einen Nachteil – sie sind unglaubliche Dreckschleudern.

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Und das treibt mein Auto an …

Unter dem Mikroskop gesehen ist Diesel keine glatte Flüssigkeit, wie zum beispiel Wasser. Es sieht aus wie ein Haufen Tröpfchen oder Perlen die zwischen 80 und 120 Nanometer groß sind. Die Tröpfchen sind nur sehr schwer zu zerstäuben, wenn sie in die Brennkammer gelangen, weswegen die Dieselverbrennung grundsätzlich immer inkomplett ist. Der Treibstoff brennt an der Oberfläche des Tröpfchens in konzentrischen Kreisen ab (das hatte ich in einem anderen Beitrag ausführlicher beschrieben – Englisch).

Dabei werden feine Partikel gebildet, da bei dem konzentrischen Abbrennvorgang ein Körnchen aus Staub und toxischen Substanzen übrig bleibt. Feinstaub ist geboren. Dieses Körnchen wird dann durch den Auspuff direkt in unsere Lungen geblasen, wo es Krebs und eine Menge anderer schwerer Krankheiten auslöst. Da Diesel auch sehr heiß verbrennt, werden auch sehr viele Stickoxide erzeugt, die der menschlichen Gesundheit auch nicht unbedingt zuträglich sind. Auch Schwefel verbindet sich mit Sauerstoff und bildet Schwefeloxide, die in der Luft mit Wasser den sauren Regen bilden.

Ganz nebenbei findet man in Diesel noch viele andere Substanzen wie Schwermetalle und eben auch Schwefel. All diese Substanzen finden sich dann im Feinstaub wieder.

Sie werden jetzt sagen, dass moderne Dieselmotoren ohnehin mit Partikelfiltern ausgestattet sind, weswegen wir uns darum nicht mehr kümmern müssen. Fast richtig, aber die Partikel bleiben eben im Filter – der auch einmal entsorgt werden muss. Außerdem filtern sie keine Nanopartikel und die sind fast noch die schlimmsten.

Diesel ist – wenn man es streng betrachtet – Raffineriemüll. Wir wollten mehr von den leichten Substanzen, weil diese sauberer und leichter sind, aber davon gibt es eben nicht so viel, und deswegen haben wir uns an den Diesel angepasst. Und zu unserer Überraschung haben wir uns derart an den Diesel gewöhnt, dass wir flugs etliche kleine Vorteile gefunden haben die uns den Diesel wie einen alten Freund erscheinen lassen. Eine Zeit lang war Diesel verbrennen richtig cool.

Aber ein Treibstoff der aus so vielen Giften und anderen Krankheitserregern besteht, und der noch sehr viel mehr davon produziert wenn er verbrannt wird, ist giftiger Sondermüll. Diesel ist für uns wertvoll geworden, weil wir uns so daran gewöhnt haben. Illegale Drogen sind auch teuer und man bekommt sie nicht so leicht, aber nicht weil sie so toll für uns sind. Wir brauchen große Mengen Diesel und sein Rohstoff – Rohöl – ist auch immer schwieriger zu produzieren, weshalb er auch so teuer ist.

Wir verbrennen Diesel weil er früher einmal billiger war. Jetzt ist er teuer weil er immer noch ein Öl-Produkt ist und diese Preisrevolution mitmacht. Aber es ist immer noch Müll und es wird Zeit, dass wir ihn als solchen sehen. Wir müssen ein System entwickeln, dass die Nutzung von Diesel wirtschaftlich uninteressant macht. Saubere Alternativen wie Methan oder verflüssigtes Methan (LNG) sollten gefördert werden.

Diesel und LNG werden oft verglichen, aber der Vergleich ist eine Beleidigung für LNG da beide sehr verschieden sind. Methan ist ein Gas das keinen Feinstaub produziert (auch keinen Nano-Feinstaub) und auch keine Schwefeloxide. Es gibt keine Schwermetalle oder andere Gifte zu filtern, da diese einfach nicht entstehen. Und alles andere kann mit ein wenig Hausverstand und sehr wenig Technologie fast auf Null gebracht werden. Dabei werden keine Riesenmengen Giftmüll erzeugt das sich Jahrmillionen nicht mehr abbaut. Und im heutigen Ölpreis-Szenario ist es auch billiger den Müll nicht mehr zu verbrennen.

Methan ist das Produkt eines biologischen Prozesses. Es kann in sehr reiner Form hergestellt werden. Das kannst du nicht mit Diesel.

Es ist an der Zeit die fahrende Müllverbrennung zu stoppen und dorthin zu verlegen wo sie hingehört – in geschlossene  Anlagen vor der Stadt wo man sie noch nicht einmal sieht.

Fahrende Müllverbrennungsanlagen – die Wiener Diesel-Busse

Fahrende Müllverbrennungsanlagen – die Wiener Diesel-Busse

Kann sie irgendwer aus dem Stadtbild wegdenken? Unsere Flüssiggas-Busse gehören ja fast schon ein wenig zum Stadtbild. Nun machen leider die dafür benötigten Motoren den Sprung in die EURO 6 Klasse nicht mehr mit. Zu wenig gefragt ist das Model, als dass sich die enormen Entwicklungskosten überhaupt noch lohnen würden.

Schade, aber ein Umstand an dem sich nichts ändern lässt. Man wird den Wiener Verkehrsbetrieben nicht verübeln können, dass sie sich anderweitig umsehen. Das müssen sie sogar.

Dann wie ein Dampfhammer die Nachricht, dass Diesel-Busse angeschafft werden. Wie das? Welch ein Rückschritt von relativ sauberen Flüssiggas zum superdreckigen Diesel.

Sehen wir uns die Gründe an warum Flüssiggas-Busse überhaupt erst angeschafft wurden.  Damals ging es in erster Linie um niedrigere Emissionen. Verglichen mit Diesel verursacht LPG (das ist der Handelsname von Flüssiggas) deutlich weniger Emissionen.

Bald wieder aus einem Wien-Bus Ihrer Nähe ...
Bald wieder aus einem Wien-Bus Ihrer Nähe …

Das brachte unter anderem den Vorteil relativ simpler Motorentechnik mit sich, weil Abgasbehandlung minimal bis nicht vonnöten war und daher sehr wenig Technik brauchte. Das schlug sich auch in verminderten Wartungskosten nieder.

EURO 6 allerdings verlangt Motorenbauern einiges mehr ab, als nur der reine Flüssiggasbetrieb zu schaffen vermag. Die Technologie dafür wäre nicht aufwendig, aber der Markt für solche Busse ist verschwindend klein, weshalb diese Produktionsreihe vom Hersteller eingestellt wurde.

Was tun also als Stadt Wien? Die Busflotte muss schließlich erneuert werden und wenn es mit den gewohnten Modellen nicht mehr geht, dann muss man sich flugs etwas Neues anschauen.

Was stand zur Auswahl?

Zum einen der gute alte Diesel. Kein anderer Motor wird so oft hergestellt, weshalb ihn auch absolut jeder Produzent in der Palette hat. Das schafft Auswahl. Aber EURO 6 stellt den Diesel vor ernsthafte Probleme.

Ich schrieb einmal in einem anderen Artikel, dass der Dieselmotor eigentlich eine fahrende Müllverbrennungsanlage ist. Diesel war früher Raffineriemüll und wurde nur salonfähig gemacht, weil so viel davon da war. Dieselabgase sind seit 2012 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die selbe Stufe mit Sarin, Asbest und Arsen gestellt worden was ihre Giftigkeit anbelangt.

Man muss sich das so vorstellen. Man verbrennt etwas, dass sehr viele Abgase erzeugt und dann bastelt man an ausgeklügelter Technik um es endlich soweit hinzubiegen, dass es irgendwie passt.

Ganz passt es aber nie wirklich, weil durch die Filtertechnologie – abgesehen von einem saubereren Abgasstrahl -zwei Dinge erreicht werden.

Erstens heißt  filtern – zustopfen. Der Filter ist selbst nichts anderes als eine Art halbdurchlässiger Stoppel durch den die Abgase mit Druck geblasen werden müssen und dieser Druck muss erst einmal aufgebaut werden. Das aber frisst Leistung was wiederum mehr Spritverbrauch bedeutet, denn irgendwo muss die Leistung ja herkommen.

Zweitens füllen sich diese Filter immer mehr an (der Feinstaub kann ja nicht weggezaubert werden), was dann natürlich die Filterleistung schwächt, und immer mehr von dem Zeug, das man eigentlich loswerden wollte, letzlich doch wieder in die Atmosphäre gelangt.

Somit ist die Abgasleistung eines Diesel-Busses allenfalls zur Inbetriebnahme und für relativ kurze Zeit danach in der Norm, aber mit der Zeit werden sie zu immer größeren Dreckschleudern, bis dann halt der Partikelfilter gewechselt wird.

Unter der Hand und wenn man ein wenig bohrt, geben das die Motorenbauer auch durchaus zu. Der EURO 6 Diesel ist ein Technologie-Monster das seine Leistung nicht durchgehend halten kann.

Außerdem braucht es noch eine Harnstoffanlage durch die dem Abgasstrahl Harnstoff beigemengt wird, um schädliches Stickoxid zu neutralisieren, von dem der Dieselmotor ja auch raue Mengen produziert.

Im Gegensatz zum Partikelfilter füllt sich hier gar nichts, weil durch den Harnstoff das Stickoxid in Wasser und harmlosen Stickstoff umgewandelt wird. Aber so eine Anlage ist auch eine fahrende Chemiefabrik und daher sehr, sehr teuer. Ein Motorenbauer meinte, dass die Anlage noch einmal soviel wie der gesamte Motor kostet.

Aber was wären denn die Alternativen zum Diesel gewesen?

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Emissionsfrei, der Wiener zahlt ehh …

Zum einen der Stromantrieb. Toll von der Emissionenseite her, aber nicht gebräuchlich für den Betrieb in Großbussen. Die Reichweite ist sehr schlecht und durch die großen Batterien würde der Bus extrem schwer. Außerdem wäre das kaum zu bezahlen. Weg damit also.

Wie sieht es aus mit CNG? Wien Energie lobbyierte ganz massiv dafür, weil sie sich die Wiener Linien als Gaskunden wünschten. Darüberhinaus hätte dies den Vorteil, dass CNG auch durch BioGas hergestellt werden kann und somit CO2 neutral sein würde. Umwelttechnisch eine tolle Lösung.

Aber der mögliche Tankinhalt ist sehr limitiert, was sich auf relativ schlechte Reichweite niederschlägt. Desweiteren würde auch dieser Bus extrem schwer werden, weil die Druckflaschen im Unterbauch sehr viel Stahl brauchen würden. So mancher nannte den CNG-Bus bereits einen Panzer, weil er so schwer ist. Also auch nichts für Wien.

Eine dritte Alternative allerdings wurde noch nicht einmal in Betracht gezogen. Einen Bus der mit verflüssigtem Erdgas oder LNG fährt.

Schauen wir uns die Vorteile an.

Partikel gibt es bei der Verbrennung von Erdgas keine. Daher kein Feinstaub der gefiltert werden müsste und auch kein Partikelfilter der den Auspuff verstopft und sich mit Gift befüllt. Auch die Stickoxide sind etwa 85% niedriger als beim Diesel womit man sich die teure Harnstoffanlage sparen kann. Ein Drei-Wege-Katalysator reicht allemal um EURO 6 spielend zu erreichen.

Da sich nichts anfüllt oder abnutzt behält der LNG getriebene Erdgasbus (ja, LNG ist ganz normales Erdgas) seine volle Leistung und zwar sowohl die Kraft als auch die Abgasleistung bis zum letzten Kilometer.

Ferner sind Erdgasmotoren im Prinzip nicht sehr wartungsintensiv, was sich in verminderten Betriebskosten niederschlägt. Beim Einsatz von BioMethan hätte man auch gleich ein 100% CO2 neutrales Fahrzeug – sozusagen eine Gratisvorleistung auf ein künftiges EURO 7.

Die Firma Solbus stellt seit neuestem einen Bus mit LNG als Treibstoff her. Ein in Europa funktionierendes Model gibt es also auch schon.

Kommt noch das Thema Mehrpreis. LNG-Fahrzeuge sind ja klassischerweise teurer als die vergleichbaren Diesel. Das liegt nicht an teurerer Technologie, sondern an den sehr kleinen Stückzahlen. Wenn die Produktion in die Höhe geht, kommen auch die Preise runter.

Jetzt muss durch EURO 6 im Diesel soviel Technik verbaut werden, dass dieser trotz hoher Stückzahlen schon fast so teuer wie ein LNG-Bus ist. Damit sind sie gleich teuer wie Gasmotoren, wobei beim LNG die Reise nach unten geht.

Last but not least das wirtschaftliche Argument. LNG ist heute schon billiger als Diesel und wird wahrscheinlich noch billiger werden, wobei wir bei Diesel keine sehr großen Preisnachlässe erwarten können.

Was spräche jetzt noch gegen den LNG-Bus? Ach ja, es gibt kein LNG in Wien zu kaufen, aber das lässt sich sehr leicht ändern.