Staudämme sind Klimakiller – glaubt es ruhig!

Seit jeher wird uns von Grünen und dem Verbund suggeriert, dass wir in Österreich eine Elektrizitäts-Insel der Seligen sind, weil wir so viel Strom aus Wasserkraft erzeugen und Wasserkraft ja bekanntlich auch sehr sauber ist. Sauberer als alles was wir kennen.

Wirklich?

Schauen wir näher hin. Es gibt weltweit immer mehr Studien wonach Staudämme schlimmere Klimakiller als so manches Kohlekraftwerk seien. Wie soll das gehen?

Mmmmhh, riecht toll ...

Mmmmhh, riecht toll …

Kommen wir zu den uns bekannten Verursachern von Treibhausgasen. Bei der Verbrennung von Kohlewasserstoffen wird bekanntermaßen unter anderem CO2 erzeugt. Wenn der Treibstoff nicht aus einem Biotreibstoff besteht – das heißt wenn er nicht bei der Erzeugung CO2 aus der Atmosphäre entnommen hat und das zeitnahe – dann bringt es CO2 in die Atmosphäre das da vorher nicht war. Zumindest nicht in den letzten Millionen Jahren. Fossile Treibstoffe sind im Prinzip nichts anderes als vor Jahrmillionen  gespeichertes CO2.

Fossile Treibstoffe zu verbrennen, verstärkt also den Treibhauseffekt und treibt die Klimaveränderung an. Soweit nichts Neues.

Nun ist aber CO2 bei weitem nicht das einzige Treibhausgas und schon gar nicht das Schlimmste. Methan – wenn es unverbrannt in die Atmosphäre gelangt – ist ein weitaus potenteres Treibhausgas als CO2. So toll Methan auch als Treibstoff ist – weil es so unglaublich sauber verbrennt – so schädlich ist es in freier Form unserer Atmosphäre. Nicht das es giftig wäre oder gar explodieren könnte. Es ist ansonsten ein recht freundliches Gas, aber es speichert auch die Sonneneinstrahlung sehr gut – viel besser als CO2.

Nun sind die Staubecken sämtlicher Staukraftwerke auf der Welt unglaublich große Reservoirs an Biomasse die da unter Wasser fröhlich vor sich hinblubbern und modern. Flüsse, die in diese Staubecken führen und auch auf direktem Wege gelangen so täglich neue Mengen an Biomasse, Sedimente und Erde in die Staubecken. Ideale Bedingungen für methanophile Bakterien die in dieser Masse einen idealen Nährboden finden.  Sie machen also das was sie am besten können – Methan produzieren. Das ist nicht sehr viel anders als bei der Biogaserzeugung nur mit dem Unterschied, dass es nicht in einem geschlossenen System, sondern in freier Natur passiert. Darüberhinaus geht es hier um absolut unvorstellbare Mengen.

In Staubecken entstehen enorme Schlammablagerungen die sich mit organischem Material, das ins Becken fällt oder geschwemmt wird, durchmischt. Durch die Staumauer können diese Materialien nicht mehr weitergespült werden und sammeln sich so in riesigen Schlammpools die da fröhlich vor sich hinblubbern. Das brasilianische Institut für Raumstudien schätzt, dass Staudämme mit 23% Gesamtanteil die größten von Menschen geschaffenen Verursacher von Methanemissionen in die Atmosphäre sind. Der US Geological Survey beobachtet schon seit 1948 enorme Schlammebenen rund um Lake Mead (der Stausee hinter dem Hoover Damm) die sie seit damals “Gaskammern” nennen.

Eine Studie hat ermittelt, dass die Staubecken der Welt mehr Methan in die Gegend pupsen als alle Kohlekraftwerke der Welt an CO2 Äquivalent (das heißt so viel CO2 wie es brauchen würde um den selben Treibhauseffekt zu erzeugen). Das bedeutet auch, dass die Staubecken wesentlich größere Klimakiller sind als die verteufelten Kohlekraftwerke.

Nicht missverstehen – ich will hier nicht die Kohlekraftwerke verteidigen  sondern nur einen Vergleich aufstellen. Gaskraftwerke sind dahingehend noch wesentlich umweltfreundlicher als Strom aus Wasserkraft, weil sie die meisten anderen Emissionen der Kohle- oder Schwerölkraftwerke auch nicht erzeugen. Damit will ich zeigen, dass Wasserkraft nicht zur Rettung  unseres Planeten geeignet ist.

Und es wird noch schlimmer – Staudämme gehören zu den allergrößten Bauwerken der Menschheit und ihr Bau verschlingt Unmengen an Zement. Allein die Herstellung dieses Zements verursacht sehr hohe CO2 Emissionen.

Die größte Stauanlage der Welt – die Drei-Schluchten-Talsperre  in China hat gigantische 11 Millionen Tonnen Zement verschlungen. Normaler Zement muss bei  1400 Grad gekocht werden und bis in die sechziger Jahre galten Zementwerke als wahre Dreckschleudern. Aber auch mit den modernsten Filtermethoden verursacht die Zementherstellung heute immer noch viermal so viel CO2 Ausstoß wie der weltweite Flugverkehr.

Dabei reden wir aber noch gar nicht von Emissionen durch die Fahrzeuge die beim Bau am Werk sind. Es sind rein nur jene Emissionen die direkt durch die Herstellung des Zements anfallen. Der Bau eines mittelgroßen Staudamms verursacht etwa so viel CO2 wie 46.000 Autos die alle ein Jahr lang die Straßen verstopfen. Gar nicht mehr grün, diese Staudämme – oder was meinen Sie?

Wie toll er sich in die Landschaft fügt ...

Wie toll er sich in die Landschaft fügt …

Desweiteren sind Staudämme (vor allem die ganz großen am Amazonas oder in China) riesige Zerstörer von Ecosystemen. Ganze Landstriche werden verwüstet und überflutet, Wälder gerodet und ganze Tier- und Pflanzenwelten werden unwiederbringlich zerstört. Das bringt nur noch mehr Biomasse ins Gewässer, was seinerseits wieder die Methanproduktion antreibt. Aber noch schlimmer verschwinden damit große CO2 Filter die ansonsten sehr viel Treibhausgas aus der Atmosphäre gefiltert hätten.

Nicht alle Stauanlagen sind gleich. Ein Damm mitten in der Wüste wie Assuan in Ägypten ist sicher kein so großer Lebensraumzerstörer wir der Three Gorges Dam in China, aber auch er ist ein gewaltiger Biomasse-Fänger und somit ein gewaltiger Methanproduzent.

Wir müssen uns angewöhnen, nicht automatisch Naturschutz mit Wasserkraft zu verbinden. Das möchten uns zwar die Grünen und etliche Umweltschutzgruppen weismachen, aber das soll im besten Fall nur verdecken, dass sie sich keine besseren Alternativen vorstellen können und daher wird einfach die lästige Wahrheit ausgeblendet. Im schlechtesten Fall aber sind diese Organisationen zynische Betrugsmaschinen die uns wissentlich Lügen auftischen um ja niemals etwas für den Umweltschutz tun zu müssen.

Denn all diese Organisationen leben ja toll davon, dass es uns nicht gut geht. Wären unsere Umweltprobleme gelöst, bräuchte sie schließlich keiner mehr und das darf niemals sein.

Und vom Verbund, der sich eine goldene Nase mit den Staubecken verdient, braucht man auf Ehrlichkeit gar nicht erst zu warten. Das verträgt sich nicht mit den Gewinnerwartungen der Manager.

Staudämme (sowohl in den Alpen als auch an Flüssen) sind gewaltige Klimakiller und wir sollten uns gut überlegen, ob wir solche Monster überhaupt erst wollen oder nicht doch in eine dezentrale, erneuerbare Biogas Welt investieren die sich relativ billig und vor allem wirklich sauber realisieren lässt. Denn Methan sollte in unseren Autos verbrennen  und nicht in Staubecken in die Gegend blubbern.

Rudolf Huber
Founder at Methanumorphosis
Since my tender youth I aspired to be a Homo Universalis better known today as a Polymath (a person who excels in a wide variety of subjects or fields – but not everything).

LNG came into my life as a leftover nobody wanted. My former employer wanted to get into the LNG trade but nobody wanted to go for the hard work attached to the business. So it was mine for the taking. It was a steep learning curve as most of my assumptions were shattered in the process. And I discovered the incredible potency of a chemical compound called CH4 and especially its liquid form.

I innately knew that this stuff would shatter the way we find, produce, transport and consume energy and fuel one day. It just made sense to me to put it into a tank and propel a vehicle replacing diesel in the process.

So here I am – pushing the boundaries and aspiring to be a real Methanist.

For more on me, please visit my LNG blog at www.lng.guru

2 Comments on "Staudämme sind Klimakiller – glaubt es ruhig!"

  1. Ich bin mir nicht darüber im klaren in wie weit es sich hier um einen echten “Netto-Biomasse” Eintrag handelt. Auch ohne die Staudämme gäbe es entsprechende Biomasse-Transportprozesse, die enden dann eben im Meer und zersetzen sich dort (?), d.h. das Problem wäre ohnehin unvermeidlich.

    • Einiges von der Biomasse wandert sicher ins Meers weiter aber sehr viel Biomasse würde gar nicht erst ins Wasser gelangen weil sie dort hinfällt wo statt des Staubeckens sonst Land wäre. Als unvermeidlich sehe ich das Problem also nicht – oder nur zu einem relativ kleinen Teil. Ausserdem ist ein stehendes Gewässer ein stärkerer Methan Inkubator als ein sich bewegendes. Wenn ich Zahlen dazu finde poste ich sie.

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