E.on Umbruch, eine kluge Entscheidung oder Mogelpackung?

ACHTUNG – dieser Artikel wurde nicht von mir, sondern von einem Freund der anonym bleiben möchte verfasst. Ich stimme aber vollinhaltlich mit ihm überein. Die Bilder habe ich angefügt.

Jetzt aber zum Artikel:

E.on hat sich entschieden. Der Umbau des Konzerns ist beschlossene Sache. So will E.on sich von den weniger lukrativen Wirtschaftsbereichen wie die konventionelle Stromerzeugung durch Kernspaltung, Kohle- und Gasverbrennung trennen. Nach Aussage von E.on soll der Fokus bei der Energiegewinnung nur noch auf alternative und erneuerbare Energieformen gerichtet sein. Soweit so gut; hört sich gut, mutig und innovativ an.

Aber man muss hinter die Kulissen schauen um die gesamte Tragweite dieser Entscheidung zu verstehen. So werden in dem neu zu gründenden Unternehmen alle die Segmente zusammengefasst, die in der Vergangenheit E.on Verluste oder zumindest nicht die erwarteten Gewinne eingebracht haben.

In diesem neuen Unternehmen werden die Atommeiler aufgenommen; inklusive der Kosten für die Lagerung und Rückführung der ausgedienten Atomkraftwerke; Kosten die bis heute keiner, weder Experten noch Politiker bewerten können. Sicher, es sind Rückstellungen gebildet, ob diese aber ausreichen um die tatsächlich anfallenden Kosten zu decken, wer weiß das heute schon. Weiterhin werden die kompletten konventionellen Kraftwerke aus dem Konzern ausgegliedert; auch ein kluger Schachzug um sich in Zukunft der aufwendigen Wartung und der damit verbundenen hohen Kosten zu entziehen.

Lieber zocken als arbeiten ...

Lieber zocken als arbeiten …

Die neue E.on will sich hauptsächlich auf den Verkauf von Strom, Gas und Fernwärme sowie den Betrieb von Stromnetzen in Deutschland und im europäischen Ausland konzentrieren. Als Stahlproduzent tritt die neue E.on nur noch im Bereich der alternativen und regenerativen Energien wie Solar- und Windenergie auf. Vergleicht man nun aber die Zahlen der ersten neun Monate des  Jahres 2014, so lässt sich leicht ablesen, dass die Sparte Erneuerbare Energien gerade einmal 3% des gesamten Umsatzes der neuen E.on ausmacht; der Rest des Umsatzes liegt im Handel von Energie. E.on wandelt sich vom Stahlproduzenten zum Stromhändler.

E.on muss auch in der Zukunft nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln, wird also den Strom auf europäischen Börsen kaufen müssen. Dieser Strom wird auch zu einem großen Anteil von unseren europäischen Nachbarn produziert. Schaut man nach Frankreich, so stellt man fest, dass dort der Anteil an atomaren Strom einen großen Anteil hat (ca. 75%). Die Mogelpackung ist perfekt, offiziell verkauft man sich als innovatives Unternehmen, das auf die Erzeugung von Strom durch alternative und erneuerbare Energien setzt, zum anderen aber handelt man mit Strom der hauptsächlich konventionell oder sogar mit Atomkraftwerken produziert wird.

Ein weiterer Aspekt ist die Frage wie sich die deutsche Politik in dieser Situation verhält. Durch die radikale Umgestaltung des E.on Konzerns, verliert Deutschland den größten Energieproduzenten. Kann sich eine Industrienation wie Deutschland, die auf eine verlässliche Energieversorgung angewiesen ist, eine Energiebranche leisten, die hauptsächlich aus Händlern und nicht aus Produzenten besteht?

Sicher man kann hier die europäische Karte spielen und argumentieren, dass der produzierte Strom doch aus Europa komme, das ist richtig und vielleicht auch der bessere Weg. Aber dann von einer Energiewende in Deutschland zu sprechen ist Augenwischerei und schlicht weg nicht richtig, denn ein Großteil des europäischen Stroms kommt aus der Atomkraft.

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