Emissionen

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Joggen Sie ruhig neben der Autobahn – Alpenluft ist fast genauso gefährlich.

Joggen Sie ruhig neben der Autobahn – Alpenluft ist fast genauso gefährlich.

Jogger kennen das Problem. Sobald man beim Joggen neben eine etwas stärker befahrene Straße kommt, beschleicht einen ein mulmiges Gefühl. All diese Abgase können doch nicht gut für uns sein. Wir sollten wohl doch eher einen Wald oder zumindest einen Park suchen und dort unsere Runden drehen.

Wirklich?

So seltsam sich das anhört – es macht sehr wenig Unterschied, ob Sie neben einer stark befahrenen Autobahn oder auf der Laufmaschine im Fitnesscenter Ihre Kilometer herunterspulen. Es ist auch fast egal, ob Sie sich in ein Alpental dazu verabschieden.

Zumindest von einem gesundheitlichen Standpunkt ist das so. Warum?

Warum fürchten wir uns eigentlich (zu Recht) vor der Autobahn – oder jeder Straße? Ja, genau. Die Abgase der Autos sind bestimmt nicht gut für uns.

Das stimmt. Aber warum es in einem Alpental ohne viele Straßen nicht zwangsläufig besser ist erklärt sich selbst, wenn man sich einmal anschaut was man so alles einatmet. Nehmen wir den Abgasstrahl eines Dieselfahrzeuges als Beispiel.

Der überwiegende Teil der ausgestoßenen Abgase sind reiner Stickstoff – 72% um genau zu sein. Dann kommen noch weniger als 20% CO2 und etwa 8% Wasserdampf. Habt Ihr mitgezählt? 72 plus 20 plus 8 – das macht 100%, aber weil es ja sowohl beim CO2 als auch beim Wasserdampf jeweils ein bisschen weniger ist, bleiben es 99,913 Prozent. Der verbleibende Rest sind 0,087 Prozent und das sind hauptsächlich Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Partikel (bei uns auch gern Feinstaub genannt). Dabei nehmen wiederum Stickoxide und Kohlenmonoxid mit 0,086 Prozent den Löwenanteil ein und alles andere – inklusive allen Feinstaubes – sind nur 0,001 Prozent.

Zum Vergleich. Eine Flasche Römerquelle Wasser enthält in der Regel 1,5  Liter. Etwas mehr als ein Liter davon wäre Stickstoff und etwas mehr als ein 1/4 Liter wäre CO2. Etwa ein Fingerhut voll wären Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Feinstaub. Der Feinstaub allein ist dann nicht mehr als das Volumen einer Micro-SIM Karte. Vergessen wir nicht: eine Micro-SIM Karte in einer 1,5 Liter Flasche.

Nicht wirklich viel, oder? Vor allem wenn man es mit dem Inhalt einer 0,33 Liter Cola Flasche vergleicht, dass das CO2 symbolisiert.

Dieser Hauch von Feinstaub hat es allerdings in sich. Anders als beim CO2 ist Feinstaub hochgiftig. Wie schädlich er ist, hängt aber von zwei Faktoren ab.

Meinen Staub seht ihr nicht ...
Meinen Staub seht ihr nicht …

Als erstes die Zusammensetzung. Je nachdem wo der Feinstaub herkommt besteht er entweder aus völlig natürlichen Dingen, wie bei Sporen von Pilzen oder Pollen von Gräsern und Blumen. Es können aber auch hochgiftige Substanzen wie sie bei der Verbrennung von langkettigen Kohlenwasserstoffen wie zum Beispiel Diesel entstehen. Dazu gehören Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Schwefelsäure und andere unverbrannte Kohlenwasserstoffe.

Noch wichtiger ist allerdings die Partikelgröße. Je kleiner der Partikel, desto tiefer kann er in den Organismus vordringen. Die meisten Feinstaubpartikel dringen nicht weiter als in die Bronchien vor, wo sie von den Schleimhäuten eingefangen und dann abgehustet werden.

Offiziell wird Feinstaub bis zu minimalen Partikelgrößen von einem Mikrometer gemessen und auch von so manchen Regelungen erfasst. Zur Verdeutlichung, ein Mikrometer ist die Größe einer Bakterie. Eine Krebszelle ist 10 Mal größer – menschliche Zellen und Pollen oder Sporen sind etwa hundert Mal größer. Ein Mikrometer ist ein tausendstel Millimeter. Staubpartikel dieser Größenordnung kann man mit dem freien Auge noch als ganz feine Schmutzschicht erkennen.

Unter einem Mikrometer spricht man von Nano-Feinstaub. 1000 Nanometer sind ein Mikrometer und daher sind 1.000 000 Nanometer ein Millimeter. Nano-Feinstaub wird aber nicht mehr von den Messungen oder von den Regelungen erfasst. Zur Verdeutlichung. 1oo Nanometer ist der durchschnittliche Durchmesser eines Grippevirus, komplexe Proteine sind etwa 10 Nanometer und normale Moleküle wie Glukose (Zucker) sind einen Nanometer groß.

Partikel von 1000 Nanometer Größe dringen bis in die Lungenbläschen vor. Bei etwa 100 Nanometer Größe durchdringen sie die feinen Membranen der Lungenbläschen, gelangen so in den Blutkreislauf und somit in den ganzen Körper. Wenn sie also 10 Nanometer bzw. noch kleiner sind, können sie auch Zellmembranen durchdringen und so bis in den Zellkern vordringen, wo sie im schlimmsten Fall auch die DNA verändern.

Das bedeutet, dass sich das Erbgut verändert und dies gibt man sogar an seine Kinder weiter. Im schlimmsten Fall löst er Krebs aus. Er löst aber dazwischen noch eine ganze Reihe anderer Krankheiten wie Asthma, Herzbeschwerden oder auch Demenz aus.

Kurz gesagt: Feinstaub macht uns sehr krank und dumm und daran ist hauptsächlich der ultra-feine Staub Schuld. Der aber entsteht in erster Linie bei Verbrennungsprozessen bei hohen Temperaturen. Das ist vor allem in Fahrzeugmotoren der Fall und speziell beim Dieselmotor.

Jetzt sagen sie sicher – dazu haben wir ja Partikel-filter in allen Dieselfahrzeugen. Die aber filtern fast ausschließlich den eher unschädlichen Teil des Feinstaubs, nämlich den Mikrofeinstaub, aus den Abgasen. Die berühmten EURO Klassen erfassen nur Partikel mit  1000 Nanometer Durchmesser und mehr. Genau dort, wo es anfängt überhaupt erst spannend zu werden, hören wir also auf zu filtern und auch zu messen. Wir messen vor allen Dingen die groben Körner. Die schaden uns aber nicht sehr. Wirklich krank macht uns der Nano-Feinstaub den wir nicht messen, nicht regulieren und auch nicht filtern.

Das heißt, aber auch dass die Feinstaub Regeln, denen sich die Transportwirtschaft unterwerfen muss (und die Grenzwerte sind mit EURO 6 ja wirklich streng, wenn man sich den verhältnismäßig groben Staub anschaut) fast vollkommen unwirksam sind um unsere Gesundheit zu schützen. Die Transportwirtschaft muss Unsummen bezahlen um den Standards zu entsprechen und dann haben wir noch nicht einmal etwas davon. Wir haben vielleicht keine schwarzen Fassaden mehr und weil wir den Dreck nicht mehr sehen tangiert er uns auch nicht mehr so. Was ich nicht sehe – gibt es nicht.

aber er wirkt immer ...
aber er wirkt immer …

Wenn Sie aber mit einer Krebsdiagnose konfrontiert werden oder wenn Ihnen ihr Arzt eröffnet, dass ihr Herz in einem sehr schlechten Zustand ist, dann kommt das möglicherweise von schlechten Lebensgewohnheiten. Es ist aber auch nicht unwahrscheinlich, dass es zumindest zu einem gewichtigen Anteil das Resultat dieses ultra-feinen Staubs ist. Aber da ja Feinstaub auch direkt Demenz fördert (er macht uns richtig schön blöd) brauchen wir uns darum vielleicht gar nicht mehr lange Gedanken machen, weil wenn das Hirn nicht mehr richtig funktioniert, dann gibt’s auch keine belastenden Gedanken an Feinstaub mehr. Geschnallt?

Warum aber soll das in einem Alpental nicht besser sein als direkt neben der Südosttangente mit Zieharmonikaeffekt? Einfach. Feinstaub ist bei sehr kleiner Partikelgröße (und davon reden wir ja) nicht mehr wirklich mit Staub wie wir ihn kennen zu vergleichen sondern eher mit einem Aerosol. Normaler Staub steigt auf und setzt sich wieder ab nach einer Weile. Das bedeutet, dass je weiter man von der Quelle weg ist desto weniger davon man abkriegt. Macht Sinn.

Aerosole aber sind Bestandteile der Luft und werden extrem weit getragen. Die Schwerkraft hat nicht den unvermeidlichen Einfluss auf sie wie auf Staub der ja ein Festbestandteil ist. Aerosole sind Gasen ähnlicher und bleiben daher in der Atemluft solange sie nicht von etwas gebunden werden wie zum Beispiel der Wand eines Lungenbläschens.

Damit sind Aerosole wahre Langstreckenflieger. Sie glauben, dass sie ein Stau in Nigeria nicht tangiert? Überlegen Sie einmal. Die produzieren auch ultrafeinen Staub und damit Aerosole, die locker bis zu uns und sonstwohin reisen können. Damit wird Feinstaub so wie CO2 zu einem globalen Problem. Zum Unterschied von CO2 ist Feinstaub allerdings hochgiftig wie wir gesehen haben.

Damit haben sie das Zeug egal wo auf der Welt in fast uniform gleichen Konzentrationen – auch wenn Sie direkt zum Südpol reisen würden. Und kein Pollenfilter entfernt das Zeug aus ihrer Büro- oder Fahrzeugluft, weil die wirklich schädlichen Dinge ja auch viel zu klein sind, als dass herkömmliche Filter sie herausbekommen würden. Das müssten schon sehr teure Spezialfilter sein, aber die kosten wirklich sehr viel Geld. Und die Tür sollten Sie dann auch nicht mehr aufmachen und vor allem die Räume luftdicht abdichten. Etwa so wie einen Atomschutzbunker.

Das wirklich Schlimme ist ja auch, dass dieser Schaden nicht mehr sehr leicht zu reparieren ist. Jeder wird verstehen, dass genetische Schäden so bleiben wie sie sind. Wenn eine Ihrer geschädigten Ei- oder Samenzellen zum Einsatz kommt, dann breitet sich der Schaden auf den gesamten neuen Organismus aus. Das heißt, dass ihr Neugeborenes mit einem Gendefekt zur Welt kommt. Wenn man sich den unglaublichen Anstieg der Dieselfahrzeug-Nutzung einmal vorstellt, dann versteht man auch besser warum in den letzten Jahren so viel mehr Krebsdiagnosen bei jungen Menschen, Asthma-fälle, alle Arten von Gendefekten, Autismus, und einem bunten Sammelsurium anderer großteils unheilbarer Krankheiten zu verzeichnen waren.

Sie sehen, wir können ultra-feinen Staub nicht vermeiden wenn wir ihn einmal produzieren. Der meiste ultra-feine Staub wird allerdings – wie wir schon gesehen haben – bei der sehr heißen Verbrennung in Dieselmotoren erzeugt. Auch wenn der Verkehr nur etwa ein Viertel des gesamten Feinstaubes erzeugt, so sind Diesel-betriebene Schwerfahrzeuge für den großen Löwenanteil der Ultrafeinstaub Emissionen verantwortlich.

Was wäre also das Gegengift – und zwar das einzige Wirksame? Diesen ultra-feinen Staub gar nicht erst entstehen zu lassen. Und das geht nur beim Einsatz von Antriebstechnologien die diesen Stoff erst gar nicht erzeugen. Bei den Verbrennungsmotoren ist das verlässlich nur bei Gasmotoren der Fall. Diese Fahrzeuge erzeugen nahezu keinen Feinstaub (das Motoröl erzeugt noch mikroskopisch kleine Mengen) und auch keine ultra-feinen Partikel. Wo kein Feinstaub ist gibt es auch nichts zu filtern und auch nichts zu messen. Und da nur beim Einsatz von LNG auch Reichweite und schnelle Betankung gewährleistet werden kann, haben wir hier die Silberkugel mit der wir dem Monster Feinstaub endgültig das Licht ausblasen können.

Was für ein Glück, dass LNG als Treibstoff noch alle anderen Abgase entweder auslöscht oder sehr stark absenkt – inklusive CO2, aber das ist eine andere Geschichte.

Mit Feinstaub werden wir die Auswirkungen des Klimawandels nicht zu spüren bekommen, weil wir es nicht überleben werden.

Kumulativer Schaden, weil was drin ist bleibt ja auch drinnen.

Wir sind alle Idioten – und ich kanns beweisen

Wir sind alle Idioten – und ich kanns beweisen

Ja, der Titel tut weh, aber um nichts in der Welt möchte ich ihn auch nur ein bisschen abschwächen.

Gleich vorab. Ich möchte mich mit diesem Artikel nicht beliebt machen. Viele Leser werden angepisst sein wenn sie nur den Titel sehen. Aber wie ich schon sagte, ich bin nicht hier um dein zerbrechliches Ego zu umschmeicheln.

Vor einigen Wochen hatte ich eine Diskussion zum Thema Hypo Alpe Adria und ich war gerade dabei über all jene herzuziehen, die wie wir alle meinten, für dieses Fiasko verantwortlich waren. War ganz leicht beliebt zu sein weil wir alle angepisst waren und uns dabei gefallen haben über die Regierung zu schimpfen.

Die Harmonie war getrübt ...
Die Harmonie war getrübt …

Dann schmiss ich eine Granate in die Menge. Ich sagte dass die wahren Schuldigen wir selbst sind weil wir diese Dilettanten nicht nur gewählt hatten sondern weil wir uns diesen Mist auch noch weiter gefallen lassen. Ich trieb es noch ein wenig weiter und sagte dass dies ohnehin nur die übliche Schimpftirade sein würde und dann geht jeder wieder seinem Leben nach. Wir fressen Scheiße und das scheint uns zu gefallen weil wir nicht wirklich etwas dagegen unternehmen. Wir schimpfen und dann kehren wir nur wieder in die Herde zurück und grasen vor uns hin.

Darauf fragte mich jemand ob ich dachte dass sie alle Idioten wären. Ich sagte dass ich dieses Missverständnis lieber gleich aufklären möchte. Ich denke nicht das wir alle Idioten sind, ich weiß es ganz genau.

Wie sonst können wir den Mist den wir seitens der Politik jeden Tag bekommen zwar kritisieren aber dann murren und wieder wie ein Schaf in die Reihe treten? Wie können wir zu Fettes und zu Süßes Zeug in uns reinstopfen und uns dann wundern dass wir an Arterienverkalkung leiden und sterben? Wie können wir die Verbrennungsrückstände von Tabak in unsere Lungen aufsaugen (und das voller Absicht und angeblich mit Genuss) und uns dann wundern wenn wir Krebs bekommen?

Und ja, wie können wir die stärksten Gifte die wir kennen in die Gegend blasen nur damit wir nicht über intelligentere Lösungen nachdenken müssen wie wir uns fortbewegen.

Mann, langsam komme ich mir vor wie eine Schallplatte mit einem Sprung. Die Älteren unter uns wissen sicher noch was eine Schallplatte ist und was passiert wenn sie einen Sprung bekommt.

Diesel ist Scheiße und diese Scheiße füllen wir in fahrende Müllverbrennungsanlagen die wir Fahrzeuge nennen damit wir die hochgiftigen Rückstände dieser Verbrennung besser über Stadt und Land verteilen können damit jeder sehr gründlich vergiftet werden kann. Und wir versuchen uns zu beruhigen indem wir Emmissionsrichtlinen erlassen die vollkommen wirkungslos sind.

Dieses Zeug kann nicht gefiltert werden. Manchmal muss man das Übel mit der Wurzel ausreißen und die Wurzel ist die Verbrennung selbst.

Ich werde hier nicht mehr erklären was Feinstaub und vor allem Nanofeinstaub in unseren Körpern anrichtet und was er aus unseren Kindern macht. Lies meine Artikel in diesem Blog dazu.

Wenn es nur die Verschwörung einiger böser, machtbesessender Verbrecher wäre die diese Welt im Griff haben – aber das ist es nicht. Wir selbst sind es, unsere eigene Faulheit. Unsere eigene Feigheit – unser mangelndes Rückgrat macht uns fett, krank und bringt uns um. Wir können dieser Scheiße nicht entkommen – niemand kann. Auch der böse, machtbesessene Widerling nicht weil Nanofeinstaub keine Grenzen kennt und jeden Filter durchdringt.

Glaub nicht dass es dir besser geht weil du einen Luftfilter im Auto oder zuhause hast. Du bist auch ein Idiot weil wir keine Filter haben die uns wirkungsvoll schützen. Und überhaupt – wollen wir wie Astronauten auf unserem Planeten leben weil die Aussenwelt zu giftig geworden ist? Statt Mondbasen bauen wir dann Erdbasen. Schon den Film „Kampf um die Erde“ mit John Travolta gesehen? Wollen wir in solchen Glashäusern leben?

Unsere Lust am schimpfen ohne jemals etwas tun zu wollen hat uns die Hypo und viel anderes beschert das andere uns eingebrockt haben und wir nun auslöffeln dürfen. Oder waren es wirklich die anderen die uns das eingebrockt haben? Waren es nicht vielmehr wir? Seit vielen Jahren wissen wir schon was passiert – komm schon, du wusstest es auch. Nur weil du dich blind und taub gestellt hast heißt das nicht dass du es nicht gewusst hast.

Nicht hinschauen dann geht's schon weg ...
Nicht hinschauen dann geht’s schon weg …

Aber du hast gehofft du müsstest nichts machen und dass das Problem irgendwie von ganz von selbst verschwinden würde. Hat es aber nicht. Wie kann es auch? Wenn du nicht ganz genau siehst wie sich ein Problem auflösen soll, dann wahrscheinlich weil es sich einfach nicht auflösen will.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Bei Diesel und Feinstaub ist es ja genauso. Irgendwie wussten wir immer schon dass uns dieser Mist umbringen wird aber irgendwie dachten wir dass sich schon alles irgendwie auflösen würde. Wir beruhigen uns indem wir so tun als ob wir das Problem managen könnten. Dabei ist es ja nicht so dass wir keine Lösung hätten. Und diese Lösung kostet uns auch nicht die letzten hart verdienten Kröten sondern sie löst das Problem und macht Transport sogar noch billiger. Diese Lösung heißt CNG für PKW’s und LNG für den Schwer-Verkehr.

Und ganz nebenbei kommen wir so auf den Goldenen Pfad von wahren Null Emissionen. Wir können die schlimmste Scheiße sofort beenden und uns dann Schritt für Schritt in eine noch sauberere und leistbare Zukunft bewegen.

Aber wollen wir das wirklich? Wahrscheinlich nicht – weil wir alle Idioten sind. Oder waren wir nur Idioten und entscheiden uns jetzt – es endlich zu beenden? So wie jemand mit Übergewicht, der eines Tages die Entscheidung trifft nun endlich nicht mehr jede Scheiße in sich reinzustopfen damit die Hose wieder passt. Oder so wie ein schwerer Raucher entscheidet endlich die Glimmstängel zur Seite zu legen damit die Stiegen wieder ohne zuviel Gekeuche funktionieren?

Wir haben es in der Hand denn wir können selbst entscheiden ob wir weiter Idioten sein wollen oder ob wir sagen – ES REICHT. Es geht auch anders.

Freiwillig werden Politiker nicht das tun wofür sie bezahlt werden. Dafür machen es ihnen wir Idioten viel zu einfach. Einfach nur vor jeder Wahl lieb schauen und auf verständnisvoll tun hat ja bis dato offensichtlich auch gereicht. In Wahrheit kümmern sie unsere Anliegen einen ganzen Scheiß und dass ganze Jahr über zeigen sie uns das auch sehr eindrucksvoll indem sie uns ganz frech anlügen und wir lassen uns den Mist gefallen.

Hört endlich auf euch selbst anzulügen. Energie und Mobilität müssen nicht teuer sein und schon gar nicht müssen sie uns umbringen. Wird Zeit dass wir den Idioten in uns überwinden und die Entscheider zwingen, etwas zu tun. Es liegt rein nur an uns.

Bis in die Zellkerne – wie uns Dieselabgase zu Mutanten machen

Bis in die Zellkerne – wie uns Dieselabgase zu Mutanten machen

Wir alle denken, dass Umweltschutz nichts ist was uns direkt betrifft. Was schert es mich schon, wenn einige Eisbären am Nordpol mehr schwimmen müssen oder der Regenwald stirbt wo doch die Schweinshaxe so gut schmeckt. Die gute Laune muss ich leider trüben. Weil Umweltschutz immer mehr zum Selbstschutz wird.

Mit der Einführung moderner Direkteinspritzer und sogenannter sauberer Dieselmotoren werden wir von einer gewaltigen Flut an ultrakleinen Partikeln überschwemmt, die uns bis in die Zellkerne verändert. Und das meine ich genauso wie ich es hier sage.

Sowohl der Benzinmotor, aber noch viel mehr der Dieselmotor sind Produzenten von Feinstaub. Bis hier nichts Neues. Auch die Unterschiede zwischen dem gröberen Feinstaub (über 2,5 Mikrometer) und der wesentlich feineren Sorte (unter 2,5 Mikrometer und bis zu 0,001 Mikrometer) habe ich auch schon bis zum Erbrechen rezitiert.

Ultrafeinstaub macht das ...
Ultrafeinstaub macht das …

Die modernen, sogenannten sauberen Motoren fahren allerdings alle mit sehr viel höherer Betriebstemperatur und produzieren somit auch mehr kleinere  und weniger größere Partikel. Das ist gut für die Fahrzeugbauer, weil die kleinen Partikel weitaus weniger ins Gewicht fallen bei der Abgasmessung. Das ist ein Paradox, weil gerade diese Partikel die schädlichsten sind. Verfolgen wir doch so ein ultrakleines Partikel in den Körper.

Nennen wir es „Spooky“. Spooky ist ein wirklich kleiner Geselle. Er ist nur 5 Nanometer groß. Die Relationen werden bei der Reise etwas verständlicher.

Spooky wurde in einer heißen Umgebung unter sehr viel Druck im Inneren eines Dieselmotors geboren. Gleich nach der Geburt musste er durch einen Hindernislauf an Geräten. Im Katalysator hat er sich etwas Palladium einverleibt und im Partikelfilter noch ein wenig Dioxin. Bei der Geburt war Spooky gerade einmal einen Nanometer groß.

Als er den Auspuff verließ, kühlte Spooky sehr stark ab und konnte sich so gleich mit mehreren Artgenossen zu einem größeren Spooky zusammenschliessen. Jetzt, seine vollen 5 Nanometer erreicht, war er neugierig die Welt zu erkunden. Spooky  ist sehr leicht und somit hat die Gravitation auch nicht sehr viel Wirkung auf ihn. Die Luft ist sowas wie Wasser für ihn und er steigt weit hinauf. Die Winde nehmen Spooky auf eine mehrere Hundert Kilometer lange Reise in ein entferntes Alpental mit. Dort, auf einer entlegenen Alm trifft Spooky Josef, einen Senner der gerade beim Heu mähen ist.

Als Josef gerade mit dem Traktor fährt wird Spooky durch seine Atmung angesaugt, zusammen mit etlichen Milliarden anderer Partikel so wie er.

Vorbei ging es an den Bronchien wo sich die großen Brüder verabschiedeten, weil sie in den Schleimhäuten hängen blieben. Bis ins Lungenbläschen verabschiedeten sich noch einige seiner Partikelkollegen, aber die meisten – vor allem die Feinstpartikel –  kamen mit ins Lungenbläschen. Dort flog Spooky geradewegs in die Membran. Da er so klein ist passte er wunderbar durch einen der Kanäle wo Sauerstoff und CO2 ausgetauscht werden. So ging es direkt ins Blut. Ein Lungenbläschen ist verglichen mit Spooky schon eine beachtliche Angelegenheit. Seines war 100 Mikrometer im Durchmesser. Das war 20.000 Mal größer als er selbst. Das ist in etwa so, als ob ein ausgewachsener Durchschnittsmann in einer Blase – der Größe von etwa mehr als Wien- herumfliegen würde.

Im Blut war es gemütlich. Spooky reiste auf einem roten Blutkörperchen mit. Viele der anderen Partikel sind bei einem Makrophagen (weiße Fresszelle) hängengeblieben und haben bei dem eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Später werden etliche solcher Fresszellen im ganzen Körper für latente Entzündungen sorgen und Herzbeschwerden bis hin zum Herzinfarkt und andere Infekte auslösen.

Spookys rotes Blutkörperchen war 8 Mikrometer groß. Das ist immer noch 1600 mal größer als Spooky selbst. Das ist so als ob einem Mann beim Schwimmen ein Berg von der Größe der Zugspitze begegnet. Der Makrophage der Spooky bei der Lunge begegnete war doppelt so groß. Schon ein wenig schaurig. Aber auch das rote Blutkörperchen war von Spookys Geschwister besetzt und hatte Mühe seinen Job, Sauerstoff in die Organe zu bringen, ordentlich zu erledigen.

Mann sind die klein ...
Mann sind die klein …

Aufgrund seiner Kleinheit schlüpft Spooky mühelos durch die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn schützt. Am Gehirn angekommen dringt Spooky in ein Neuron (eine Gehirnzelle) ein. Auch das war nicht sonderlich schwer, da die Kanäle die Stoffe in die Zelle und aus der Zelle herauslassen, bis zu 40 Nanometer groß sind. Das ist für Spooky in etwa wie wenn ein Mann durch das Riesentor des Stephansdoms spaziert. Nicht gerade beengend.

In der Zelle ist mächtig Platz. Spooky ist auch nicht allein. Etliche tausend seiner Artgenossen haben es in die Zelle geschafft und reisen weiter. Er kommt an einer Mitochondrie vorbei (ein Zellkraftwerk) die etwa 200 Mal größer war als er. Immer noch so groß wie das Empire State Building verglichen mit einem Menschen. Etliche von Spookys Geschwistern haben es sich im Mitochondrium gemütlich gemacht. Dort liegt freie DNA die Spookys Geschwister nun verändern, womit das Mitochondrium statt ATP (Adenosintriphosphat oder der Stoff der uns am Leben hält) andere Gifte erzeugen. Das Mitochondrium ist somit von einer Quelle der Energie und Kraft zu einer Giftschleuder geworden.

Spooky schwimmt weiter und begegnet noch etlichen anderen Organellen denen es nicht viel besser ergeht wie unserem armen Mitochondrium. Am Zellkern angekommen schlüpft Spooky durch einen der Isotopenkanäle, der immerhin noch 10 Nanometer oder doppelt so groß wie er selbst ist. Nur noch die kleinsten Geschwister – so wie Spooky selbst – sind jetzt noch da, aber da es ja so unglaublich viele waren ist keine Zeit sich einsam zu fühlen. Die DNA lag vor Spooky und weil es so klein ist, kann es auch ein paar Basenpaare herausschießen und so eine Mutation hervorrufen. Spooky hat Krebs ausgelöst und seinem Träger schwere Zeiten beschert.

Unsere Geschichte zeigt sehr deutlich, dass ultrakleine Partikel aus Dieselmotoren im Körper keine Schranken finden. Der Körper kann sich seiner auch nicht entledigen. Erst das Skalpell des Chirurgen wird Spooky zusammen mit dem Tumor entfernen. Diese Geschichte findet jeden Tag viele Milliarden Male statt. Das Resultat sind mindestens 8000 Tote jedes Jahr in Österreich allein. Das ist mehr als alle Verkehrstoten zusammen.

Aber es muss nicht so sein. Schaffen wir den Dieselmotor ab und verhindern so, dass uns noch viele weitere Spookys durchdringen. Du selbst trägst schon Milliarden über Milliarden von Spookys in Dir spazieren und Du gibst sie an Deine Kinder weiter. Eines Tages wird Spooky auch Dich umbringen.

Für unsere Kinder – und auch für uns selbst

Für unsere Kinder – und auch für uns selbst

Seit fast 2 Jahren sind wir unterwegs, um das Leben in Österreich etwas erträglicher zu gestalten und es ist Zeit eine harte Position einzunehmen.

Feinstaub ist für alle Menschen hochgiftig, aber das Bewusstsein dafür scheint in der Bevölkerung noch nicht wirklich zu existieren. Man nimmt es als etwas wahr, das maximal ein wenig stört. Nicht aber als etwas, das einen schwer krank macht.

Wenn man hört, dass Feinstaub Lungenkrebs verursacht, dann klingt das zwar schockierend, solange man davon allerdings nicht selbst betroffen ist, verdrängt man das recht schnell wieder. Von all den anderen Leiden hört man, aber nichts in unseren Massenmedien.

Nano-Feinstaub in action ...
Nanofeinstaub in Aktion …

Nehmen wir den Herzinfarkt. Er ist der größte Killer der Welt – an keinem anderen Leiden sterben mehr Menschen. Herzinfarkt wird als Resultat ungesunder Lebensweise dargestellt und diese Darstellung ist nicht vollkommen falsch. Nur vergisst man dazu zu sagen, dass Feinstaub das Herzinfarktrisiko raketenartig in die Höhe schießen lässt. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass vor allem Ballungsräume mit hohen Feinstaubwerten eine deutlich kränkere und schneller sterbende Bevölkerung aufweisen. Der Zusammenhang liegt auf der Hand.

Aber zusätzlich gibt es auch an feinstaubstarken Tagen besonders viele Tote. Warum ist das so?

Nanofeinstaub (die neuen sogenannten supersauberen Dieselmotoren produzieren mehr davon als jeder Motor zuvor) dringt direkt durch die Lungenbläschen in den Blutstrom ein. Dort bindet er das Blutplasma (die Flüssigkeit in der die Blutkörperchen schwimmen) und verdickt so das Blut. Dabei bilden sich Thromben (Klumpen im Blut) die dann Gefäße verstopfen. Wenn das Herz oder die Lunge oder auch das Gehirn betroffen sind, wird es lebensgefährlich. Studien haben gezeigt, dass es weniger als zwei Stunden nach Einatmen gebraucht hat um die Thromben zu bilden.

Und Sie können sich auch in Innenräumen davor nicht schützen. Ultrafeinstaub ist unter 70 Nanometer Partikelgröße ein Aerosol und somit Bestandteil der Luft. Diese Partikel sind auch nur sehr schwer zu filtern. Messungen haben ergeben, dass die Feinstaubkonzentration in Ballungsräumen innen genauso hoch wie außen ist. Sie können die Fenster also ruhig auch neben einer stark befahrenen Straße aufmachen. Das Einzige, was Sie vielleicht ein wenig dämpfen, ist der Lärm.

Diese ultrakleinen Nanopartikel reisen auch sehr weit. Da sie ein Gas und nicht mehr ein traditioneller Feststoff sind, sinken sie auch kaum mehr ab. Damit verteilen sie sich rund um den Globus.

Bleiben wir bei uns.

Besonders gefährdet sind vor allem Kinder und Jugendliche. Ihre Körper sind in der Wachstumsphase richtige Staubsauger für diese Partikel die sie dann in ihrem Gewebe einlagern. Sobald die Nanopartikel einmal in Zellen gespeichert sind, sind sie nur sehr schwer wieder loszuwerden. Das geht nur über eine Ausleitung, was sehr mühsam und alles andere als angenehm ist.

Wir erleben eine noch nie dagewesene Welle tiefgreifender Entwicklungsstörungen bei Kindern wie Autismus, ADHS oder Lerndefizite in einem Ausmaß wie es sie noch nie gegeben hat. Dr. Kanner, der Arzt der den Autismus die moderne Definition gegeben hat, meinte noch in seinem ganzen Leben nicht mehr als 30 Autisten getroffen zu haben. Das war in den dreißiger Jahren.

Autismus-Ärzte und Therapeuten machen diese Zahl heute fast im Monat. Sicher wird heute überdiagnostiziert. Aber um über 10.000%?

Wir haben auch einen astronomischen Anstieg an allen Arten der Persönlichkeitsstörung. Forscher haben den Zusammenhang zwischen Geistesstörungen und Krankheiten bis hin zur Demenz in meterdicken Studien klar erwiesen. Bei Versuchen der Universität Freiburg wurden die Nanopartikel 2 Stunden nach Einatmen an den Neuronen festgestellt wie sie Synapsen auflösen. Nanopartikel machen also definitiv dumm, und das nicht im übertragenen Sinne des Wortes.

Die WHO ging 2012 soweit die Abgase aus der Dieselverbrennung auf die selbe Stufe mit Asbest, Arsen und Senfgas zu stellen. Jeder Atemzug kostet Sie Hirn und Leben – Atmen ist lebensgefährlich geworden. Und statt mit den neuen Emissionsrichtlinien Licht am Ende des Tunnels zu sehen, wird es offenbar immer schlimmer.

Klein und tödlich ...
Klein und tödlich …

Bei Feinstaub gibt es keine Toleranzgrenzen. Egal welche Menge, Feinstaub wird unseren Organismus schädigen. Das ist nicht wie bei CO2, das normaler Bestandteil der Atmosphäre ist. CO2 schädigt den Menschen nicht direkt. Er atmet es ein und aus, ohne Probleme. Und Pflanzen bauen es aus der Atmosphäre wieder ab. Und doch haben wir so viel Angst davor.

Feinstaub ist sehr viel schlimmer. Es gibt keine natürlichen Nanopartikel, also konnte der Körper nie lernen damit umzugehen. Und er ist in jeder Konzentration giftig und wird auch nicht abgebaut. Wir müssen ihn vermeiden.

Zuerst brauchen die Kinder, die Alten und die Kranken Schutz. Daher unsere Vorschläge und da ich aus Wien komme, mache ich daraus gleich Forderungen an die Wiener Politik.

  • Keine Dieselfahrzeuge vor Schulen, Kindergärten, Kindertagesheimen, Spielplätzen und Krankenhäusern im Umkreis von 100 m ab Außengrenze des jeweiligen Etablissements oder Orts.
  • Die Stadt Wien etabliert eine Karte mit all diesen Einrichtungen und den entsprechenden Exklusionszonen und stellt diese online.
  • Errichtung von Warnschildern ab wo man mit Dieselfahrzeugen nicht mehr fahren darf;
  • das gilt für alle Dieselfahrzeuge, auch EURO 6, weil jene die größten Nanopartikel-Schleudern sind.
  • Verpflichtung zum schrittweisen Ausstieg aus Diesel im öffentlichen Verkehr mit einem klaren Stufenplan und einem verpflichtenden Zeitpunkt ab wann der Vollausstieg erreicht sein muss.
  • Neue Messvorrichtungen für speziell Nanofeinstaub an zumindest 20 neuralgischen Punkten in Wien mit sofortiger Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer eigens einzurichtenden Website.
  • Warnsystem bei Überschreiten der Grenzwerte mit Nachrichtensendungen zu denen sich alle Sender verpflichten müssen (Gesetzesänderung dahingehend).
  • Mindestmessgröße für Nanopartikel soll 0,001 Mikrometer sein.
  • Neu zu etablierende Grenzwerte für Nanofeinstaub (das gilt für Fahrzeuge außerhalb der Schutzzonen in denen Dieselfahrzeuge noch fahren dürfen, Dieselfahrzeuge können niemals Nanofeinstaubfrei betrieben werden – das Ziel muss daher der vollständige Ausstieg aus Diesel sein, aber uns ist klar, dass dies nur schrittweise möglich sein wird).
  • Plakette für alle Gas- und Elektrofahrzeuge die keinen Feinstaub produzieren (alle anderen dürfen nicht in die Schutzzonen).
  • Strafkataloge für alle Fahrzeuge die in die Zonen einfahren mit Fahrzeugstilllegungen und Geldstrafen (bei LKWs ist elektronische Überwachung durch GPS zu überlegen).
  • Partikelsteuer von 60 Cent pro Liter Diesel und 40 Cent pro Liter Benzin beim Treibstoffverbrauch zusätzlich zu dem was heute kassiert wird. Verpflichtung, dass feinstaubarme Treibstoffe keine solche Steuer zahlen müssen.
  • Zweckbindung der Partikelsteuer für die Umsetzung der oben genannten Maßnahmen sowie fürs Gesundheitsbudget.

Starker Tobak? Sicherlich – aber es ist auch unser Leben das davon abhängt. Und vergessen wir nicht – mit Erdgas oder noch besser Biogas haben wir eine Alternative die – schon jetzt billiger als Diesel – funktioniert.

Die Wirtschaft bräuchte sich also nur umzustellen. Auf lange Sicht spart das Geld und rettet ihr Konsumenten, denn Wahnsinnige und Tote sind keine guten Klienten. Und Wähler auch nicht.

Staudämme sind Klimakiller – glaubt es ruhig!

Staudämme sind Klimakiller – glaubt es ruhig!

Seit jeher wird uns von Grünen und dem Verbund suggeriert, dass wir in Österreich eine Elektrizitäts-Insel der Seligen sind, weil wir so viel Strom aus Wasserkraft erzeugen und Wasserkraft ja bekanntlich auch sehr sauber ist. Sauberer als alles was wir kennen.

Wirklich?

Schauen wir näher hin. Es gibt weltweit immer mehr Studien wonach Staudämme schlimmere Klimakiller als so manches Kohlekraftwerk seien. Wie soll das gehen?

Mmmmhh, riecht toll ...
Mmmmhh, riecht toll …

Kommen wir zu den uns bekannten Verursachern von Treibhausgasen. Bei der Verbrennung von Kohlewasserstoffen wird bekanntermaßen unter anderem CO2 erzeugt. Wenn der Treibstoff nicht aus einem Biotreibstoff besteht – das heißt wenn er nicht bei der Erzeugung CO2 aus der Atmosphäre entnommen hat und das zeitnahe – dann bringt es CO2 in die Atmosphäre das da vorher nicht war. Zumindest nicht in den letzten Millionen Jahren. Fossile Treibstoffe sind im Prinzip nichts anderes als vor Jahrmillionen  gespeichertes CO2.

Fossile Treibstoffe zu verbrennen, verstärkt also den Treibhauseffekt und treibt die Klimaveränderung an. Soweit nichts Neues.

Nun ist aber CO2 bei weitem nicht das einzige Treibhausgas und schon gar nicht das Schlimmste. Methan – wenn es unverbrannt in die Atmosphäre gelangt – ist ein weitaus potenteres Treibhausgas als CO2. So toll Methan auch als Treibstoff ist – weil es so unglaublich sauber verbrennt – so schädlich ist es in freier Form unserer Atmosphäre. Nicht das es giftig wäre oder gar explodieren könnte. Es ist ansonsten ein recht freundliches Gas, aber es speichert auch die Sonneneinstrahlung sehr gut – viel besser als CO2.

Nun sind die Staubecken sämtlicher Staukraftwerke auf der Welt unglaublich große Reservoirs an Biomasse die da unter Wasser fröhlich vor sich hinblubbern und modern. Flüsse, die in diese Staubecken führen und auch auf direktem Wege gelangen so täglich neue Mengen an Biomasse, Sedimente und Erde in die Staubecken. Ideale Bedingungen für methanophile Bakterien die in dieser Masse einen idealen Nährboden finden.  Sie machen also das was sie am besten können – Methan produzieren. Das ist nicht sehr viel anders als bei der Biogaserzeugung nur mit dem Unterschied, dass es nicht in einem geschlossenen System, sondern in freier Natur passiert. Darüberhinaus geht es hier um absolut unvorstellbare Mengen.

In Staubecken entstehen enorme Schlammablagerungen die sich mit organischem Material, das ins Becken fällt oder geschwemmt wird, durchmischt. Durch die Staumauer können diese Materialien nicht mehr weitergespült werden und sammeln sich so in riesigen Schlammpools die da fröhlich vor sich hinblubbern. Das brasilianische Institut für Raumstudien schätzt, dass Staudämme mit 23% Gesamtanteil die größten von Menschen geschaffenen Verursacher von Methanemissionen in die Atmosphäre sind. Der US Geological Survey beobachtet schon seit 1948 enorme Schlammebenen rund um Lake Mead (der Stausee hinter dem Hoover Damm) die sie seit damals „Gaskammern“ nennen.

Eine Studie hat ermittelt, dass die Staubecken der Welt mehr Methan in die Gegend pupsen als alle Kohlekraftwerke der Welt an CO2 Äquivalent (das heißt so viel CO2 wie es brauchen würde um den selben Treibhauseffekt zu erzeugen). Das bedeutet auch, dass die Staubecken wesentlich größere Klimakiller sind als die verteufelten Kohlekraftwerke.

Nicht missverstehen – ich will hier nicht die Kohlekraftwerke verteidigen  sondern nur einen Vergleich aufstellen. Gaskraftwerke sind dahingehend noch wesentlich umweltfreundlicher als Strom aus Wasserkraft, weil sie die meisten anderen Emissionen der Kohle- oder Schwerölkraftwerke auch nicht erzeugen. Damit will ich zeigen, dass Wasserkraft nicht zur Rettung  unseres Planeten geeignet ist.

Und es wird noch schlimmer – Staudämme gehören zu den allergrößten Bauwerken der Menschheit und ihr Bau verschlingt Unmengen an Zement. Allein die Herstellung dieses Zements verursacht sehr hohe CO2 Emissionen.

Die größte Stauanlage der Welt – die Drei-Schluchten-Talsperre  in China hat gigantische 11 Millionen Tonnen Zement verschlungen. Normaler Zement muss bei  1400 Grad gekocht werden und bis in die sechziger Jahre galten Zementwerke als wahre Dreckschleudern. Aber auch mit den modernsten Filtermethoden verursacht die Zementherstellung heute immer noch viermal so viel CO2 Ausstoß wie der weltweite Flugverkehr.

Dabei reden wir aber noch gar nicht von Emissionen durch die Fahrzeuge die beim Bau am Werk sind. Es sind rein nur jene Emissionen die direkt durch die Herstellung des Zements anfallen. Der Bau eines mittelgroßen Staudamms verursacht etwa so viel CO2 wie 46.000 Autos die alle ein Jahr lang die Straßen verstopfen. Gar nicht mehr grün, diese Staudämme – oder was meinen Sie?

Wie toll er sich in die Landschaft fügt ...
Wie toll er sich in die Landschaft fügt …

Desweiteren sind Staudämme (vor allem die ganz großen am Amazonas oder in China) riesige Zerstörer von Ecosystemen. Ganze Landstriche werden verwüstet und überflutet, Wälder gerodet und ganze Tier- und Pflanzenwelten werden unwiederbringlich zerstört. Das bringt nur noch mehr Biomasse ins Gewässer, was seinerseits wieder die Methanproduktion antreibt. Aber noch schlimmer verschwinden damit große CO2 Filter die ansonsten sehr viel Treibhausgas aus der Atmosphäre gefiltert hätten.

Nicht alle Stauanlagen sind gleich. Ein Damm mitten in der Wüste wie Assuan in Ägypten ist sicher kein so großer Lebensraumzerstörer wir der Three Gorges Dam in China, aber auch er ist ein gewaltiger Biomasse-Fänger und somit ein gewaltiger Methanproduzent.

Wir müssen uns angewöhnen, nicht automatisch Naturschutz mit Wasserkraft zu verbinden. Das möchten uns zwar die Grünen und etliche Umweltschutzgruppen weismachen, aber das soll im besten Fall nur verdecken, dass sie sich keine besseren Alternativen vorstellen können und daher wird einfach die lästige Wahrheit ausgeblendet. Im schlechtesten Fall aber sind diese Organisationen zynische Betrugsmaschinen die uns wissentlich Lügen auftischen um ja niemals etwas für den Umweltschutz tun zu müssen.

Denn all diese Organisationen leben ja toll davon, dass es uns nicht gut geht. Wären unsere Umweltprobleme gelöst, bräuchte sie schließlich keiner mehr und das darf niemals sein.

Und vom Verbund, der sich eine goldene Nase mit den Staubecken verdient, braucht man auf Ehrlichkeit gar nicht erst zu warten. Das verträgt sich nicht mit den Gewinnerwartungen der Manager.

Staudämme (sowohl in den Alpen als auch an Flüssen) sind gewaltige Klimakiller und wir sollten uns gut überlegen, ob wir solche Monster überhaupt erst wollen oder nicht doch in eine dezentrale, erneuerbare Biogas Welt investieren die sich relativ billig und vor allem wirklich sauber realisieren lässt. Denn Methan sollte in unseren Autos verbrennen  und nicht in Staubecken in die Gegend blubbern.

Ein Plädoyer für Schiefergas

Ein Plädoyer für Schiefergas

Vor wenigen Tagen hatte ich in einem Beitrag zur europäischen Energie wohlwollende Worte zu Schiefergas verloren. Ich hatte kaum jemals so hasserfüllte Kommentare dazu gelesen.

Man sollte denken, dass in Österreich eine zivilisierte Diskussion zu diesem Thema stattfinden könnte. Scheint aber nicht so zu sein.

Nun möchte ich aber auch nicht einigen professionellen Raunzern und ewig alles Schlechtmachern zu viel Bedeutung schenken. Denn wenn ich mich auf der Straße zum Thema Schiefergas unterhalte, schlägt mir zwar auch öfter Skepsis entgegen, aber doch eher die zivilisierte Form. So rabiat wie im Internet wird es niemals.

Nun, im Internet verstecken sich die meisten halt hinter ihren Pseudos. Da wird schnell einmal aus einem biederen Familienvater ein furchtloser Rächer der Enterbten und aus einem Heimchen am Herd eine bissige Amazone. Wo sind diese Heldentypen denn im wahren Leben? Wahrscheinlich so wie immer schön angepasst und unauffällig. Die Leute könnten ja etwas Schlechtes denken.

Soviel dazu.

Hey, ich fracke gerade etwas ...
Hey, ich fracke gerade etwas …

Aber jetzt zurück zum Schiefergas. Es ist schon komisch welche Emotionen das Thema auslöst und wie sehr sich vor allem der gesunde Menschenverstand dabei ausschalten lässt. Dass im Besonderen militante Umweltschützer nicht immer sehr rational argumentieren, ist ja nichts Neues.

Aber wenn dann ein Energiekonzern, der nicht gerade für umweltschonende Maßnahmen oder Fördermethoden bekannt ist, ins Konzert einstimmt, dann stimmt das schon etwas bedenklich. Für Gazprom ist Schiefergas eine sehr ernste Bedrohung.
Momentan ist Europa die einzige Cash Cow des Unternehmens. Die eigenen Kunden in Russland müssen immer noch billigst bedient werden, weil unter anderem der billige Gaspreis ein Mittel zur Beschwichtigung der Bevölkerung ist. Da ist nichts zu holen. Und die China-Leitung liegt noch nicht.

Zum Thema China muss außerdem noch gesagt werden, dass die Felder so weit weg vom Markt und die Erschliessungs- und Anschlusskosten so exorbitant sind, dass selbst von russlandfreundlichen Experten bezweifelt wird, ob damit jemals Geld zu verdienen ist.

Damit ist der europäische Markt zu einer der wichtigsten Lebenslinien Russlands geworden – auch wenn das Russland oft anders darszustellen versucht. Natürlich klammern sie sich an jeden Ast, der ihnen die weiterführende Abhängigkeit der Europäer von russischem Gas verspricht.

Würde Europa ernsthaft Schiefergas entwickeln, würde sich dieser Markt ähnlich entwickeln wie Nordamerika. Europäisches Schiefergas würde schnell wesentlich billiger werden als Russengas und nicht nur die Abhängigkeit wäre gebrochen. Es würde sogar einetödliche Konkurrenz darstellen. Das ist für die Russen eine Bedrohung die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt.

Aber es geht noch weiter. In Nordamerika stellt ein großer Teil der Transportwirtschaft auf LNG oder CNG als Treibstoff um, weil es so viel billiger ist als Diesel. Man stelle sich eine ähnliche Entwicklung in Europa vor – gestützt auf billiges Schiefergas aus Eigenproduktion. Plötzlich würde der Konkurrent Schiefergas, in Segmente eindringen, die bislang als sicher galten.

Russland verdient heute wesentlich mehr Geld mit dem Verkauf von Öl und Ölprodukten als mit Gas. Wenn jetzt plötzlich die Europäer als verlässliche Ölkonsumenten wegbrechen würden, kommt das nahezu einer Kriegserklärung gleich.

Für die Russen ist das dann in etwa wie „ich brauche deine Produkte nicht mehr und alles andere was du hättest braucht sowieso auch keiner – bau doch bitte eine ordentliche Wirtschaft auf und  komm (erst) dann wieder“.

Man stelle sich einmal vor, dass die Russen, die es gewohnt waren, dass man sie ob ihrer Energieprodukte immer hofiert hatte, auf einmal wie jeder andere behandelt würden. Das darf nicht sein und deshalb ist jedes Mittel recht, um den Status quo zu erhalten.

Hier kommen den Russen die europäischen Umweltschützer recht. Russland ist kein Grünland, aber wenn es um den Schutz eigener Interessen geht, ist jede Allianz ok. Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

Der Feind, das sind europäische Bürger und Konsumenten die es leid sind, überhöhte Preise für Energie zu zahlen, um sich dann auch noch verhöhnen zu lassen. Sie müssen mit allen Mitteln in der Abhängigkeit gehalten werden, und dabei ist auch die Furcht vor dem was man nicht kennt, ein toller Gehilfe.

Schiefergas wurde in den letzten Jahren als etwas Dämonisches hingestellt. Die meisten Leute wissen noch nicht einmal was das wirklich ist, aber sie scheinen zu wissen, dass das ganz schlecht für die Umwelt sein soll. Mit selbsternannten Experten die noch nie ein Bohrloch gesehen haben, ist nicht zu diskutieren, weil die immer auf ihrem Standpunkt bleiben und selbst die härtesten Fakten niemals anerkennen würden.

Ist etwa so wie Kinder die sich auch die Augen zuhalten im Glauben, dass man sie dann nicht sieht. Und mit der Gazprom (und sicher noch so einigen anderen Ölfirmen, die um ihre Profite fürchten) haben sie finanzstarke Partner.

Schauen wir uns an, wer in Nordamerika die Schiefergas-Pioniere waren. Kleine, lokale Gesellschaften die sich im klassischen Ölgeschäft nicht behaupten konnten, weil man dort von den Mastodonten (den grossen energiekonzernen) totgetrampelt wird. Die Großen mussten sich später, nachdem der Boom voll im Gange war, teuer einkaufen, damit sie wenigstens dann mit von der Partie sind.

In Europa will keiner von den Großen ein ähnliches Szeario. Ihre Kunden haben sie immer gut leben lassen – quasi nicht viel Arbeit für sehr viel Geld. Wer will sowas schon verändern? Ist ja ähnlich wie bei Gazprom.

Schiefergas ist nichts anderes als Erdgas. Es kann sehr sicher und vollkommen umweltverträglich gefördert werden. Würde man die Standards die heute bei Neubohrungen in den USA gelten, im Weinviertel anwenden, müssten sämtliche konventionellen Öl- und Gasquellen geschlossen werden. Von den Russischen rede ich noch gar nicht.

Ein Freund in der Pharmaindustrie sagte mir einmal, dass man heute eine normale Himbeere nicht mehr durch das Genehmigungsverfahren bekommen würde, weil sich darin an die 150 Substanzen befinden die zumindest bedenklich seien.

Na wenn alle rennen, dann ...
Na wenn alle rennen, dann …

Ein anderes Beispiel. Wenn Benzin heute nicht so allgegenwärtig wäre, sondern eine neue Treibstoffart, würden extreme Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden und ungeschultes Personal dürfte keinesfalls damit hantieren. Benzin ist hochexplosiv und seine Dämpfe sind giftig.

Trotzdem fühlt sich niemand unsicher in der Nähe einer Tankstelle. Das aus Schiefergas gewonnene LNG ist extrem harmlos dagegen. Es kann nicht explodieren und ist auch ungiftig. Nur sehr kalt. Trotzdem werden extreme Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Spezialhandschuhe müssen beim Tanken getragen werden und eine Schutzbrille auch. Gleichwertige Maßnahmen beim Tanken von Benzin würden Raumanzüge erfordern und eigene Schutzzonen mit speziellen Vorrichtungen zum Abfangen von Schockwellen bei Explosionen.

Beim Schiefergas ist das nicht anders. Hier gelten teilweise Sicherheitsstandards die es in der Öl- und Gaswelt noch niemals gab. Wer glaubt, dass eine Schiefergasquelle umwelttechnisch problematisch ist, hat noch nie eine ganz normale Ölquelle gesehen.

Und vor allem wegen der hohen Sensibilität werden hier von der Industrie selbst Standards eingehalten, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellen. Ich kenne natürlich die Bilder von brennenden Wasserhähnen, aber beim Berühmtesten davon, hat sogar der Regisseur zugegeben, getrickst zu haben.

Bei Öl und Gas findet die Verwüstung in Russland, Saudi Arabien oder Nigeria statt und deswegen sehen wir sie nicht. Vergleichsweise sichere, saubere Schiefergasförderung  bei uns, wollen wir nicht.

Die MontanUni hat ein neues vollkommen biologisches Fracking-Verfahren entwickelt, und auch das darf nicht getestet werden. Es kann von den Gegnern oft schon gar nicht mehr schlüssig gezeigt werden wo die Umweltschädigung ist, aber man ist trotzdem dagegen.

Dafür stellen wir unzählige Windräder auf, die unsere Stromnetze über Gebühr belasten. Das ist sauteuer und es wirkt auch nicht, weil dadurch viel Kohle ins Land kommt (irgendwie muss man die windstillen Zeiten ja ausgleichen und unsere geheiligte CO2 Bilanz wird zum Leichentuch der Umweltpolitik. In den USA sind die gesamten Emissionen quer durch die Bank massiv gesunken, insbesondere wegen sauberen Schiefergas.

Schiefergas macht Nordamerika zum sauberen Energieparadies mit niedrigen Preisen. Unsere Industrie wandert ab und damit die Jobs, was dann auch die gut Ausgebildeten herüberzieht.

Damit werden wir zur Wirtschaftswüste mit massiver Arbeitslosigkeit, und vor allen Dingen Hoffnungslosigkeit, und Nordamerika hat einige Jahrzehnte sein eigenes Wirtschaftswunder.

Wer jetzt gegen Schiefergas ist, soll bitte eine Alternative aufzeigen, die uns wettbewerbsfähig mit den USA macht, und gleichzeitig unsere Umwelt so schont.

Eine ehrliche Debatte ohne Fuchteln, Schreien und Shitstorms würde schon helfen. Schaffen wir das oder verdammen wir wieder einmal die Ärmsten zum frieren, weil die sich die Heizung nicht mehr leisten können?

Filtern funktioniert nicht – Feinstaub bringt dich um

Filtern funktioniert nicht – Feinstaub bringt dich um
Jeder der hier ich zum ersten Mal ist kennt die Story. Diesel ist Müll der in einer fahrenden Müllverbrennungsanlage (den Dieselmotor) verbrannt wird, wobei Unmengen hochtoxischer Abfälle anfallen, die dann durch den Auspuff ins Freie entsorgt werden. Weiter geht‘s durch die Luft in unsere Lungen und einiges davon (mit Abstand die giftigsten Bestandteile der Abgase) findet sich am Ende in unserem Blut, unseren Muskeln, unseren Knochen, unseren Organen und auch im Gehirn, wo es sich ansammelt und uns langsam umbringt.

Die kleinsten Partikel dringen bis direkt in die Zellkerne vor und schmuggeln sich dort in unsere DNA (Erbgut) was soviel heißt, dass uns Dieselabgase langsam zu Mutanten machen. Die genaue Story von der Reise eines Dieselpartikels gibt es in einem anderen Artikel.

Dieselverbrennung erzeugt nun einmal Unmengen dieser Gifte. Um die immer strenger werdenden Emissionsgesetze wie zum Beispiel die EURO6 Norm einhalten zu können, werden Dieselmotoren zu wahren Technik- Monstern. In erster Linie kümmern wir uns nur einen sehr kleinen Anteil dessen was den Motor als Abgas verlässt.

Deine täglich Dosis kriegst du heute ...
Deine täglich Dosis kriegst du heute …

Der überwiegende Teil der ausgestoßenen Abgase sind reiner Stickstoff – 72% um genau zu sein. Dann kommen noch weniger als 20% CO2 und etwa 8% Wasserdampf. Habt Ihr mitgezählt? 72 plus 20 plus 8 – das macht 100%, aber weil es ja sowohl beim CO2 als auch beim Wasserdampf jeweils ein bisschen weniger ist, bleiben es 99,913 Prozent. Der verbleibende Rest sind 0,087 Prozent und das sind hauptsächlich Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Partikel (bei uns auch gern Feinstaub genannt). Dabei nehmen wiederum Stickoxide und Kohlenmonoxid mit 0,086 Prozent den Löwenanteil ein und alles andere – inklusive allen Feinstaubes – sind nur 0,001 Prozent.

Zum Vergleich. Eine Flasche Römerquelle Wasser enthält in der Regel 1,5 Liter. Etwas mehr als ein Liter davon wäre Stickstoff und etwas mehr als ein 1/4 Liter wäre CO2. Etwa ein Fingerhut voll wären Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Feinstaub. Der Feinstaub allein ist dann nicht mehr als das Volumen einer Micro-SIM Karte. Vergessen wir nicht: eine Micro-SIM Karte in einer 1,5 Liter Flasche.

Nicht wirklich viel, oder? Vor allem wenn man es mit dem Inhalt einer 0,33 Liter Cola Flasche vergleicht, dass das CO2 symbolisiert.

Dieser Hauch von Feinstaub hat es allerdings in sich. Anders als beim CO2 ist Feinstaub hochgiftig. Und auch Feinstaub als solches ist keine homogene Substanz. Grob gesagt kann man zwischen normalen Feinstaub und dem ultrafeinen Staub unterscheiden. Die derzeitigen Emissionsregeln messen nur die Gesamtmasse des Feinstaubes ohne sich jedoch um die Partikelgröße zu kümmern.

Warum ist das wichtig? Nun, generell kann man sagen, dass je kleiner ein Partikel ist, desto tiefer der in unseren Körper eindringt. PM10 (Partikel mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 10 Mikrometern oder einem Hundertstel Millimeter) bleibt in den Bronchien hängen und reizt die Schleimhäute. PM2,5 (ihr wisst schon – halt mit 2,5 Mikrometern) geht bis in die Alveolen (Lungenbläschen) und alles was darunter ist geht ins Blut. Unter PM0,1 (jetzt habt ihr die Übung sicher schon geschnallt) überwinden die Teilchen die Blut-Hirn-Schranke und besiedeln direkt das Gehirn. Unter PM0,01 geht‘s ab ins Innere der Zelle und weiter in den Zellkern.

Potenter Stoff. Wenn es nur so wäre, dass jedes Teilchen seinen Teil der Toxizität mitträgt. Es ist vielmehr so, dass je kleiner das Partikel, desto giftiger ist es. Die pure Masse der Teilchen ist also relativ unwichtig. Es geht vielmehr darum wie der gemessene Feinstaub zusammengesetzt ist. Je mehr feiner Stoff drin ist, desto giftiger wird es. Zum Vergleich – ein Gramm PM 0,01 ist etwa eine Milliarde Mal so giftig wie ein Gramm PM10 und dabei berücksichtige ich die chemische Last noch gar nicht.

Die allermeisten heute eingesetzten Partikelfilter in Dieselfahrzeugen sind allerdings Wandstromfilter, was soviel heißt, dass der Abgasstrom an einer Wand mit einem Katalysten vorbeigeführt wird und die Partikel an den Wänden kleben bleiben. Da allerdings die neuen Dieselmotoren unter sehr hohem Druck stehen und auch sehr heiß sind, damit die Aggregate funktionieren, ist der Strom zu stark um vor allem die kleinen Partikel zu halten.

Automobilhersteller geben teilweise freimütig zu, dass die heutigen Partikelfilter die gültigen Umweltnormen nicht ehrlich erfüllen können, da sie vor allem bei den kleinsten Teilchen wirkungslos sind. Die sind aber die giftigsten.

Und ihr dachtet CO2 wäre gefährlich ...
Und ihr dachtet CO2 wäre gefährlich …

Das heißt der Partikelfilter hält die groben, aber eher weniger schädlichen Partikel zurück und lässt vor allem die sehr kleinen Partikel ungehindert durchsausen. Die Messungen über die Effizienz dieser Filter sind auch vollkommen unwirksam, weil fast überall heute die Rauchtrübemessung zum Einsatz kommt. Das bedeutet, dass eine Sonde die Trübung der Luft durch den Rauch misst und damit feststellt, ob zuviel Feinstaub in den Abgasen ist oder nicht. Die kleinsten Teilchen rufen allerdings keine Lufttrübung hervor, sondern sind Aerosole die für die Abgassonde unsichtbar sind.

Sobald man die heutigen EURO6 Dieselmotoren mit wirksamen Messmethoden unter die Lupe nimmt besteht nicht ein einziger den Test mehr. Auch wenn sie frisch aus dem Werk kommen. Die Technologie ist einfach an einem Ende angekommen.

Zudem beißt sich die Katze schon mehrfach in den Schwanz. Beim Partikelfilter gibt es üblicherweise einen Regenerationsmechanismus, bei dem der angesammelte Russ verbrannt wird, um sich in CO2 zu verwandeln. Je besser der Partikelfilter also funktioniert desto mehr CO2 produziert das Fahrzeug – unglaublich, oder? Aber es kommt noch schlimmer. Bei Messungen von verschiedenen Fahrzeugen wurden in den Abgasen das Supergift Dioxin (wer erinnert sich nicht an Seveso und an Bophal) und Schwermetalle wie Rhodium, Palladium und Platin festgestellt. Die Metalle werden als Katalysten in den Katalysatoren gebraucht und Dioxin entsteht beim Abbrennen des Rußes, weil dieser voller anderer Chemikalien und aromatischer Stoffe ist. Ganz besonders Biodiesel verursacht sehr viel Dioxin.

EURO6 ist also bis dato die größte Umweltlüge seit der Einführung des Dieselmotors. Die ganze komplexe, teuere und wartunsanfällige Filtertechnik funktioniert noch nicht einmal. Wir kriegen sogar noch mehr von dem Dreck ab als vorher, weil der Motor heißer und mit höherem Druck arbeitet. Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer sagte 2013, dass die Ära des Diesel vorbei ist. Das stimmt, weil die Filterei einfach keinen Sinn mehr macht.

Wir müssen aufhören diesen Dreck überhaupt erst entstehen zu lassen und mit LNG (CNG) haben wir eine perfekte, hochsaubere Alternative die ganz ohne Filtertechnik auskommt.

Fahrende Müllverbrennungsanlagen – die Wiener Diesel-Busse

Fahrende Müllverbrennungsanlagen – die Wiener Diesel-Busse

Kann sie irgendwer aus dem Stadtbild wegdenken? Unsere Flüssiggas-Busse gehören ja fast schon ein wenig zum Stadtbild. Nun machen leider die dafür benötigten Motoren den Sprung in die EURO 6 Klasse nicht mehr mit. Zu wenig gefragt ist das Model, als dass sich die enormen Entwicklungskosten überhaupt noch lohnen würden.

Schade, aber ein Umstand an dem sich nichts ändern lässt. Man wird den Wiener Verkehrsbetrieben nicht verübeln können, dass sie sich anderweitig umsehen. Das müssen sie sogar.

Dann wie ein Dampfhammer die Nachricht, dass Diesel-Busse angeschafft werden. Wie das? Welch ein Rückschritt von relativ sauberen Flüssiggas zum superdreckigen Diesel.

Sehen wir uns die Gründe an warum Flüssiggas-Busse überhaupt erst angeschafft wurden.  Damals ging es in erster Linie um niedrigere Emissionen. Verglichen mit Diesel verursacht LPG (das ist der Handelsname von Flüssiggas) deutlich weniger Emissionen.

Bald wieder aus einem Wien-Bus Ihrer Nähe ...
Bald wieder aus einem Wien-Bus Ihrer Nähe …

Das brachte unter anderem den Vorteil relativ simpler Motorentechnik mit sich, weil Abgasbehandlung minimal bis nicht vonnöten war und daher sehr wenig Technik brauchte. Das schlug sich auch in verminderten Wartungskosten nieder.

EURO 6 allerdings verlangt Motorenbauern einiges mehr ab, als nur der reine Flüssiggasbetrieb zu schaffen vermag. Die Technologie dafür wäre nicht aufwendig, aber der Markt für solche Busse ist verschwindend klein, weshalb diese Produktionsreihe vom Hersteller eingestellt wurde.

Was tun also als Stadt Wien? Die Busflotte muss schließlich erneuert werden und wenn es mit den gewohnten Modellen nicht mehr geht, dann muss man sich flugs etwas Neues anschauen.

Was stand zur Auswahl?

Zum einen der gute alte Diesel. Kein anderer Motor wird so oft hergestellt, weshalb ihn auch absolut jeder Produzent in der Palette hat. Das schafft Auswahl. Aber EURO 6 stellt den Diesel vor ernsthafte Probleme.

Ich schrieb einmal in einem anderen Artikel, dass der Dieselmotor eigentlich eine fahrende Müllverbrennungsanlage ist. Diesel war früher Raffineriemüll und wurde nur salonfähig gemacht, weil so viel davon da war. Dieselabgase sind seit 2012 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die selbe Stufe mit Sarin, Asbest und Arsen gestellt worden was ihre Giftigkeit anbelangt.

Man muss sich das so vorstellen. Man verbrennt etwas, dass sehr viele Abgase erzeugt und dann bastelt man an ausgeklügelter Technik um es endlich soweit hinzubiegen, dass es irgendwie passt.

Ganz passt es aber nie wirklich, weil durch die Filtertechnologie – abgesehen von einem saubereren Abgasstrahl -zwei Dinge erreicht werden.

Erstens heißt  filtern – zustopfen. Der Filter ist selbst nichts anderes als eine Art halbdurchlässiger Stoppel durch den die Abgase mit Druck geblasen werden müssen und dieser Druck muss erst einmal aufgebaut werden. Das aber frisst Leistung was wiederum mehr Spritverbrauch bedeutet, denn irgendwo muss die Leistung ja herkommen.

Zweitens füllen sich diese Filter immer mehr an (der Feinstaub kann ja nicht weggezaubert werden), was dann natürlich die Filterleistung schwächt, und immer mehr von dem Zeug, das man eigentlich loswerden wollte, letzlich doch wieder in die Atmosphäre gelangt.

Somit ist die Abgasleistung eines Diesel-Busses allenfalls zur Inbetriebnahme und für relativ kurze Zeit danach in der Norm, aber mit der Zeit werden sie zu immer größeren Dreckschleudern, bis dann halt der Partikelfilter gewechselt wird.

Unter der Hand und wenn man ein wenig bohrt, geben das die Motorenbauer auch durchaus zu. Der EURO 6 Diesel ist ein Technologie-Monster das seine Leistung nicht durchgehend halten kann.

Außerdem braucht es noch eine Harnstoffanlage durch die dem Abgasstrahl Harnstoff beigemengt wird, um schädliches Stickoxid zu neutralisieren, von dem der Dieselmotor ja auch raue Mengen produziert.

Im Gegensatz zum Partikelfilter füllt sich hier gar nichts, weil durch den Harnstoff das Stickoxid in Wasser und harmlosen Stickstoff umgewandelt wird. Aber so eine Anlage ist auch eine fahrende Chemiefabrik und daher sehr, sehr teuer. Ein Motorenbauer meinte, dass die Anlage noch einmal soviel wie der gesamte Motor kostet.

Aber was wären denn die Alternativen zum Diesel gewesen?

wienbus2
Emissionsfrei, der Wiener zahlt ehh …

Zum einen der Stromantrieb. Toll von der Emissionenseite her, aber nicht gebräuchlich für den Betrieb in Großbussen. Die Reichweite ist sehr schlecht und durch die großen Batterien würde der Bus extrem schwer. Außerdem wäre das kaum zu bezahlen. Weg damit also.

Wie sieht es aus mit CNG? Wien Energie lobbyierte ganz massiv dafür, weil sie sich die Wiener Linien als Gaskunden wünschten. Darüberhinaus hätte dies den Vorteil, dass CNG auch durch BioGas hergestellt werden kann und somit CO2 neutral sein würde. Umwelttechnisch eine tolle Lösung.

Aber der mögliche Tankinhalt ist sehr limitiert, was sich auf relativ schlechte Reichweite niederschlägt. Desweiteren würde auch dieser Bus extrem schwer werden, weil die Druckflaschen im Unterbauch sehr viel Stahl brauchen würden. So mancher nannte den CNG-Bus bereits einen Panzer, weil er so schwer ist. Also auch nichts für Wien.

Eine dritte Alternative allerdings wurde noch nicht einmal in Betracht gezogen. Einen Bus der mit verflüssigtem Erdgas oder LNG fährt.

Schauen wir uns die Vorteile an.

Partikel gibt es bei der Verbrennung von Erdgas keine. Daher kein Feinstaub der gefiltert werden müsste und auch kein Partikelfilter der den Auspuff verstopft und sich mit Gift befüllt. Auch die Stickoxide sind etwa 85% niedriger als beim Diesel womit man sich die teure Harnstoffanlage sparen kann. Ein Drei-Wege-Katalysator reicht allemal um EURO 6 spielend zu erreichen.

Da sich nichts anfüllt oder abnutzt behält der LNG getriebene Erdgasbus (ja, LNG ist ganz normales Erdgas) seine volle Leistung und zwar sowohl die Kraft als auch die Abgasleistung bis zum letzten Kilometer.

Ferner sind Erdgasmotoren im Prinzip nicht sehr wartungsintensiv, was sich in verminderten Betriebskosten niederschlägt. Beim Einsatz von BioMethan hätte man auch gleich ein 100% CO2 neutrales Fahrzeug – sozusagen eine Gratisvorleistung auf ein künftiges EURO 7.

Die Firma Solbus stellt seit neuestem einen Bus mit LNG als Treibstoff her. Ein in Europa funktionierendes Model gibt es also auch schon.

Kommt noch das Thema Mehrpreis. LNG-Fahrzeuge sind ja klassischerweise teurer als die vergleichbaren Diesel. Das liegt nicht an teurerer Technologie, sondern an den sehr kleinen Stückzahlen. Wenn die Produktion in die Höhe geht, kommen auch die Preise runter.

Jetzt muss durch EURO 6 im Diesel soviel Technik verbaut werden, dass dieser trotz hoher Stückzahlen schon fast so teuer wie ein LNG-Bus ist. Damit sind sie gleich teuer wie Gasmotoren, wobei beim LNG die Reise nach unten geht.

Last but not least das wirtschaftliche Argument. LNG ist heute schon billiger als Diesel und wird wahrscheinlich noch billiger werden, wobei wir bei Diesel keine sehr großen Preisnachlässe erwarten können.

Was spräche jetzt noch gegen den LNG-Bus? Ach ja, es gibt kein LNG in Wien zu kaufen, aber das lässt sich sehr leicht ändern.