Month: August 2014

Staudämme sind Klimakiller – glaubt es ruhig!

Staudämme sind Klimakiller – glaubt es ruhig!

Seit jeher wird uns von Grünen und dem Verbund suggeriert, dass wir in Österreich eine Elektrizitäts-Insel der Seligen sind, weil wir so viel Strom aus Wasserkraft erzeugen und Wasserkraft ja bekanntlich auch sehr sauber ist. Sauberer als alles was wir kennen.

Wirklich?

Schauen wir näher hin. Es gibt weltweit immer mehr Studien wonach Staudämme schlimmere Klimakiller als so manches Kohlekraftwerk seien. Wie soll das gehen?

Mmmmhh, riecht toll ...
Mmmmhh, riecht toll …

Kommen wir zu den uns bekannten Verursachern von Treibhausgasen. Bei der Verbrennung von Kohlewasserstoffen wird bekanntermaßen unter anderem CO2 erzeugt. Wenn der Treibstoff nicht aus einem Biotreibstoff besteht – das heißt wenn er nicht bei der Erzeugung CO2 aus der Atmosphäre entnommen hat und das zeitnahe – dann bringt es CO2 in die Atmosphäre das da vorher nicht war. Zumindest nicht in den letzten Millionen Jahren. Fossile Treibstoffe sind im Prinzip nichts anderes als vor Jahrmillionen  gespeichertes CO2.

Fossile Treibstoffe zu verbrennen, verstärkt also den Treibhauseffekt und treibt die Klimaveränderung an. Soweit nichts Neues.

Nun ist aber CO2 bei weitem nicht das einzige Treibhausgas und schon gar nicht das Schlimmste. Methan – wenn es unverbrannt in die Atmosphäre gelangt – ist ein weitaus potenteres Treibhausgas als CO2. So toll Methan auch als Treibstoff ist – weil es so unglaublich sauber verbrennt – so schädlich ist es in freier Form unserer Atmosphäre. Nicht das es giftig wäre oder gar explodieren könnte. Es ist ansonsten ein recht freundliches Gas, aber es speichert auch die Sonneneinstrahlung sehr gut – viel besser als CO2.

Nun sind die Staubecken sämtlicher Staukraftwerke auf der Welt unglaublich große Reservoirs an Biomasse die da unter Wasser fröhlich vor sich hinblubbern und modern. Flüsse, die in diese Staubecken führen und auch auf direktem Wege gelangen so täglich neue Mengen an Biomasse, Sedimente und Erde in die Staubecken. Ideale Bedingungen für methanophile Bakterien die in dieser Masse einen idealen Nährboden finden.  Sie machen also das was sie am besten können – Methan produzieren. Das ist nicht sehr viel anders als bei der Biogaserzeugung nur mit dem Unterschied, dass es nicht in einem geschlossenen System, sondern in freier Natur passiert. Darüberhinaus geht es hier um absolut unvorstellbare Mengen.

In Staubecken entstehen enorme Schlammablagerungen die sich mit organischem Material, das ins Becken fällt oder geschwemmt wird, durchmischt. Durch die Staumauer können diese Materialien nicht mehr weitergespült werden und sammeln sich so in riesigen Schlammpools die da fröhlich vor sich hinblubbern. Das brasilianische Institut für Raumstudien schätzt, dass Staudämme mit 23% Gesamtanteil die größten von Menschen geschaffenen Verursacher von Methanemissionen in die Atmosphäre sind. Der US Geological Survey beobachtet schon seit 1948 enorme Schlammebenen rund um Lake Mead (der Stausee hinter dem Hoover Damm) die sie seit damals „Gaskammern“ nennen.

Eine Studie hat ermittelt, dass die Staubecken der Welt mehr Methan in die Gegend pupsen als alle Kohlekraftwerke der Welt an CO2 Äquivalent (das heißt so viel CO2 wie es brauchen würde um den selben Treibhauseffekt zu erzeugen). Das bedeutet auch, dass die Staubecken wesentlich größere Klimakiller sind als die verteufelten Kohlekraftwerke.

Nicht missverstehen – ich will hier nicht die Kohlekraftwerke verteidigen  sondern nur einen Vergleich aufstellen. Gaskraftwerke sind dahingehend noch wesentlich umweltfreundlicher als Strom aus Wasserkraft, weil sie die meisten anderen Emissionen der Kohle- oder Schwerölkraftwerke auch nicht erzeugen. Damit will ich zeigen, dass Wasserkraft nicht zur Rettung  unseres Planeten geeignet ist.

Und es wird noch schlimmer – Staudämme gehören zu den allergrößten Bauwerken der Menschheit und ihr Bau verschlingt Unmengen an Zement. Allein die Herstellung dieses Zements verursacht sehr hohe CO2 Emissionen.

Die größte Stauanlage der Welt – die Drei-Schluchten-Talsperre  in China hat gigantische 11 Millionen Tonnen Zement verschlungen. Normaler Zement muss bei  1400 Grad gekocht werden und bis in die sechziger Jahre galten Zementwerke als wahre Dreckschleudern. Aber auch mit den modernsten Filtermethoden verursacht die Zementherstellung heute immer noch viermal so viel CO2 Ausstoß wie der weltweite Flugverkehr.

Dabei reden wir aber noch gar nicht von Emissionen durch die Fahrzeuge die beim Bau am Werk sind. Es sind rein nur jene Emissionen die direkt durch die Herstellung des Zements anfallen. Der Bau eines mittelgroßen Staudamms verursacht etwa so viel CO2 wie 46.000 Autos die alle ein Jahr lang die Straßen verstopfen. Gar nicht mehr grün, diese Staudämme – oder was meinen Sie?

Wie toll er sich in die Landschaft fügt ...
Wie toll er sich in die Landschaft fügt …

Desweiteren sind Staudämme (vor allem die ganz großen am Amazonas oder in China) riesige Zerstörer von Ecosystemen. Ganze Landstriche werden verwüstet und überflutet, Wälder gerodet und ganze Tier- und Pflanzenwelten werden unwiederbringlich zerstört. Das bringt nur noch mehr Biomasse ins Gewässer, was seinerseits wieder die Methanproduktion antreibt. Aber noch schlimmer verschwinden damit große CO2 Filter die ansonsten sehr viel Treibhausgas aus der Atmosphäre gefiltert hätten.

Nicht alle Stauanlagen sind gleich. Ein Damm mitten in der Wüste wie Assuan in Ägypten ist sicher kein so großer Lebensraumzerstörer wir der Three Gorges Dam in China, aber auch er ist ein gewaltiger Biomasse-Fänger und somit ein gewaltiger Methanproduzent.

Wir müssen uns angewöhnen, nicht automatisch Naturschutz mit Wasserkraft zu verbinden. Das möchten uns zwar die Grünen und etliche Umweltschutzgruppen weismachen, aber das soll im besten Fall nur verdecken, dass sie sich keine besseren Alternativen vorstellen können und daher wird einfach die lästige Wahrheit ausgeblendet. Im schlechtesten Fall aber sind diese Organisationen zynische Betrugsmaschinen die uns wissentlich Lügen auftischen um ja niemals etwas für den Umweltschutz tun zu müssen.

Denn all diese Organisationen leben ja toll davon, dass es uns nicht gut geht. Wären unsere Umweltprobleme gelöst, bräuchte sie schließlich keiner mehr und das darf niemals sein.

Und vom Verbund, der sich eine goldene Nase mit den Staubecken verdient, braucht man auf Ehrlichkeit gar nicht erst zu warten. Das verträgt sich nicht mit den Gewinnerwartungen der Manager.

Staudämme (sowohl in den Alpen als auch an Flüssen) sind gewaltige Klimakiller und wir sollten uns gut überlegen, ob wir solche Monster überhaupt erst wollen oder nicht doch in eine dezentrale, erneuerbare Biogas Welt investieren die sich relativ billig und vor allem wirklich sauber realisieren lässt. Denn Methan sollte in unseren Autos verbrennen  und nicht in Staubecken in die Gegend blubbern.

Warum die Regierung auf Wasserstoff setzt

Warum die Regierung auf Wasserstoff setzt
und die OMV auch!

Oje, schon wieder ein Artikel über die OMV. Aber wenn ich am Puls des Geschehens bleiben will muss ich wohl.

Noch nie waren die Zeitungen so voller Werbung für Wasserstoff als Treibstoff und auch die Regierung ist voll des Lobes. Man tut etwas für die Umwelt. Das ist toll – auf den ersten Blick zumindest.

Auf den zweiten Blick wird man schon ein wenig misstrauischer. Dann sieht man nämlich wie unreif Wasserstoff als Antriebstechnologie heute noch ist, und dass es bis zur breiten Anwendung noch einen Haufen Probleme zu lösen gilt.

Nicht zuletzt das Preisproblem. Wasserstoff kommt in der Natur nicht vor und ist deswegen kein Primärenergieträger. Das heißt, dass er so wie Strom, aus anderen Energieträgern gemacht werden muss, was in vielen Fällen die Umweltschutzthematik empfindlich stört.

wasserstoff2
kein weiterer Kommentar …

Zu den Problemen mit Wasserstoff als Treibstoff habe ich mich in einem anderen Artikel schon geäußert.

Warum aber setzt die Regierung, sowie die größte Energiefirma des Landes, auf etwas, das so Problem-behaftet ist, wo es doch bessere Lösungen gibt.

Nun wird keiner behaupten wollen, dass die Regierung oder die großen Firmen in Österreich irgendetwas ändern wollen. Sie haben sich dieses System, so wie es ist, seit Jahrzehnten gemütlich eingerichtet und haben nicht die geringste Lust hier irgendetwas zu ändern.

Im Falle der OMV lebt ein Konzern prächtig von Autofahrern die keine andere Wahl haben als Produkte aus der Ölraffinierung zu kaufen, wenn sie sich weiterbewegen wollen. Die Schwechat Raffinerie der OMV ist bereits uralt (mehr als 50 Jahre) und eigentlich eine Industrieruine – jedes Atomkraftwerk wäre längst abgeschaltet worden, aber da steht sie nun, die Raffinerie in Schwechat und kostet nur noch sehr wenig Geld für den Betrieb. Die Anlage ist seit Jahren abgeschrieben und trägt daher keine Finanzierungskosten mehr.

Das bedeutet aber auch tolle Margen für die OMV und die will sie sich nicht sauer machen. Wenn sie jetzt eine wahre Alternative wie LNG/CNG ernsthaft entwickeln würde, dann würde sie sich die Gans, die goldene Eier legt, langsam entwerten. Wer will das schon?

Auf der anderen Seite ist es heute schwer sich dem Umweltschutzgedanken zu entziehen. Zumindest muss es so aussehen, als ob etwas gemacht würde. Eine Technologie die noch gewaltige Kinderkrankheiten hat und keine Chance bietet, dass sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren irgendetwas nennenswertes tut, bietet da eine perfekte Chance als Umweltschützer gesehen zu werden,  während man in Wahrheit genau gar nichts tut. Weil man auch gar nichts tun will sondern von der etablierten Situation sehr gut lebt. Grüner Schein mit miesem Schleim sozusagen.

Den Grünen passt das sicher auch gut in den Kram, denn auch sie wollen ihr Paradethema, die saubere Umwelt, nicht verlieren. Stellt Euch vor, alle würden vollkommen emissionsfrei leben und es gäbe keine Umweltverschmutzung mehr. Wer braucht dann die Grünen? Nein, solange man an Zukunftstechnologien herumwerkelt, ohne jemals etwas zu bewirken, solange kann man sich auch als Umweltschützer präsentieren, ohne es aber zu sein. Auch dazu einen anderen Artikel.

Und die Regierung – na die wird sich hüten irgendetwas zu tun. Durch Wasserstoff lässt sich alles bis zum Sankt-Nimmerleinstag aufschieben und das ist es genau was sie wollen. Nur nichts verändern, nur nichts tun. Hauptsache alles bleibt beim Alten. Ob sich die Menschen das dann leisten können oder nicht, ob die Menschen durch Feinstaub sehr krank werden oder daran sterben, ob etwas getan wird um diesem Planeten oder zumindest Österreich zukunftsfit zu machen, muss nicht interessieren.

Mit Wasserstoff haben alle ihr perfektes Feigenblatt, um der Bevölkerung etwas vorzuflunkern. Und die OMV kann bei ihren schlechten, alten Gewohnheiten bleiben.

Hinter mir die Sintflut – ist es nicht so? Nur, wer zahlt dabei wieder drauf?