Month: April 2014

LNG in Österreich und die lange Bank

LNG in Österreich und die lange Bank
Wesentlich über 400 Tage sind es nun, dass Ernst Wohlfahrt und ich versuchen der österreichischen Bevölkerung, der Wirtschaft und den Politikern LNG als Treibstoff näher zu bringen. Es war eine schöne Zeit, aber sie war auch reich an Enttäuschungen, Rückschlägen und Wendungen.

Vor allem aber hat sich eine alte Redewendung mehr als bewahrheitet. „Die lange Bank ist des Teufels liebstes Möbelstück“. Und sie ist es auch für den geborenen Österreicher.

Schon in meiner Zeit in der EconGas lernte ich sie kennen, in ihrer vollen Pracht. Nichts machten die für gewisse Projekte Verantwortlichen lieber als Entscheidungen ewiglich auf die lange Bank zu schieben. Auch wenn sich die Entscheidung bereits aufdrängte und jedem die furchtbaren Konsequenzen weiterer Verdrängung mehr als bewusst waren, wurde noch mit Gewalt verdrängt und beschwichtigt bis die Firma an der Wand klebte und nur noch durch regelmäßige Geldinjektionen am Leben erhalten werden kann.

Alles nur auf Inkompetenz zu schieben ist ein wenig einfach. Meine Erfahrung ist eher, dass sich die meisten der Realität der Situation durchaus bewusst waren. Sie wollten einfach nur nichts tun was die Situation hätte retten können, weil dies ja Entscheidungen bedurft hätte für die man verantwortlich gemacht werden könnte. Und wer will das schon. Manager, leitende Beamte und Politiker werden schließlich nicht fürs Entscheiden und die damit verbundene Verantwortung bezahlt. Oder etwa doch?

Setz dich nieder, wer wird denn huddeln ...
Setz dich nieder, wer wird denn huddeln …

Genug der Polemik – kommen wir zum Kern der Sache.

Wir hatten unzählige Meetings mit Beamten und Politikern aller Couleur und Institutionen. Manche liefen echt gut und wir dachten, dass man sich die Sache zu Herzen nehmen würde – manchmal zumindest. Aber egal wie gut und egal welches Meeting auch zu laufen schien – das Resultat war immer dasselbe. Nichts. Keine Rückmeldung. Keine Reaktionen. Stattdessen standhaftes Aussitzen und Abwarten. Nur ganz selten ging jemand in die zweite Runde bei der es, aber dann auch blieb. Erstaunlicherweise sind es ausländische Investoren die sich für unser Projekt zu interessieren begannen. Nicht die Österreicher selbst.

Dabei fand jedoch kaum jemand etwas gegen unser Vorhaben vorzubringen. Wir wollten etwas für die ÖsterreicherInnen und die Umwelt tun. Die Geldbörse schonen und uns von ausländischen Energieimporten unabhängiger machen. Wer könnte dem etwas entgegensetzen? Ist etwa so wie gegen Kinderlachen oder Sonnenschein zu sein.

Aber das wahre Problem liegt ganz woanders. Wir wollen etwas tun und das verlangt von den Verantwortlichen Initiative zu zeigen oder für etwas zu stehen und das wollen die nie und nimmer. Das geht wie ein roter Faden durch alle Parteien und Institutionen. Aber auch durch alle staatsnahen Firmen und Konzerne. Weil die Mechanismen immer dieselben sind. Es ist so unendlich bequemer nichts zu tun und in Österreich gibt es fürs Nichtstun keine Konsequenzen.

Sehen wir doch nur die Hypo an. Seit etlichen Jahren wissen wir, dass wir da ein gewaltiges Problem haben, aber keiner tut etwas. Auch wenn die Verantwortlichen wissen, dass sie damit das Risiko für uns alle ins Unermessliche steigern, so halten sie doch lieber ihr persönliches Risiko sehr klein. Also, unglaubliches Risiko für die Bevölkerung ist viel weniger wichtig, als selbst sehr moderates Risiko für den einzelnen Beamten, Manager oder Politiker.

In einer funktionierenden Gesellschaft würde der Markt solche Statisten sehr schnell ausmisten und in der Versenkung verschwinden lassen. Aber Österreich ist kein funktionierender Markt, weil es durch ein Geflecht von Subventionen, Zuschüssen, Verboten und Reglements und vor allem unendlich viel Parteifilz durchwoben ist. Dieses Geflecht bringt die schlanken, innovativen und wettbewerbsfähigen sehr schnell um und sichert den von krebsgeschwüren zerfressenen Firmen ewige Macht über die geschundenen Konsumenten.

Diese Aussitzer sind brutaler als jeder Schulhof-Rambo weil sie jede Initiative, jede Neuerung im Keim ersticken, ungefähr so als ob ein großer Stein das Licht von einer Pflanze fern hält. Sie wird sterben. Diese Aussitzerei wird in Österreich als etwas Gutes angesehen wo es doch in Wirklichkeit schlimmer als jeder Schläger ist. Die Wächter der KZs waren solcher Aussitzer. Nur nicht denken, ob das was sie tun richtig ist oder nicht. Solange ich nichts tue kann ich auch nichts falsch machen. Das ist die Einstellung und sie ist grundfalsch.

Aussitzen bringt nichts, oder doch?
Aussitzen bringt nichts, oder doch?

Zweifelt noch immer jemand daran, dass in Österreich etwas getan werden muss? Jetzt einmal ehrlich – wer wagt es noch zu behaupten, dass in Österreich alles zum Besten stünde? Wohl nur noch die Klone, die Borgs, die Willenlosen, farblosen Systemerhalter die das System mit einer unglaublichen Brutalität umbringen.

Das wissen die Entscheider und da sie dieses System gewissermassen miterschaffen haben, schützen sie es vor allem was da an Neuem kommt. Ob etwas für die Bevölkerung gut ist oder nicht ist hier keine Frage. Vielmehr ist wichtig, ob sie selbst davon profitieren oder zumindest keinen Schaden nehmen. Und leicht muss es auch gehen – wo kämen wir denn hin, wenn man für sein Geld auch noch etwas tun müsste?

Hinter mir die Sintflut und wenn das ganze Land verreckt – hauptsache ich muss mich nicht rauslehnen oder auch nur ein kaum feststellbar kleines Risiko eingehen. Das ist nämlich schon zuviel.

Wir wollen eine ehrliche Debatte zu LNG als Treibstoff, weil wir Österreich wieder einmal mit einem Vorteil positionieren wollen. Der Debatte der Für und Wieder stellen wir uns gerne, wenn es denn eine solche geben kann. Und sie wird sich nicht verhindern lassen denn wie schon Victor Hugo einst sagte nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee deren Zeit gekommen ist.  Und die Zeit für sauberen, billigen Treibstoff und Energie ist definitiv reif.

Wir bringen das Thema dorthin wo es hingehört. Weg von feigen Beamten und Politikern und hin zu den BürgerInnen, weil es schlussendlich jene sind die davon profitieren sollen.

Filtern funktioniert nicht – Feinstaub bringt dich um

Filtern funktioniert nicht – Feinstaub bringt dich um
Jeder der hier ich zum ersten Mal ist kennt die Story. Diesel ist Müll der in einer fahrenden Müllverbrennungsanlage (den Dieselmotor) verbrannt wird, wobei Unmengen hochtoxischer Abfälle anfallen, die dann durch den Auspuff ins Freie entsorgt werden. Weiter geht‘s durch die Luft in unsere Lungen und einiges davon (mit Abstand die giftigsten Bestandteile der Abgase) findet sich am Ende in unserem Blut, unseren Muskeln, unseren Knochen, unseren Organen und auch im Gehirn, wo es sich ansammelt und uns langsam umbringt.

Die kleinsten Partikel dringen bis direkt in die Zellkerne vor und schmuggeln sich dort in unsere DNA (Erbgut) was soviel heißt, dass uns Dieselabgase langsam zu Mutanten machen. Die genaue Story von der Reise eines Dieselpartikels gibt es in einem anderen Artikel.

Dieselverbrennung erzeugt nun einmal Unmengen dieser Gifte. Um die immer strenger werdenden Emissionsgesetze wie zum Beispiel die EURO6 Norm einhalten zu können, werden Dieselmotoren zu wahren Technik- Monstern. In erster Linie kümmern wir uns nur einen sehr kleinen Anteil dessen was den Motor als Abgas verlässt.

Deine täglich Dosis kriegst du heute ...
Deine täglich Dosis kriegst du heute …

Der überwiegende Teil der ausgestoßenen Abgase sind reiner Stickstoff – 72% um genau zu sein. Dann kommen noch weniger als 20% CO2 und etwa 8% Wasserdampf. Habt Ihr mitgezählt? 72 plus 20 plus 8 – das macht 100%, aber weil es ja sowohl beim CO2 als auch beim Wasserdampf jeweils ein bisschen weniger ist, bleiben es 99,913 Prozent. Der verbleibende Rest sind 0,087 Prozent und das sind hauptsächlich Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Partikel (bei uns auch gern Feinstaub genannt). Dabei nehmen wiederum Stickoxide und Kohlenmonoxid mit 0,086 Prozent den Löwenanteil ein und alles andere – inklusive allen Feinstaubes – sind nur 0,001 Prozent.

Zum Vergleich. Eine Flasche Römerquelle Wasser enthält in der Regel 1,5 Liter. Etwas mehr als ein Liter davon wäre Stickstoff und etwas mehr als ein 1/4 Liter wäre CO2. Etwa ein Fingerhut voll wären Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeloxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Feinstaub. Der Feinstaub allein ist dann nicht mehr als das Volumen einer Micro-SIM Karte. Vergessen wir nicht: eine Micro-SIM Karte in einer 1,5 Liter Flasche.

Nicht wirklich viel, oder? Vor allem wenn man es mit dem Inhalt einer 0,33 Liter Cola Flasche vergleicht, dass das CO2 symbolisiert.

Dieser Hauch von Feinstaub hat es allerdings in sich. Anders als beim CO2 ist Feinstaub hochgiftig. Und auch Feinstaub als solches ist keine homogene Substanz. Grob gesagt kann man zwischen normalen Feinstaub und dem ultrafeinen Staub unterscheiden. Die derzeitigen Emissionsregeln messen nur die Gesamtmasse des Feinstaubes ohne sich jedoch um die Partikelgröße zu kümmern.

Warum ist das wichtig? Nun, generell kann man sagen, dass je kleiner ein Partikel ist, desto tiefer der in unseren Körper eindringt. PM10 (Partikel mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 10 Mikrometern oder einem Hundertstel Millimeter) bleibt in den Bronchien hängen und reizt die Schleimhäute. PM2,5 (ihr wisst schon – halt mit 2,5 Mikrometern) geht bis in die Alveolen (Lungenbläschen) und alles was darunter ist geht ins Blut. Unter PM0,1 (jetzt habt ihr die Übung sicher schon geschnallt) überwinden die Teilchen die Blut-Hirn-Schranke und besiedeln direkt das Gehirn. Unter PM0,01 geht‘s ab ins Innere der Zelle und weiter in den Zellkern.

Potenter Stoff. Wenn es nur so wäre, dass jedes Teilchen seinen Teil der Toxizität mitträgt. Es ist vielmehr so, dass je kleiner das Partikel, desto giftiger ist es. Die pure Masse der Teilchen ist also relativ unwichtig. Es geht vielmehr darum wie der gemessene Feinstaub zusammengesetzt ist. Je mehr feiner Stoff drin ist, desto giftiger wird es. Zum Vergleich – ein Gramm PM 0,01 ist etwa eine Milliarde Mal so giftig wie ein Gramm PM10 und dabei berücksichtige ich die chemische Last noch gar nicht.

Die allermeisten heute eingesetzten Partikelfilter in Dieselfahrzeugen sind allerdings Wandstromfilter, was soviel heißt, dass der Abgasstrom an einer Wand mit einem Katalysten vorbeigeführt wird und die Partikel an den Wänden kleben bleiben. Da allerdings die neuen Dieselmotoren unter sehr hohem Druck stehen und auch sehr heiß sind, damit die Aggregate funktionieren, ist der Strom zu stark um vor allem die kleinen Partikel zu halten.

Automobilhersteller geben teilweise freimütig zu, dass die heutigen Partikelfilter die gültigen Umweltnormen nicht ehrlich erfüllen können, da sie vor allem bei den kleinsten Teilchen wirkungslos sind. Die sind aber die giftigsten.

Und ihr dachtet CO2 wäre gefährlich ...
Und ihr dachtet CO2 wäre gefährlich …

Das heißt der Partikelfilter hält die groben, aber eher weniger schädlichen Partikel zurück und lässt vor allem die sehr kleinen Partikel ungehindert durchsausen. Die Messungen über die Effizienz dieser Filter sind auch vollkommen unwirksam, weil fast überall heute die Rauchtrübemessung zum Einsatz kommt. Das bedeutet, dass eine Sonde die Trübung der Luft durch den Rauch misst und damit feststellt, ob zuviel Feinstaub in den Abgasen ist oder nicht. Die kleinsten Teilchen rufen allerdings keine Lufttrübung hervor, sondern sind Aerosole die für die Abgassonde unsichtbar sind.

Sobald man die heutigen EURO6 Dieselmotoren mit wirksamen Messmethoden unter die Lupe nimmt besteht nicht ein einziger den Test mehr. Auch wenn sie frisch aus dem Werk kommen. Die Technologie ist einfach an einem Ende angekommen.

Zudem beißt sich die Katze schon mehrfach in den Schwanz. Beim Partikelfilter gibt es üblicherweise einen Regenerationsmechanismus, bei dem der angesammelte Russ verbrannt wird, um sich in CO2 zu verwandeln. Je besser der Partikelfilter also funktioniert desto mehr CO2 produziert das Fahrzeug – unglaublich, oder? Aber es kommt noch schlimmer. Bei Messungen von verschiedenen Fahrzeugen wurden in den Abgasen das Supergift Dioxin (wer erinnert sich nicht an Seveso und an Bophal) und Schwermetalle wie Rhodium, Palladium und Platin festgestellt. Die Metalle werden als Katalysten in den Katalysatoren gebraucht und Dioxin entsteht beim Abbrennen des Rußes, weil dieser voller anderer Chemikalien und aromatischer Stoffe ist. Ganz besonders Biodiesel verursacht sehr viel Dioxin.

EURO6 ist also bis dato die größte Umweltlüge seit der Einführung des Dieselmotors. Die ganze komplexe, teuere und wartunsanfällige Filtertechnik funktioniert noch nicht einmal. Wir kriegen sogar noch mehr von dem Dreck ab als vorher, weil der Motor heißer und mit höherem Druck arbeitet. Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer sagte 2013, dass die Ära des Diesel vorbei ist. Das stimmt, weil die Filterei einfach keinen Sinn mehr macht.

Wir müssen aufhören diesen Dreck überhaupt erst entstehen zu lassen und mit LNG (CNG) haben wir eine perfekte, hochsaubere Alternative die ganz ohne Filtertechnik auskommt.